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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Vergnügliche, ansprechende Lektüre mit makabren Krimielementen,
Von Roland Freisitzer "freisitzer" (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Im Namen des Schweins: Roman (Taschenbuch)
Pablo Tussets zweiter Roman, "Im Namen des Schweins" beginnt mit einem Prolog, in dem, fast klischeehaft, ein etwas nörgelnder, knapp vor der Pensionierung stehender Hauptkommissar aushilfsweise zum Tatort eines abstrusen Mordfalls in ein kleines Bergdorf gerufen wird. Das nach allen Regeln des Schweinezerlegens in viele Stücke zerlegte Opfer ist eine eher schwergewichtige Frau, die noch dazu eine Botschaft zwischen den Zähnen hat.Die Botschaft lautet: "Im Namen des Schweins" Nach kurzen Ermittlungen im Ort wird der Fall an jüngere Kollegen weitergegeben. Hauptkommissar Pujol verfolgt die Sache nur nebenbei. In abwechselnden Kapiteln beschäftigt sich Pablo Tusset einerseits mit dem Hauptkommissar und seiner Frau, der bevorstehenden Pensionierung und der aufkeimenden Leidenschaft des Kommissars für Popmusik, sowie der Zeichnung der liebevollen Beziehung des Kommissars mit seiner Frau. Der Mordfall bleibt für Pujol nur Nebenbeschäftigung. Andererseits beschäftigt sich Tusset mit dem 43-jährigen spanischen Kommissar T, der ein Jahr Pause von der Mordkommission in den USA machen will. Er trifft die junge Suzanna, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. T ist quasi Ziehkind, oder Wahlsohn des Kommissars Pujol. Seine Annährungsversuche verlaufen positiv und zwischen T und Suzanna entwickelt sich eine schüchterne Romanze. Und so plätschert der Roman, nur am Rande mit einem Krimi verwandt, vermeintlich locker leicht dahin... Wären da nicht gewisse Momente, die, beim ersten Mal kommt es sehr unerwartet, so unerwartet, dass man die Szene noch einmal liest, um sich zu vergewissern, dass man richtig gelesen hat, die die sonnige Stimmung trüben. Dann überschlagen sich die Ereignisse kurz und man wird als Leser dazu animiert, möglicherweise voreilige Schlüsse zu ziehen. Etwas später geht T, frühzeitig aus den USA zurück in der Mordkommission Barcelona, nun als P getarnt, in das kleine Dorf, um dort als verdeckter Ermittler einen Schriftsteller zu mimen. Skurrile, fast überzeichnete Figuren dominieren hier das Geschehen. Eine Dorfgemeinschaft, in die niemand wirklich Zutritt hat, der nicht hier geboren wäre. Ts, bzw. Ps Jekyll & Hyde Syndrom hat auch hier seine, nun häufiger werdenden Auftritte. Am Ende ist vieles anders als erwartet, mancher verlässt überraschender- bzw. auch unnötigerweise als Unfallopfer die Bühne, manche tauchen wieder unverhofft auf, während Pablo Tusset am Ende mit einem schelmischen Augenzwinkern bewusst alle Erklärungen offen lässt und somit dem Leser keine Lösungen anbietet. Eigentlich eine konsequente Folge des permanent am Krimi entlangschrammenden Nichtkrimis, denn "Im Namen des Schweins" ist vieles, aber sicherlich kein Krimi. Einzige negative Anmerkung: Pablo Tusset passieren leider einige Unstimmigkeiten im zeitlichen Ablauf, die dann doch etwas irritieren. Ein paar Beispiele: Während der Frühling in New York Ausgangspunkt des Romans war, schneit und friert es im winterlichen spanischen Bergdorf (da müsste es eigentlich Juni/Juli/August sein), um dann eben am 11.09.2001 anzukommen. Zu diesem Zeitpunkt bezahlt man in "Im Namen des Schweins" in Pablo Tussets Barcelona auch schon längst in Euro (der ja erst im Januar 2002 eingeführt wurde)... Fazit: "Im Namen des Schweins" ist vergnügliche, ansprechende Lektüre mit makabren Krimielementen. Wer sich einen spannenden Krimi erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Wer keinen Krimi erwartet und sich nicht an den kleinen Unstimmigkeiten stößt, wird dieses Buch vermutlich genießen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das ist ja gar kein Krimi ...,
Von Karin (Sankt Augustin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Im Namen des Schweins: Roman (Taschenbuch)
Gut, Am Anfang gibt es eine Frauenleiche von 110kg, die in einem Schlachthof fachgerecht gebrüht, enthaart, ausgeweidet und dann in Einzelteile zerlegt wurde. Am Ende wird auch jemand als Mörder festgenommen, jedoch erfährt der Leser nie die Gründe für den Mord oder welche Indizien zur Überführung führten.Wäre es ein Krimi, wäre das doof. Aber es ist ja kein Krimi. Pablo Tusset ist für mich ein leidenschaftlicher Erzähler. Zwischen dem Mord und der Aufklärung, liegen viele hunderte Seiten leidenschaftlicher Erzählung, die sich um 2 Personen dreht: Kommissar Pujol, der noch im Buch in Rente geht, läßt mich oft schmunzeln, wenn er z.B. Musikkassetten kaufen möchte und erlebt, dass es das Zeitalter der CDs bereits gibt und oft lese ich mit fast zärtlichem Blick weiter, wenn der Autor den Kommissar und seine Ehefrau beschreibt, deren zärtliche Beziehung und unendliche Liebe, ihren Alltag von Fleischbällchen in Mandelsauce über Autokauf zu Baden am Strand. Die andere Hauptfigur ist der Ziehsohn des Kommissars, ebenfalls bei der Polizei, anhand dessen Person der Autor eine moderne Dr. Jekyll und Mr. Hide Geschichte erzählt, die wunderbar erzählt ist. Ich stelle mir den Autor vor, wie er den gazen Tag in Cafes sitzt und Menschen beobachtet, da er so wunderbar erzählt. Er beschreibt Details und arbeitet heraus wie wichtig Belanglosigkeiten für einen Menschen und auch dessen Leben sein können, dass es mich schlichtweg begeistert. Der erste Spanier dessen Buch ich zuende gelesen habe. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"Im Namen des Schweins",
Von
Rezension bezieht sich auf: Im Namen des Schweins: Roman (Taschenbuch)
"Ein Buch mit einem solchen Titel kann nicht schlecht sein", dachte ich mir, als ich in der Buchhandlung meines Vertrauens über Pablo Tussets Roman stolperte, und ich wurde nicht enttäuscht!!Der Roman beginnt ganz krimi-konventionell mit einem Mord - aber was für einem! Eine übergewichtige Frau wird nach "allen Regeln der Kunst" im Schlachthof eines entlegenen Dorfes wie ein Schwein in ihre Einzelteile zerlegt. Es gibt keine Hinweise auf die Identität des Opfers, keine Hinweise auf die möglichen Täter, ebenso gibt es keine Spuren am Tatort. Im Mund der Frau findet man einen Zettel, auf dem "Im Namen des Schweins" steht. Ausgehend von dieser Gewalttat entwickelt sich der Roman nicht krimigewohnt, sondern wird vielmehr zu einer packenden Studie seiner zwei Hauptprotagonisten, dem vor der Pensionierung stehenden Kommissar Jose Maria Pujol sowie einem zu Anfang nicht richtig einzuordnenden, eher mysteriösen T. Dieser T. entpuppt sich als der Ziehsohn von Pujol und ist ein verdeckter Ermittler und Spezialist für Kapitalverbrechen. Die Ausgangssituation ist vorhanden, und das Szenario wäre bereit für einen irren Serienkiller oder ähnliches, was sich zu Dutzenden in diesem Genre tummelt. Aber Tusset wendet sich ziemlich abrupt vom Schlachthof ab und widmet sein Interesse lieber dem Privatleben von Pujol und dessen Ziehsohn Thomas. Und wie er das macht, erachte ich als hohe Schreibkunst und das gefällt mir ausgezeichnet. Diese zwei Figuren kriegen Profil, wobei sich Pujol als sympathischer Mensch entpuppt, der durch den Fakt der Pensionierung dran ist, seinem Leben und der Beziehung zu seiner Frau einen neuen Touch zu geben. Wie Tusset das beschreibt ist voller Wärme und Menschlichkeit, berührend, zärtlich und entbehrt nicht einer gewissen Komik. Leider lesen wir schon früh, dass Tusset den Roman seinem Helden Pujol widmet mit dem Hinweis, dass er ihn umgebracht habe.... Wie das vonstatten geht, ist überhaupt nicht spektakulär, findet so jeden Tag tausende Male statt, und hat mich gerade in seiner Alltäglichkeit und mit der intensiven Beschreibung eben dieses Endes stark getroffen. Die zweite Hauptfigur, Thomas, legt einen ganz anderen Weg zurück. Sein erster "Aussetzer" in New York kommt plötzlich und unerwartet, und ich musste die Szene nochmals lesen, um sicher zu sein, dass ich richtig gelesen hatte. Hier begegnen wir einer Neuinterpretation von Dr. Jekyll und Mr. Hide und diese Begegnung ist absolut packend und man fühlt sich von der Figur abgestossen und angezogen gleichzeitig. Dieser Thomas wird als verdeckter Ermittler in das Dorf geschickt und was ihm dort widerfährt.... erzähle ich nicht sondern soll selber erlesen werden!! "Im Namen des Schweins" ist im besten Sinne so schräg wie der Titel des Romans. Und hier ist mal kein deutscher Übersetzer "schuld" sondern das Buch heisst auch im Original so. Personenstudie, Thriller, Groteske, doppelte Böden, falsche Fährten, Ironie und grossartiges, erzählerisches Geschick machen aus "Im Namen des Schweines" einen fesselnden und rätselhaften Roman, der, wie schon eingangs erwähnt, viel mehr als ein Krimi ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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