Zwei Sterne bekommt das Buch, weil es stilistisch recht gut auch unterhaltsam geschrieben ist. Kennt man aber "Eleonore von Aquitanien - Königin der Troubadoure" von Regine Pernoud, fällt einem sofort einiges auf, das so wie beschrieben nicht stimmt. Man kann Patrice Leavold zumindest zugute halten, daß die Eckdaten der Geschichte stimmen.
Aber eigentlich war Eleonore eine faszinierende Frau mit einem eigensinnigen Wesen, kein verliebtes kleines Mädchen, von dem man das Gefühl hat, daß sie sich kein bißchen weiterentwickelt. Der Roman beginnt, als Eleonore 15 ist und am Ende des Buches könnte man noch immer glauben, es mit einem unreifen Mädchen zutun zu haben, das eher besserwisserisch als klug ist.
Und eigentlich liebte König Louis VII. Eleonore "mehr als vernünftig wäre" und war ihr ein respektvoller Ehemann. Daß am Anfang seiner Regierung viele seiner Handlungen auf Eleonore zurückgehen, wird verschwiegen und als eigene Dummheit des Königs hingestellt. Ohnehin ist die Dummheit neben der Frömmigkeit die herausragenste Eigenschaft des Roman-Louis.
Es ist an manchen Stellen des Buches tatsächlich eher amüsant, wenn König Louis so eindeutig zum "Bösen" gemacht wird, daß es richtig überzeichnet wirkt. Dagegen wird Eleonores Liebhaber in so hohen Tönen gelobt, daß man darüber ebenso lachen muß.
Patrice Leavold hat also einen Liebesroman geschrieben, der vielleicht eine nette Phantasie ist, aber auf historisch belegbare Beziehungen zwischen den Figuren oder deren Charakter wenig bis gar keine Rücksicht nimmt.
Wer gerne historisch angehauchte Liebesromane liest, der wird an dem an sich gut geschriebenen Buch Freude haben, jemand der Eleonore von Aquitanien kennt wird sehr enttäuscht sein.