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Im Schatten der Burenwurst: mit Zeichnungen von Ironimus
 
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Im Schatten der Burenwurst: mit Zeichnungen von Ironimus [Broschiert]

H. C. Artmann
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 168 Seiten
  • Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 2 (5. April 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3852188121
  • ISBN-13: 978-3852188126
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,2 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 392.743 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hans C. Artmann
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Produktbeschreibungen

literaturhaus.at

Hans Carl Artmann (1921-2000), Lyriker, Autor und Übersetzer hatte eine Sprachbegabung, die sich nicht zuletzt in seinen in Mundart gehaltenen Texten zeigt. Im Residenz Verlag erschien in Neuauflage "Im Schatten der Burenwurst", eine Buchausgabe mit gesammelten Prosastücken, die zunächst alle für die Wochenendausgabe des "Neuen Kurier" geschrieben waren und dort auch vor über vierzig Jahren erschienen sind. Ergänzt wurden die im Buch gesammelten Texte mit Illustrationen von Ironimus, dem Wiener Architekten und Karikaturisten mit bürgerlichem Namen Gustav Peichl. Die kurzen, skurrilen Geschichten aus und über Wien erzählen von den kleinen Leuten, den Sehenswürdigkeiten und Charakteristika der Stadt: vom Kaffeehaus, den Studenten aus dem Orient, dem Prater. Oder von Frau Reißfleisch, die einen Studenten als Untermieter sucht, dann aber von der Angst geplagt wird, ein Schwarzer könnte sich melden. Auch Herrn Fleischhammer, dem das ewige Wiener Schnitzel zu fad geworden ist, begleitet man gerne auf seiner Suche nach nichtösterreichischer Kost durch Wien. Dann ist da noch der Bestseller des Herrn Adamek, die Landluft bei der Toilettenfrau, und, und .... Man amüsiert sich bei allen Geschichten, die sich gut als Zwischendurch-Lektüre eignen. Einfach mal 10 Minuten Pause machen und Artmann zur Hand nehmen, verspricht Entspannung. Alle diese Texte, oft enthalten sie wunderbare dialektale Dialogszenen, zeigen Wien mit seinen Klischees und seinem Kleinbürgertum, beschwören manchmal ein "Wie es war" herauf. Artmann ist dabei aber nie rückwärts gewandt, denn er hat immer eine kritische und entlarvende Sicht. Seine Kritik ist jedoch gleichzeitig als Liebeserklärung an Wien und die Wiener zu verstehen. Nur wer seine Heimat und ihre Menschen liebt, kann so über sie berichten: ironisch, mit schwarzem Humor und liebevoll zugleich. Waschechte Wiener werden das höchste Vergnügen mit den Stücken haben. Aber auch, wer die Stadt und ihre Sprache nicht kennt, die Dialoge ganz langsam lesen muss, um die Dialektszenen zu begreifen, freut sich an dieser Sammlung und wünscht sich, Wien einmal aus eigener Sicht - mit Artmann im Gepäck - zu betrachten. Ironimus trägt sein gutes Teil dazu bei, denn seine mit spitzer und dennoch sympathischer Feder gezeichneten Karikaturen stellen eine hervorragende optische Ergänzung der Texte dar. (c) Eva Magin-Pelich -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Zorro, der Rächer aller Würstelmänner, der aufsässigen Kunden ein Z aus der Senftube aufspritzt; Frau Reißfleisch, die nichts mehr fürchtet, als dass ihr neuer Untermieter ein Menschenfresser oder anderer zwielichtiger Ausländer sein könnte; Herr Quarglschmitt, der nicht in den Ring steigen will, oder Herr Krabath mit seiner musikalischen Haar- und Bartpflege: Eine Schar skurriler Gestalten bevölkert die wunderbar grotesken Prosaminiaturen, in denen H.C. Artmann seiner Heimatstadt ein überzeugendes Denkmal setzte: Selten wurde das waschechte Wien lebendiger, selten wurden seine Klischees amüsanter heraufbeschworen und gleichzeitig entlarvt als in diesen phantastischen Alltagsszenen.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Es lebe die Burenwurst!!!! 22. Februar 2004
Von d_jazzman
Format:Gebundene Ausgabe
Für einen Außenstehenden würde das als eine Sammlung Wiener Alltagsgeschichten aussehen. Auf den ersten Blick nichts Aufregendes. Allerdings stammen diese Geschichten von jemanden, der das in dermaßen kräftige und viel sagende Worte umsetzen kann, dass aus der Trivialsten Szene ein spektakulärer Reichtum an Farben, Gerüchen und Gefühlen entsteht, und man wird sofort in eine Welt hineinversetzt, die bis jetzt nur „echten" Wienern vorenthalten war. Die Welt voller phantastischen Figuren und Charakteren, die eigentlich gar nicht so unwirklich sind, und ihre Schicksale, Begegnungen und Abenteuer sich nicht viel von den echten unterscheiden. Man taucht in eine Welt voller legendärer Plätze und Räume Wiens, wie die wunderschöne Hommage an Cafe Hawelka und die Geschichten rund um den Wiener Prater.
Dazu kommt das phantastische Sprachliche Talent des Dichters H.C.Artmann, der diese Szenen des Alltags gekonnt und treffsicher in Worte umfasst. Unglaublich schöne und mit wenigen Worten in ein gewaltiges Bild umgesetzte Beschreibungen, bestätigen die Begabung des Autors der eigentlich mit den Gedichteschreiben berühmt wurde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zeitlose Geschichten.. 12. Oktober 2009
Format:Broschiert
In seinem Buch Im Schatten der Burenwurst versucht der Autor H.C. Artmann mittels einiger Kurzgeschichten, dem Leser Wien und seine Menschen näher zu bringen. Was auf den ersten Blick wirkt wie eine zufällige Sammlung diverser Stücke ist auf den zweiten Blick ein liebevolles Werk über eine Stadt, ihre Kultur und ihre Bewohner.

In 36 kurzweiligen und durchaus zeitlosen Geschichten erzählt der Autor von der Stadt Wien und vor allem von den Eigenheiten der Einwohner. Es wird ein Streifzug durch den Prater, das Gänsehäufel und schließlich zum Cafe Hawelka.

Mit seinen Geschichten schafft es der Autor den Leser zum Lachen und zum Schmunzeln zu bringen. Es flucht doch kein Österreicher so schön wie ein Wiener. Wenn man dieses Buch liest hat man wirklich das Gefühl sich inmitten der schönen Hauptstadt zu befinden und die Bürger ein wenig zu beobachten wie sie ihrem Leben nachgehen.

Die Kurzgeschichten sind sehr einfach geschrieben, einzig bei den Stellen die in Mundart geschrieben sind könnte es bei manchen Lesern zu einigen Schwierigkeiten kommen. Trotz alledem würde ich dieses Buch wirklich jedem empfehlen, der einfach Lust auf kurzweilige und gute Unterhaltung hat.

Mein Fazit: Zeitlose Geschichten, die den Leser immer wieder amüsieren.
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Von weiser111
Format:Broschiert
"Wien, wie man es nicht kennt" -- in dem Genre gibt's ja vieles, und einiges davon gehört zum Allerbesten. Auch H.C. Artmanns "Im Schatten der Burenwurst" gebührt dort ein Ehrenplatz: 36 Momentaufnahmen, jede davon beleuchtet das mysteriöse Wien in diesem Wiener Alltagslicht, das etwas anders leuchtet als das Alltagslicht anderer Städte. In Wien hat nämlich alles seinen eigenwilligen Charakter, will mir scheinen -- keinen hochedlen Charakter freilich. Dieser Charakter hat Charme, aber er ist hinterfotzig, und seine Gemütlichkeit ist heimtückisch. Und wenn ein Herr Artmann, habe die Ehre, diesen Charakter in vielen kleinen Szenen festhält, dann wirken auch die skurrilsten Pointen und die Wienerischsten Details nicht wie an den Haaren herbeigezogen, im Gegenteil: Während man mit wachsender Begeisterung eine Erzählung nach der anderen liest und sich vorkommt wie weiland Hamilkar Schaß, dann denkt man sich: Doch, das könnte so passiert sein, das klingt echt -- gerade w e i l es so skurril ist. Egal, ob die "letzte Wahrsagemaschine der Welt" ironisch zu seinen Ehren kommt, oder das legendäre Café Hawelka zu seiner ehrwürdigen Ehre: Stimmungsbilder sind das ohne Zuckerguss, aber immer mit Schmäh. Dafür sorgt schon Artmanns virtuoser Umgang mit dem ungeschmirgelten Weanerisch, und das in verschiedenen Variationen: Von dem nüchternen Fazit "A so a Moped is do schlißlich kaa Elkawee. I habs no gwoand" bis zum polyglotten "Blies, du ju nau e student, his nem is Mohammed?" liest man hier alles Vorstellbare und Unvorstellbare; eine Art symphonische Verwendung des Weanerischen. Ein klein wenig G'spür sollten Sie freilich schon mitbringen, um die grandiosen Szenen richtig genießen zu können, und wenn Sie wissen, was das Gänsehäufel und die Marie waren und was z.B. Kren, Quargel, a Dreier oder das Gfrieß sind, dann sind Sie im Vorteil. Erstrecht, wenn Sie eine vage Vorstellung davon haben, was in gewissen Situationen von einem Krawutischen Urfavoritner zu erwarten ist. Und wenn Sie noch ein wenig Tschechisch können, dann ist Ihnen das Gekicher garantiert bei der Mitteilung, der Vogerlfanger heiße Ptacek. Keine Ahnung, welche Kronjuwelen nur echte Urfavoritner hier entdecken können, sofern sie lesen...

Aber die Sprachspielereien sind nur der Schmand obendrauf auf den Erzählungen, allerdings allerfeinster Schmand. Artmann beobachtet Wean und die Weaner quer durch die Viertel -- vor allem durch die Außenviertel, die man als Tourist eher selten zu sehen bekommt und in denen man all das, was Artmann zum Glück festgehalten hat, auch dann nicht sehen würde, wenn's einem vor den Augen vorgeführt würde: Einzigartige Gestalten, Momentaufnahmen. Artmann lässt sie ausführlich zu Wort kommen, und nicht nur die x verschiedenen Versionen des Lamento in der Weaner-Variante sind einfach genial: "Waun aner amoe zum Sauffn aufangt, daun is da Karakta tschäuli. Gem S ma no a Sechzentl, Frau Marosch!".
Wie die Momentaufnahmen, so auch die vielen verschiedenen Wiener. Oft sind das nicht die allersympathischsten, in ihrer Rede liefern sie mitunter gnadenlose Selbstporträts ab und schwadronieren ganz unbedarft von "dem Krowodn seim Voeksempfenga" -- aber die Szenen! Hat man die gelesen und sich das alles möglichst detailliert illustriert vorgestellt, dann verzeiht man's ihnen halt doch. Der Herr Schaffranek, der "ruchlose Bigamist im Geiste", der jede Woche maßgeschneiderte Liebes... pardon: Geschäftsbriefe an 895 (in Worten: achthundertfünfundneunzig) "Mädchen, Frauen und Witwen" schreibt, ist noch vergleichsweise harmlos. Und dazwischen kommen immer wieder tragische Gestalten zum Vorschein, ergreifend fürwahr -- aber auf Wiener Art ergreifend, so z.B. der ehemalige Erste Geiger in Bad Tatzmannsdorf.

Wie gesagt: All diese kurzen Erzählungen sind nicht vordergründig witzig, fordern niemals diesen Schenkelklopferhumor heraus. Ihr Witz hat doppelten, wenn nicht sogar dreifachen Boden, und der scharfe Blick verhindert keineswegs eine ständig auf der Lauer liegende Melancholie, der andere ständige Begleiter dieser Erzählungen. Wenn Artmann diese allgegenwärtige Melancholie in Worte fasst, dann will ich den Leser sehen, den Sätze wie diese nicht mitnimmt: "Der Abend kriecht langsam aus den Haberfeldern. Über dem Mödlinger Horizont schwimmt wie ein unendlich ferner, milchiger Mopedscheinwerfer der Abendstern dieses Tages."
Lauter Prachtstücke aus dem Kronschatz des Weaner Alltag hat sich der Herr Artmann da vorgeknöpft, und vor allem: Ihm ist kein Detail entgangen beim Beobachten, und er hat haargenau die richtigen Worte für all diese feinen und feinsten Details parat gehabt, ohne dass das je gekünstelt wirkt.
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