Unabhängig von Inhalt Umfang, Sinn und Unsinn des Buches stellt sich beim Lesen zunächst ein großes Problem. Sprechen wir rein vom Schreibstil. Sicherlich kann in der Übersetzung da einiges daneben gegangen sein, allerdings hat der Übersetzer höchst selbst noch ein Personenregister und ein Glossar mit den wichtigsten filmtechnischen Grundbegriffen angefügt (das nebenbei fast 1/4 des Buches ausmacht)...folglich glaube ich, daß da in der Übersetzung noch gerettet wurde, was zu retten war. Das Buch selbst ist erschreckend langweilig, ohne vernünftigen roten Faden und ohne jegliche nachvollziehbare Struktur runtergetippt.
Zum Inhalt selbst: man stelle sich eine Excell-Tabelle vor. 1.Spalte: Orginaltitel, 2.Spalte: Deutsche/Englischer Titel, 3.Spalte: Regie, 4.Spalte: Produktionsstudio, 5.Spalte: Darsteller, 6.Spalte: Produktionsjahr. Jetzt stelle man sich den ganzen Informationswust einfach in zwei Sätzen ausformuliert vor. Zusammengehalten werden diese Kurzabhandlungen mit einem Brückensatz bestehend aus verwirrenden Querverweisen, inhaltslosen Eigenkommentaren und Aufzählung weiterer wichtiger Filme des jeweiligen Studios/Regisseurs/Darstellers. Wenigstens ist die Auswahl der Themen in Ordnung, auch wenn ich persönlich etwas andere Schwerpunkte gesetzt hätte.
Des weiteren weiß ich auch nicht, für wen das Buch eigentlich geschrieben sein soll. Ich selbst maße mir mal an, von mir behaupten zu können, daß ich mich mitlerweile sehr gut mit dem Japanfilm auskenne. Die Infos die ich erhalte sind entweder irrelevant, komplett überflüssig, zu unübersichtlich, oder in Teilen schlichtweg so eigentlich nicht richtig (wohlgemerkt: MEINER Meinung nach nicht richtig...was jetzt nicht unbedingt was heißen soll). Für einen durch Miike, Kitano oder den Ringu-Grampf aufgeschreckten Neuinteressierten dürfte eben das "Excell-Sytem" tödlich ein...er wird zugeschissen mit Namen, Daten und Begebenheiten, mit denen er nichts anfangen können wird.
Außerdem fällt die unterschiedliche Qualität auf. Bis in die 60iger/70iger trifft das oben erwähnte leider voll und ganz zu. Danach wird es plötzlich augenscheinlich fundierter, ausführlicher und besser. Was mich eben zu der Bezeichnung "Studienarbeit" führt. Die ersten Jahre wurden kommentarlos von irgendwo übernommen, vom Rest hatte der Autor bereits Ahnung oder hat sich mehr dafür interessiert, folglich sind die akzeptabel.
Mit viel Wohlwollen und zugedrücktem Auge vielleicht noch 3 Sterne. Hauptsächlich wegen der 2 Glossare, die immerhin die Bezeichnung Nachschlagewerk einigermaßen rechtfertigen. Wohlgemerkt: die sind nicht vom Autor, sondern vom Übersetzer...