Grace hat sich mit Mary Kate und Jack, der inzwischen bei ihr lebt, auf den Weg nach San Francisco gemacht, um mit Kapitän Reinders eine Vernunftehe einzugehen. Als sie dort ankommt, ist nicht nur Mary Kate schwer erkrankt und muss ins Krankenhaus, Grace erfährt ausserdem, dass Reinders noch auf See ist und man nicht weiss, wann er zurück kommt. Sie hinterlässt zwar eine Nachricht bei dem abweisendem Butler der Darmstadts und von Reinders, ist aber in der Zwischenzeit in der Stadt der rauhen Gold- und Glückssucher völlig auf sich selbst gestellt. Glücklicherweise bietet ihr Mary Kates behandelnder Arzt Doktor Wakefield bald eine Stellung als Köchin an. Er lebt zusammen mit seiner vermeintlich geistig umnachteten Schwester und einer bärbeissigen Haushälterin. Um den Zustand von Wakefields Schwester und dessen Ursache ranken sich seltsame Gerüchte. Obwohl Grace Reinders heiraten will, trauert sie eigentlich immer noch um Morgan. Schliesslich ist sie auf der Suche nach ihrem Bruder Sean, der wohl mit einem Treck der Mormonen Richtung Utah unterwegs ist....
"Im Licht des Morgens" spielt vier Jahre nach dem zweiten Band dieser Trilogie und besteht im wesentlichen aus vier verschiedenen Erzählsträngen - die in den ersten beiden Bänden lieb gewonnenen Protagonisten erzählen jeweils aus ihrer Sichtweise. Der Zeitraum der vorhergehenden Jahre wird zwar nur kurz umrissen, aber das hat für mich der Spannung keinen Abbruch getan. Ann Moores Charaktere sind einfach wunderbar gezeichnet hat das Lebend in der aufstrebenden Goldgräberstadt so plastisch beschrieben, dass man meint, man laufe selber über die über den Schlamm gelegten Holzbohlen oder befände sich selbst in einem Pfandhaus, um dort für eine Opiumpfeife Schmuck o.ä. zu versetzen. Wie auch schon in den beiden Vorgängern spielt hier wieder die Frage nach der Menschenwürde eine grosse Rolle. Moore bzw. die Protagonisten beziehen u.a. Stellung zur verschiedenen Formen der Sklaverei, der Behandlung von Einwanderern etc. Ich habe einfach mit Grace gelitten, ihre Freude geteilt und mich mit ihr gesorgt.
Auch "Quereinsteiger" können mit diesem dritten Band beginnen, weil Moore immer wieder kurz Bezug auf die vorhergehenden Bände nimmt. Aber wenn Sie das täten, würden Sie sich selbst eines grossen Lesevergnügens berauben!
Das Ende erschien mir zwar ein klein wenig zu schön gefärbt, bedeutet aber für mich trotzdem keinen Sternabzug, weil mir die Gracelin O'Malley-Trilogie einfach sagenhaft gut gefallen hat!
Auch der dritte Band ist wieder eine unheimlich gelungene Mischung aus Fakten und Fiktion. Lohnt sich auf jeden Fall , insbesondere auch für FreundInnen der "Teerose" von Jennifer Donnelly.