Zugegeben: Der Kriminalfall ist nicht sonderlich spannend oder überraschend konstruiert und das Buch ist auch nicht literarisch wertvoll, das alles können andere italienische Krimiautoren viel besser, aber mich hat der Fall doch auf das Beste unterhalten.
Zum einen ist alles sehr toskanisch, nicht nur der Ort, sondern mehr noch der trockene und etwas hinterhältige Humor, es versetzt jeden Italien- und Toskana-Fan sofort in Urlaubsgefühle. Es wirkt durchaus realistisch, dass der Barista nicht auf den Kopf gefallen und Akademiker ist und doch "nur" die Bar führt, ebenso lebensecht sind die alten Herren, die die Bar bevölkern, sich die Zeit mit Karten spielen und streiten vertreiben und alles besser wissen (wollen). Und auch die deutschen Urlauber sind gut getroffen. ;o)
Zum anderen ist der Blickwinkel auf den Fall einfach mal etwas anderes und zeigt, dass man auch mit den Füßen im kühlen Bad einen Mordfall lösen kann, angenehm entspannt und actionfrei, ohne Schweißströme unter der Uniform und ohne dramatische Szenen wie (zu) oft gelesen und gesehen.
Das Cover ist mal wieder etwas lieblos und generisch, statt der Olivenzweige hätte man wenigstens Pinienzweige nehmen können, schade.
Fazit: Die ideale Strandlektüre, auch als Medikament gegen Winterdepressionen angezeigt.