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Im Kielwasser: Roman Gebundene Ausgabe – 29. Januar 2007


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 2 (3. Februar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446208674
  • ISBN-13: 978-3446208674
  • Originaltitel: I Kjølvannet
  • Größe und/oder Gewicht: 13,3 x 2,1 x 21 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 228.825 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Per Petterson, 1952 in Oslo geboren, ist ausgebildeter Bibliothekar und arbeitete als Buchhändler und Übersetzer, bevor er sich als Schriftsteller etablierte. Im Fischer Taschenbuch sind von ihm ›Sehnsucht nach Sibirien‹ (Bd. 14399) sowie ›Pferde stehlen‹ (Bd. 17518) erschienen. Für ›Pferde stehlen‹ wurde Petterson mit dem renommierten ›Independent Foreign Fiction Prize‹ und dem IMPAC-Literaturpreis ausgezeichnet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Auf dem Heimweg mache ich einen Abstecher in den Konsum und kaufe die Sachen, die ich gestern nicht gekauft habe. Ich komme gerade noch rechtzeitig, bevor er schließt, und ich kaufe etwas mehr, als ich strenggenommen brauche, und dann gehe ich den Fußweg hinauf mit der Tüte in der Hand. Es ist jetzt bewölkt und wieder kälter, aber nicht so kalt. Vor dem Block ist es menschenleer. Drinnen hole ich die Post aus dem Briefkasten hinter der Treppe, und als ich zu meiner Wohnung komme, steht Naim Hajo, der Kurde aus dem zweiten Stock, vor meiner Tür und klingelt. Unter dem Arm hat er ein Buch. »Hei«, sage ich, und er sagt: »Hei«, und lächelt, und ich schließe auf, drücke die Tür auf und verbeuge mich leicht mit einer einladenden Handbewegung. Mein Arm zittert, und ich weiß nicht, warum. Wohl weil ich wieder vergessen habe zu essen. Es entgeht ihm nicht. »Herein«, sage ich. Er tritt tatsächlich über die Schwelle, doch dann bleibt er stehen und betrachtet all die kleinen Glassplitter, ein glänzender Teppich, bis zur Wohnzimmertür, und er sieht mich an und macht ein ernstes Gesicht. Er zeigt mit fragendem Gesichtsausdruck auf den Boden. »That's nothing«, sage ich. Er sieht aus, als verstünde er, was ich sage, und er sieht aus, als stimmte er mir nicht zu. Vielleicht hat er Basho gelesen. Er schüttelt den Kopf und sagt: »Problem.« Einfach so. Und dann zeigt er auf mich und nicht auf mein Gesicht, sondern mehr dorthin, wo mein Herz sitzt. Ich überlege, ob ich ein Problem in der Gegend habe, aber ich habe keine Probleme, die ich ihm erklären könnte, nicht in der Sprache, die wir gemeinsam haben. Was ich habe, ist ein kaputter Spiegel. Aber ich merke, wie ich mich darüber freue, daß er Anteil nimmt. Außerdem ist er jetzt bei drei Wörtern angelangt. Das stimmt mich beinahe heiter. »One moment«, sage ich und halte ihn mit den Händen zurück. Ich hole einen Besen und eine Schaufel und fege uns einen Weg durch die Glasscherben von der Wohnungstür zum Wohnzimmer, und ich winke ihn herein. »Come on«, sage ich. »Kaffee«, frage ich, und er lächelt, versteht das Wort problemlos und folgt mir in die Küche. Ich zeige mit der Hand auf einen der Stühle, und er setzt sich und holt das Buch unter dem Arm hervor und legt es auf den Tisch direkt vor die Messingschale. Die Schale glänzt frisch geputzt im Licht des Fensters. Ich kann sehen, daß es ihn freut. Ich hole die Waren aus der Einkaufstüte, verteile sie auf der Arbeitsplatte und mache einen extrastarken Kaffee von Co-ops Grünem aus Mangel an etwas Orientalischerem, so, wie ich glaube, daß er ihn gerne trinkt. Zum Glück liegt eine frische Decke auf dem Tisch, und ich verteile Tassen und Untertassen und Kuchenteller darauf, vom gleichen Service, dem schönsten, das ich habe, ich habe es von meiner Mutter geerbt, die es aus Dänemark mitgebracht hat, irgendwann um neunzehnhundertfünfzig. Plötzlich ist es wichtig, wie alles aussieht, daß alles ordentlich ist und daß er das versteht, denn in seinem Teil der Welt ist das Kaffeetrinken mehr als eine halbvolle Kanne, die man mit auf den Balkon nimmt. Ich bin schließlich nicht ganz ungebildet. Ich gieße Milch in ein kleines Kännchen, gebe Zucker in ein passendes Döschen und finde zwei Kaffeelöffel, die tatsächlich aus Silber sind. Ich hole Haferkekse aus der Einkaufstüte, öffne die Packung, nehme eine passende Menge heraus, bestreiche sie mit Butter und lege sie in einen kleinen Korb, den eine zurückgelassen hat, die früher hier gewohnt hat, und einen Augenblick lang überlege ich, ob ich ein paar Kerzen anzünden soll. Aber ich habe keine Kerzen, und außerdem ist es mitten am Tag, und mit Kerzen sähe es vielleicht aus wie ein Rendezvous. Als alles fertig ist, setze ich mich hin und gieße Kaffee in seine Tasse und warte, bis er Zucker genommen, ihn mit dem Löffel umgerührt hat und den ersten Schluck trinkt. Er nickt und lächelt. Es ist richtig guter Kaffee, will er damit sagen, und ich fülle meine eigene Tasse und probiere ihn vorsichtig. »Ein bißchen zu stark für meinen Geschmack«, sage ich, »aber ich bin Norweger, nicht wahr«, und er hört aufmerksam hin, ob er versteht, was ich sage, oder nicht, und ich nehme einen Keks, und er nimmt einen Keks, und wir kauen und trinken Kaffee und sagen eine Weile nichts, und dann erinnere ich mich an den Traum mit dem Haus, in dem ich mit meinem Vater war, daß sie hinter mir her waren und daß er mir herausgeholfen hat, bevor es zu spät war. Ich frage: »Lebt Ihr Vater noch?« und dann warte ich ein wenig und sage: »Mein Vater ist tot.« Was auch nicht weiter merkwürdig ist, er wäre jetzt über achtzig und vielleicht ohnehin nicht mehr am Leben, unabhängig von dem, was geschehen ist. Es ist ja eigentlich viel schlimmer für die anderen. Aber das Merkwürdige ist, daß ich sechs Jahre gebraucht habe, um zu begreifen, daß es unerträglich ist. »Können Sie das begreifen?« frage ich und schüttele den Kopf, und er zeigt auf mich und sagt: »Problem«, und dieses Mal leugne ich es nicht. Wenn du nachts nackt durch die Diele läufst und einen Spiegel zu Pulver zermalmst, einfach so, dann hast du ein kleines Problem, das versteht sich von selbst. Ich nicke und gestehe es offen ein, und er zeigt auf sein eigenes Herz. »Problem«, sagt er erneut. Und das kann ich verstehen. Er befindet sich mehrere tausend Kilometer von dem Ort entfernt, an dem er die meiste Zeit seines Lebens verbracht hat, und vielleicht hat er einen Vater in einem Dorf im Norden Iraks, den er nie wiedersehen wird, oder der Vater ist tot, und irgend jemand hat ihn umgebracht, und dann kommt er hierher, und das erste Wort, das er lernt, ist danke und das dritte ist Problem. Da hilft ihm das hei in der Mitte nicht viel. Ich nicke erneut. »Ich habe Sie in der Nacht gesehen«, sage ich. Er legt den Kopf schief und sieht mich fragend an, und da lege ich das Gesicht in die Hände und wiege den Körper vor und zurück, und während ich das tue, merke ich, daß dies vielleicht zu weit geht. Ich sehe vorsichtig auf. Seine Augen glänzen, und er streicht mit den Fingern über den Schnurrbart, immer wieder, aber er nickt. Ganz schwach. Ich beeile mich, ihm nachzuschenken, und halte ihm den Korb mit den Keksen hin. Er ist höflich und bedient sich und nimmt einen Schluck Kaffee, und dann legt er die Hand auf das Buch und schiebt es zu mir herüber und öffnet die Hand. Ich soll noch ein Geschenk erhalten. Das ist fast zuviel. Ich drehe es um und sehe, daß es Memed, mein Falke von Ya¸sar Kemal ist. In englischer Ausgabe: Memed, my hawk. Ich erinnere mich gut daran, daß ich es vor fünfzehn Jahren gelesen habe. Erinnere mich an den Stuhl, auf dem ich gesessen habe, und die Farbe der Gardinen und die Farbe der Wände in der Wohnung in Bjølsen, wo ich damals gewohnt habe, und das Brummen des Busses auf dem Weg in den Kreisverkehr direkt vor dem Fenster und die Bremsen an der Haltestelle und die Türen, wenn sie aufgingen. Erinnere mich an die irische Musik, die ich jeden Tag hörte, die sich für immer mit den brennenden Disteln der Chukorova-Ebene vermischte, und an Memeds Strümpfe, die seine Freundin in einem ganz bestimmten Muster strickte, das nur für ihn gedacht war. Und ich erinnere mich, von wem ich das Buch bekam, und daß ich fragte, ob sie mir ein solches Paar Strümpfe stricken könnte. Und sie tat es, so gut sie konnte, nach der Beschreibung, die Kemal gegeben hat. Und plötzlich ist ihr Gesicht wieder da und all die Jahre, die ich dieses Gesicht gesehen habe, und ihr Geruch und die Art, wie sie ging, und die Art, wie sie sich durch die Haare fuhr, um sie aus den Augen zu entfernen, und dann wieder das Gesicht, wie es auf der Entbindungsstation aussah, die zwei Male, die ich vor dem Bett kniete, und noch einmal wie es am Ende war, verzerrt und wütend, und es beginnt mit einem Mal im Hals zu brennen. Ich räuspere mich mit aller Kraft, stehe auf, ergreife seine Hand und sage: »Danke« und räuspere mich noch einmal. »Einen Augenblick«, sage ich und lege das Buch weg, stehe vom Tisch auf und gehe durch das Wohnzimmer zum...

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Winfried Stanzick am 20. März 2007
Format: Gebundene Ausgabe
Mit seinem wunderbaren Roman Pferde stehlen" wurde Per Petterson 2006, besonders nach der Empfehlung Elke Heidenreichs im ZDF, auf einen Schlag in Deutschland bekannt.

Sein schon 1999 bei Hanser erschienenes Debüt Sehnsucht nach Sibirien" hätte dazu mindestens genauso viel Anlass gegeben, doch es blieb leider bisher fast unbekannt.

Im Sog des Erfolgstitels des letzten Jahres legt man nun bei Hanser Pettersons zweiten Roman aus dem Jahre 2000 vor. In Im Kielwasser" beschreibt er, stark autobiographisch geprägt, die Geschichte des 43-jährigen Schriftstellers Arvid, der schreibend seinem Leben nachdenkt und es so - wie sollte es auch anders gehen ? - aus einer lang schon andauernden Krise herausführt.

Sechs Jahre ist es schon her, dass Arvids Vater zusammen mit seiner Frau und Arvids beiden kleinen Brüdern bei einem Schiffsbrand ums Leben kam. Dass der Vater, 78 - jährig, zu diesem Zeitpunkt schon schwer an Krebs erkrankt war, mildert den Schmerz und den Schock kein bisschen.

Arvids älterer Bruder ist der einzige, der ihm von der Familie geblieben ist, doch Arvids Trauer verbaut ihm lange den Weg, um zu seinem Bruder eine Beziehung aufzubauen. Indem er Stück für Stück sich in die Geschichte seiner Familie vortastet, indem er schreibend, um sein Leben schreibend, Schicht um Schicht dieser Geschichte und der mit ihr verbundenen Personen freilegt, kommt er zu erstaunlichen, ihn befreienden und seine Trauer auflösenden Erkenntnissen über seinen Vater.

Ein außergewöhnliches, persönliches Buch eines außergewöhnlichen und begnadeten Erzählers mit einer wunderbaren und poetischen Sprachmacht.

Ich kann es nur empfehlen. Und: wer Sehnsucht nach Sibirien" noch nicht gelesen hat, sollte es schnellstens nachholen. Es lohnt sich.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Mitternachtsleser am 5. Mai 2010
Format: Gebundene Ausgabe
Lange Zeit stand dieses Buch in meinem Bücherschrank, ungelesen, viele Male herausgezogen und wieder zurück gestellt: Ein Buch über den Unfalltod von Mutter, Vater und Brüdern von einem Autor, dem dies selbst widerfahren ist! Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass man so etwas schriftstellerisch verarbeiten kann, ohne dass man dabei - und damit auch der Leser - vom Schmerz übermannt wird.

Aber dann habe ich es doch gelesen und bedaure es zutiefst... solange damit gezögert zu haben: Nach dem überragenden "Pferde stehlen" ein weiteres Glanzstück des begnadeten Erzählers Petterson!

Zum Inhalt: Arvid, ein mäßig erfolgreicher Schriftsteller, verliert bei einem Schiffsunglück seine Familie, bis auf seinen älteren Bruder. Durch diese unerwartete Zäsur in seinem Leben gerät er vollends aus der seelischen Balance. Die Bilder des Unglücks - reale aus Fernseh- und Zeitungsberichten, sowie die Bilder seiner Phantasie - drängen sich machtvoll in sein Leben und lassen einen geordneten Alltag kaum mehr zu. Hinzu kommen Schuldgefühle: auch Arvid hätte auf dem Schiff sein sollen.

Der Protagonist taumelt seitdem ziellos durch den Alltag, sein Verhalten wird dabei zunehmend sonderbar. Die einzigen menschlichen Kontakte bestehen - außer zu seinem Bruder - in einseitigen "Gesprächen" mit einem kurdischen Nachbarn, der allerdings die Sprache nicht beherrscht und zu einer alleinerziehenden Nachbarin, die auf diese Weise gemeinsam der Einsamkeit entkommen wollen.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Andreas Gryphius am 28. Juni 2007
Format: Gebundene Ausgabe
Per Petterson, 1952 in Oslo geboren, hat sich mit "Pferde stehlen" in die Weltelite vorgeschrieben. Verlage nutzen den Sog der Bekanntheit, um ältere Werke auf den Mark zu bringen. "Im Kielwasser" entstand schon 2000, wurde ins Deutsche übertragen und nun in diesem Jahr veröffentlicht. Es geht um einen mässig erfolgreichen Schriftsteller, dem das Schiff (des Lebens) davonschwimmt. Er droht im Kielwasser zu ertrinken. Petterson präsentiert die Handlungsebene im Präsens, was unzweifelhaft Spannung auslöst. Das ist nötig, denn viel passiert nicht. Der geschiedene, 43 Jahre alte Arvid wacht aus einem Suff auf, kehrt in seine deprimierende Wohnung zurück, fängt eine Beziehung mit einer alleinerziehenden Nachbarin an, fährt mit dem Auto zum Einkaufen, besucht seinen Bruder nach dessen Suizidversuch im Spital, isst mit seiner Teenagertochter (die bei der Mutter lebt) Waffeln und offeriert einem anderen Nachbarn, ein Kurde, Kaffee und Kekse. Dies ist alles sehr leichtfüssig geschrieben, hin und wieder durchsetzt mit der den Norwegern (und anderen Skandinaviern) eigenen Halsstarrigkeit. Was das Buch nun aber tiefgründig und wertvoll werden lässt, sind die Rückblenden. Diese sind so geschickt eingefädelt, dass man die Übergänge oft gar nicht mitbekommt. Inhaltlich geht es in diesen Passagen immer wieder um die übergrosse Gestalt des Vaters, der Schuhmacher, der Freizeitathlet, der Gläubige, der mässige Trinker, der nie zu den Besten gehört hat, den nie etwas aus der Bahn geworfen hat, mit einer Ausnahme - seine erste Liebe. Eine Dänin, Tochter eines Abteilungsleiters in einer Schuhfabrik.Lesen Sie weiter... ›
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