"Im Netz der Nachricht" gibt nicht nur einen fundierten und sehr aktuellen Einblick in die Anforderungen der Unternehmenskommunikation, sondern liefert gleichzeitig eine aufschlussreiche Milieubeschreibung. Erfreulich ist dabei die gelungene Balance zwischen vermitteltem Fachwissen und unterhaltsamer, spannender Erzählung. Beeindruckend ist nicht nur, dass Fachwissen fast wie nebenbei beim Lesen "hängenbleibt" und man auf die Mühsal des "Studierens" von Fachliteratur verzichten kann (gilt auch für den Anhang im klassischeren Fachbuch-Sinn), sondern auch, dass dies in einer teils literarischen, schönen Sprache geschieht (schade nur, dass das Lektorat dieser nicht immer ganz mächtig ist). Das Buch nimmt die LeserIn nicht nur als Kommunikationsprofi sondern auch als Individuum und Mensch ernst. Dr. Kanter, Vanessa Brandmaier, Klaus Biber oder Marion Weihrater sind nicht nur Romanfiguren, die "der Nachricht" Gehalt einhauchen und im Konkurrenzkampf "die Newsroomstrategie" sinnhaft und fachlich fundiert zum Leben erwecken, sie sind - und das ist eine große Leistung des Buchs - gleichzeitig Verkörperung der unterschiedlichen (teils grausamen, teils rührenden) Charaktere - einer im Buch fast soziologisch analysierten - Medienwelt. Als akademisch gebildete, am Thema interessierte Leserin mit Freude an hochwertiger, unterhaltender Literatur habe ich die Lektüre (abseits des Ärgernisses einiger - wenn auch vereinzelt amüsanter - Lektoratsfehler) äußerst genossen. Dabei hat das Buch nicht nur mein Fachwissen erweitert sondern mir - wie nebenbei - einen spannenden Einblick in andere unternehmerische Kommunikationswelten ermöglicht.