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Im Kielwasser
 
 
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Im Kielwasser [Broschiert]

Per Petterson , Ina Kronenberger
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 192 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 2 (11. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596181305
  • ISBN-13: 978-3596181308
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,2 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 67.814 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Per Petterson
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Arvid ist Schriftsteller. Das ist ohnehin schon ein Beruf, der einem Leben wenig Struktur bietet. Vor sechs Jahren sind seine Eltern und seine beiden jüngeren Geschwister verunglückt - nur der ältere Bruder des 43-Jährigen ist noch da. Aber auch der bietet keinen Halt. Arvid scheint seit dem Unfall nichts anderes zu tun, als über seine Vergangenheit nachzudenken, sein aktuelles Leben ist aus dem Ruder gelaufen. Er will witzig sein, mit Frauen flirten, sich virtuos geben - und kämpft in Wirklichkeit ums nackte Überleben ... Der norwegische Autor Per Petterson ("Pferde stehlen") beschreibt in geradezu entspannter Ruhe, wie sein Icherzähler ein Trauma langsam verarbeitet. Dies geschieht ohne jede Tragik. Der Roman liest sich wie eine leichte, verspielte Erzählung - und wirkt dadurch viel eindringlicher. (kr)
kulturnews.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Per Petterson ist ein Meister der Gleichzeitigkeit.« (Süddeutsche Zeitung)
»Dieser schmerzhaft schöner Roman ist das kalt brennende Glanzlicht dieser Saison.« (Die Zeit)
»Ein beeindruckendes Vaterbuch.« (Frankfurter Algemeine Zeitung)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Mit seinem wunderbaren Roman Pferde stehlen" wurde Per Petterson 2006, besonders nach der Empfehlung Elke Heidenreichs im ZDF, auf einen Schlag in Deutschland bekannt.

Sein schon 1999 bei Hanser erschienenes Debüt Sehnsucht nach Sibirien" hätte dazu mindestens genauso viel Anlass gegeben, doch es blieb leider bisher fast unbekannt.

Im Sog des Erfolgstitels des letzten Jahres legt man nun bei Hanser Pettersons zweiten Roman aus dem Jahre 2000 vor. In Im Kielwasser" beschreibt er, stark autobiographisch geprägt, die Geschichte des 43-jährigen Schriftstellers Arvid, der schreibend seinem Leben nachdenkt und es so - wie sollte es auch anders gehen ? - aus einer lang schon andauernden Krise herausführt.

Sechs Jahre ist es schon her, dass Arvids Vater zusammen mit seiner Frau und Arvids beiden kleinen Brüdern bei einem Schiffsbrand ums Leben kam. Dass der Vater, 78 - jährig, zu diesem Zeitpunkt schon schwer an Krebs erkrankt war, mildert den Schmerz und den Schock kein bisschen.

Arvids älterer Bruder ist der einzige, der ihm von der Familie geblieben ist, doch Arvids Trauer verbaut ihm lange den Weg, um zu seinem Bruder eine Beziehung aufzubauen. Indem er Stück für Stück sich in die Geschichte seiner Familie vortastet, indem er schreibend, um sein Leben schreibend, Schicht um Schicht dieser Geschichte und der mit ihr verbundenen Personen freilegt, kommt er zu erstaunlichen, ihn befreienden und seine Trauer auflösenden Erkenntnissen über seinen Vater.

Ein außergewöhnliches, persönliches Buch eines außergewöhnlichen und begnadeten Erzählers mit einer wunderbaren und poetischen Sprachmacht.

Ich kann es nur empfehlen. Und: wer Sehnsucht nach Sibirien" noch nicht gelesen hat, sollte es schnellstens nachholen. Es lohnt sich.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Per Petterson, 1952 in Oslo geboren, hat sich mit "Pferde stehlen" in die Weltelite vorgeschrieben. Verlage nutzen den Sog der Bekanntheit, um ältere Werke auf den Mark zu bringen. "Im Kielwasser" entstand schon 2000, wurde ins Deutsche übertragen und nun in diesem Jahr veröffentlicht. Es geht um einen mässig erfolgreichen Schriftsteller, dem das Schiff (des Lebens) davonschwimmt. Er droht im Kielwasser zu ertrinken. Petterson präsentiert die Handlungsebene im Präsens, was unzweifelhaft Spannung auslöst. Das ist nötig, denn viel passiert nicht. Der geschiedene, 43 Jahre alte Arvid wacht aus einem Suff auf, kehrt in seine deprimierende Wohnung zurück, fängt eine Beziehung mit einer alleinerziehenden Nachbarin an, fährt mit dem Auto zum Einkaufen, besucht seinen Bruder nach dessen Suizidversuch im Spital, isst mit seiner Teenagertochter (die bei der Mutter lebt) Waffeln und offeriert einem anderen Nachbarn, ein Kurde, Kaffee und Kekse. Dies ist alles sehr leichtfüssig geschrieben, hin und wieder durchsetzt mit der den Norwegern (und anderen Skandinaviern) eigenen Halsstarrigkeit. Was das Buch nun aber tiefgründig und wertvoll werden lässt, sind die Rückblenden. Diese sind so geschickt eingefädelt, dass man die Übergänge oft gar nicht mitbekommt. Inhaltlich geht es in diesen Passagen immer wieder um die übergrosse Gestalt des Vaters, der Schuhmacher, der Freizeitathlet, der Gläubige, der mässige Trinker, der nie zu den Besten gehört hat, den nie etwas aus der Bahn geworfen hat, mit einer Ausnahme - seine erste Liebe. Eine Dänin, Tochter eines Abteilungsleiters in einer Schuhfabrik. Die Hochzeit war schon geplant, doch die Frau hielt die steinige Enge Norwegens nicht aus und fährt zurück nach Dänemark. Ein paar Tage lang ist Arvids Vater unauffindbar. Wie zum Trotz heiratet er danach eine andere Dänin und sie zeugen vier Kinder, vier Knaben. Es geht auch um diese Geschwister, vor allem um seinen älteren Bruder, erfolgreich und anders in seiner Art, aber nicht gefeit vor dem Abstieg und dem Alleinsein. Die Scheidung führt zum erwähnten Selbsttötungsversuch. - Dann ist da auch immer wieder das Fährunglück, bei dem die Eltern und die zwei jüngeren Brüder ums Leben kamen. - Am Schluss des Buches finden sich Arvid und sein älterer Bruder im grossen, durch die Scheidung leer geräumten Haus wieder. Sie prügeln sich, trinken "Famous Grouse" und rappeln sich - am Boden angekommen - auf, geläutert und bereit, in den nächsten 40 Jahren ihres Lebens, nicht wieder im Kielwasser schwimmen zu müssen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Auftauchen 2. Mai 2008
Von highsmith
Format:Gebundene Ausgabe
Der Roman beginnt damit, dass der Erzähler vor der verschlossenen Glastür einer Buchhandlung steht, den Kopf gegen die Scheibe gelehnt, verwirrt und ohne Orientierung, mit der vagen Erinnerung an ein Glas Gin zu viel, verfolgt von Bildern aus der Vergangenheit. Der Leser braucht etwas Geduld, um allmählich ein Muster in dem Mosaik aus Erinnerungsfetzen zu erkennen. Was sich abzeichnet, ist eine ergreifende Geschichte über die Traumatisierung der Hinterbliebenen eines Schiffsunglücks. Der Erzähler und sein Bruder haben ihre gesamte Familie verloren und den Verlust noch Jahre später nicht überwunden. Realistisch und unsentimental erzählt der Roman von ihrer einsamen Trauer, von Verzweiflung, die sie an die Grenzen ihrer alten Existenz treibt, und von dem schmerzhaften Erinnerungsprozess, der es zumindest dem Erzähler schließlich möglich macht, sich den Menschen und dem Leben wieder vorsichtig zuzuwenden.

Und bei allem Realismus entstehen bei der Erinnerung an Träume und Kindheitserinnerungen intensive, poetische Bilder, wie man sie sich im Kino vorstellen könnte: etwa, wenn in einem Traum die beiden Brüder auf Eisschollen einen Fjord entlang treiben, voller Euphorie, vorbei am verzweifelt nach ihnen rufenden Vater, der am Ufer zurückbleibt. Oder wenn der Erzähler als Junge glaubt, mit einem imaginären Gewehr einen Elch erlegt zu haben, der plötzlich wieder aufsteht. - Ein Buch zum Zweimallesen.
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