der kanadier bruce kirkby und 2 freunde versuchen die rubb al khali (das leere viertel), eine der größten und heißesten wüsten der erde, zu durchqueren. sie haben sich als vorbild den britischen reisenden wilfred thesiger als vorbild gewählt und wollen seine reiseroute aus den 40er jahren des 20.jahrhunderts nachvollziehen und zwar so wie er - auf dem rücken von kamelen und mit einer ausstattung, die auf das nötigste beschränkt ist.
das ergebnis ist ein recht interessanter reisebericht, der dem leser zunächst die schwierigkeiten der reisevorbereitungen vermittelt, der die schönen und weniger schönen seiten der reise selbst beschreibt, der von der schönheit und ruhe der wüste schwärmt und der einen einblick in das moderne leben der heutigen beduinen in einigen der reichsten staaten der welt ermöglicht.
der autor betont am ende der gemeinsamen reise, daß ihm die einsamkeit und die kameradschaft des teams fehlen. aber gerade von letzterer war während der reise oft wenig zu spüren. ich hab mir beim lesen manchmal gedacht, daß ich so nicht reisen möchte.
die ganze reise ist nämlich von teilweise erheblichen spannungen der drei kanadier untereinander und der kanadier mit den begleitenden beduinen geprägt. da spielen falsche erwartungen eine rolle, falsche maßstäbe wurden gesetzt und die mentalität der beduinen viel zu wenig von vornherein bedacht - sei es, wenn es um die kamele geht oder zb. bei einem völlig konkträren verständnis von und für zeit und auch die veränderungen der beduinen selbst, deren leben sich seit den 40er jahren gewaltig verändert hat, waren nicht eingeplant.
und gerade darin liegt letztendlich die erkenntnis der 3 reisekameraden: die zeit kann nie - mit welchen bemühungen auch immer - zurückgedreht werden. eine reise wie zu thesigers zeiten kann heute nicht mehr so nachvollzogen und wiederholt werden, wie damals.
da ich selbst auch ein fan von sir wilfred thesiger bin, war für mich auch lesenswert, wie er heute lebt und wie es ihm geht, denn bruce kirkby besucht ihn mehrfach und läßt den leser teilhaben an den begegnungen. sir wilfred gilt heute vielen als der letzte große - noch lebende - reisende unserer zeit.
wer sich für wüstentrekking interessiert, findet hier interessante denkanstöße und sollte dieses buch lesen, um so mehr, als der kurzweilige erzählstil und die fotos die sache rund machen.