Wie es Goethe erging in Neapel und am Krater des Vesuv, was sich damals zutrug im Jahre 79 n. Chr. und wie es Plinius der Jüngere beschrieb, das und noch viel mehr erfahren wir aus diesem herrlichen Bildband.
Umberto Papparlando hat den Band zusammengestellt und die Fotos stammen von Luciano Pedicini. Alles ist mit kundiger Hand und mit kunstsinnigem Verständnis aufbereitet, das Auge und labt sich an den Bildern, aus dem geschriebenen Wort erwächst uns Wissen und womöglich entsteht schon mal Gewußtes wieder aus der Versenkung.
Es handelt sich um die Entdeckung oder Wiederentdeckung einer der schönsten Landschaften dieser Erde. Heute wie damals, als es mykenische Seeleute entdeckten, griechische Kolonisten erwarben und mit Einheimischen einen Bund eingingen, aus dem Rom entstand, Stadt und Reich, Europa beherrschend, lange, sehr lange und einen Abglanz noch heute gebend, immerzu.
Hier also tobte und dräut der Vesuv immer noch, liegen die fruchtbarsten Landschaften, die herrlichsten Meeresküsten, Inseln voller Seligkeit, herrscht frommes Leben in Stille oder lautem Entzücken und die Funde aus Pompeji und anderen Stätten erinnern uns an das, was war und was immer noch wertig ist.
Hier eine Linie zu ziehen von damals ins Jetzige, z.B. in der Frage nach Religion, in ihrer Bedeutung für die Menschen, oder in bezug auf Kunst, egal ob in Literatur oder darstellender Art, vieles ist hier ursprünglich, wie auch das Menschliche überhaupt und besonders und schön und gefährlich ist hier die Natur.
In einzelnen Kapiteln führen uns die Autoren, die verschiedentlich auftauchen (auch Goehte oder Plinius!) behutsam und sattmachend in eine Welt, die es wirklich gibt und die einfach schön ist. Wir lernen Geschichtliches, aber vielschichtig und erbaulich, lesen etwas über die Sybille von Cumae, lernen wieder die glückliche Kampania kennen (Felix Kampania) und natürlich alle Orte, wie Neapel oder Herculaneum, Capri und Sorrent und andere mehr.
Auch die Figuren zeigen es uns, egal ob als gut erhaltenene Statuen, als zusammengesetzte Vasen oder gar dorische Tempel: hier war einst der Mittelpunkt der gesitteten Welt, hier erstarkte Europa und warf lange Schatten der Schönheit in die Zeit.
Ein Buch, das man ungern aus der Hand legt und das gut aus dem Italienischen übersetzt wurde.