Es wurde an verschiedenen Stellen angegeben, dass dieses Buch einen besonders guten Überblick über die Familie Mann darstelle - das ist wahr, ansonsten aber kann ich an dem Buch wenig Gutes finden. Marianne Krüll schreibt sehr klar und verständlich (auf der sprachlichen Ebene) - inhaltlich ist jedoch vieles ziemlich verworren und mutet teilweise wie ein psychologisch abstruser Trivialroman an. Die Verstrickungen, die die Autorin überall sehen will, kann ich manchmal beim besten Willen nicht erkennen. Sie ist ganz süchtig nach diesem Netz, das sie zu sehen glaubt, und beschwört es ständig wie einen Geist herauf, dass es schon fast okkult anmutet. Dieser verzweifelte Wunsch, in allem eine logische Folge von Familienverwicklungen zu sehen, wirkte auf mich doch allzu unseriös. - Der Ansatz des Buches ist interessant, aber leider eben schlecht ausgeführt. Die Behauptung, dass Heinrich Mann mit seinen Werken die eigene Schwester Carla in den Selbstmord getrieben habe, wirkt einfach nur störend, ebenso wie der häufige Gebrauch des "Verführens", welcher alles dramatisiert und merkwürdig lüstern darstellt - wodurch leider einige interessante Ideen es Buches verblassen. Als Einstieg in die Familie Mann durchaus empfehlenswert, ansonsten sollte man eher die Finger davon lassen.