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Im Kampf um Gott: Roman
 
 
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Im Kampf um Gott: Roman [Taschenbuch]

Lou Andreas-Salomé , Hans-Rüdiger Schwab
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Taschenbuch EUR 30,99  
Taschenbuch, 1. Januar 2007 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423135298
  • ISBN-13: 978-3423135290
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 84.771 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Lou Andreas-Salomé
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

…ein psychologisch einfühlsamer, dabei fast erschreckend intellektueller und reifer Roman.

Die Neuausgabe des literarischen Debüts nach über 120 Jahren lädt zur Entdeckung ein.

Lou Andreas-Salomé schildert diese Lebensgeschichte mit psychologischem Feingefühl – schon in diesem frühen Werk zeigt sich die Kennerin der menschlichen Seele.

Kurzbeschreibung

»Und der Kampf zwischen Vater und Sohn, ein Kampf auf Leben und Tod war eröffnet.«

Lou Andreas-Salomé ist bekannt als Angebetete Nietzsches und Geliebte Rilkes. Verlegt werden ihre Briefe an Sigmund und Anna Freud, sowie ihre Erinnerungen. Völlig vergessen hat man heute aber, daß sie auch eine talentierte Prosaschriftstellerin ist. Ihren Debütroman »Im Kampf um Gott« veröffentlichte die 24-jährige Lou Andreas-Salomé 1885 in Leipzig unter dem Pseudonym Henri Lou. In ihrem Erstlingswerk schlüpft die Autorin in die Haut eines Mannes und erzählt dessen aufwühlende Geschichte im autobiographischen Rückblick. Ein Weg voller Irrungen und Wirrungen wird geschildert, da sich der Protagonist vom Glauben und von der Familie abwendet und sich von seinen Leidenschaften treiben läßt, was zu allerlei Unglück, aber auch zu Einsichten führt. Lou Andreas-Salomé schildert diese Lebensgeschichte einfühlsam und mit psychologischem Feingefühl - schon in diesem frühen Werk zeigt sich die Kennerin der menschlichen Seele.


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Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Freud schätzte sie, Nietzsche wollte sie und Rilke hatte sie. Oder sollte man eher sagen, sie wusste sich die Männer dienstbar zu machen. Die Rede ist von Lou Andreas-Salomé. Als freie Schriftstellerin verfasste sie zahlreiche psychologische Schriften, Rezensionen, Essays, Erzählungen und Romane. Zu unrecht hat man Lou Andreas-Salomé als Prosa-Autorin vergessen. Ihren Debütroman Im Kampf um Gott" veröffentlichte sie 1885 mit 24 Jahren unter dem Pseudonym Henry Lou. Im Januar diesen Jahres (2007) wurde ihr Erstlingswerk im Deutschen Taschenbuch Verlag neu aufgelegt.

"Wenn Lou mit einem Mann zusammenkommt, dann bringt er neun Monate später ein Buch zu Welt.", so lauten Worte missgünstiger Zeitgenossen über Lou. Sie besaß einen ungewöhnlich starken Willen und die Freude daran, über Männer zu triumphieren. Das wohl bekannteste Beispiel hierfür ist Rainer Maria Rilke. In der Literaturwissenschaft wird sie oft als Muse großer Literaten bezeichnet. Jedoch wird ihr dies in keinster Weise gerecht. Lou verfügte über einen hoch entwickelten Intellekt, was sie durch ihre Autorentätigkeit unter beweis stellt. 1885 erscheint im angesehenen Wilhelm Friedrich Verlag in Leipzig ein Roman mit dem Titel "Im Kampf um Gott". Herausgegeben wir das Buch von einem Verlag, der auch Theodor Fontanes "Schach von Wuthenow" oder Karl Bleibtreus "Revolution der Literatur" veröffentlicht.

"Im Kampf um Gott" ist das Romandebüt von einem bislang noch unbekannten Henri Lou. Blad jedoch ist klar, dass es sich bei diesem Namen um das Pseudonym einer gewissen Louise von Salomé handelt, welche sich aus Rücksicht auf ihre Familie dafür entscheidet.

Am 12. Februar 1861 wird Lou in St. Petersburg geboren. Als sechstes Kind des deutsch-baltischen Ehepaars Gustav von Salomé und Louise Wilm steht sie künstlerischen und wissenschaftlichen Diskursen ihrer Zeit offen gegenüber. Den schmalen Grat zwischen Psychologie und Literatur scheut sie zu keiner Zeit und nimmt 1880 als eine der ersten Frauen das Studium der Theologie und Kunstgeschichte in Zürich auf. Bald darauf schreibt sie ihr Buch "Im Kampf um Gott".

Der Romantitel ist Programm. Autobiographisch erzählt Lou Andreas-Salomé die aufwühlende Geschichte eines Mannes, der zeitlebens um seinen Glauben ringt. Alt, einsam und umrankt von Gerüchten über seine Vergangenheit, malt die Rahmengeschichte das Bild eines Mannes, der keine Beziehung mehr zu anderen Menschen unterhält. Anlass genug für die Bewohner des kleinen Bergdorfes ihn als "Geisterbeschwörer" oder "Zauberer" zu sehen. Wie es dazu gekommen ist, wird nun aus verschiedenen Perspektiven in der Binnenerzählung rekonstruiert. Eine schmerzvolle Entfremdung zu Gott zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die Handlung. Der Weg des Mannes ist gesäumt von Kampf, Schmerz und Tod. Wo man auch hinblickt, sterben jene, mit denen er als Liebender, Tyrann oder Vater in Beziehung stand. Sie finden keinen Halt in seiner Persönlichkeit und gehen daran zu Grunde. Nicht zuletzt, weil er selbst haltlos in einer von moralischen und religiösen Dogmen geprägten Zeit als Freigeist lebt.

Detailliert werden viele Lebensmomente beschrieben. Der Protagonist wendet sich vom Glauben und der Familie ab und lässt sich von seinen Leidenschaften treiben. Doch führt eben dieser Lebensweg auch zu neuen Einsichten und - endlich auch zu einem neuen und festeren Glauben. Die Entwicklung des Charakters wird deutlich in den Dialogen, Monologen und essayistischen Elementen, die die Erzählung dominieren. Vielfach fühlt man sich beim Lesen an psychologische Ansätze oder theologische Diskurse erinnert, die - manchmal etwas langatmig - Lous eigene Weltanschauung zu Tage fördern. Einfühlsam entwickelt die Autorin die Geschichte des Protagonisten zu einem Psychogramm einer Zeit, die kreative geistige und emotionale Bewegungen eines freien Individuums als Störfaktor empfindet. Das kritische Hinterfragen moralischer und religiöser Dogmen endet schließlich - nahezu zwingend - in einer Einsamkeit und Verkennung des Mannes durch die Gesellschaft.

Tiefsinnig und facettenreich schreibt hier Lou Andreas-Salomé einen Weltanschauungsroman über Gott und Glaube in einer gottlosen Welt. Man bleibt nicht an oberflächlichen Betrachtungen hängen sondern wird mitgenommen in geistreiche philosophische und theologische Überlegungen.

Der Roman umfaßt 265 Seiten sowie ein interpretatorisches Nachwort von Hans-Rüdiger Schwab. Es handelt sich um einen durchaus lesenswerten kurzweiligen Roman, der sich zur Abwechslung mal nicht mit sakrilegischen Verschwörungstheorien oder flacher Hobby-Psychologie beschäftigt. Vielmehr wird eine geistreiche Unterhaltung geboten, die zum selber- und weiterdenken einlädt.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ausserordentlich 8. Januar 2007
Von Dichtung&Kritik TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Dieses ist der erste veroeffentlichte Roman der damals 24 Jahre alten Lou Andreas-Salome (veroeffentlicht unter ihrem Pseudonym Henry Lou).

Es ist ihr erster Roman, geschrieben, weil sie die eigene Familie von ihrem Schaffen ueberzeugen wollte - und fuer uns heute ein einzigartiges Dokument ihrer schon frueh vollendeten Vorstellung davon, was Glaube und Gott in der modernen rationalistischen Zeit bedeuten koennen - und wie man zu einem neuen Gottbild gelangen kann, wenn man zu zweifeln beginnen musste.

Lou war eine bedeutende Kulturwissenschaftlerin, befreundet mit Nietzsche, Rilke und Freud - Inspiration fuer viele der bekanntesten Geistesgroessen ihrer Zeit.

Fuer sie selbst war der Verlust der Gottesvorstellung im fruehkindlichen Alter ein schweres Initiationsereignis: Wohin war Gott entschwunden? Wie konnte man wieder zurueck ins Leben, in die Begeisterung finden, wenn man in sich Gott getoetet hatte?

Genau um dieses Erlebnis geht es im vorliegenden Buch. Ein junger Mann (unser Protagonist) verliert seinen Gott im Kindesalter und leidet daran. Sein Leben wird daraus bestehen, zu einer neuen Gottesvorstellbarkeit zu gelangen.

Auf seinem Weg treffen wir verschiedene Persoenlichkeiten, die ein aehnliches Erlebnis durchgemacht, alle aber ganz verschiedene Schlussfolgerungen gezogen haben.

Was man Lous Roman vorwerfen kann, ist, dass statt einer Ausarbeitung des Inhaltes in handelnde Charaktere wir oft deren Monologe oder Dialoge lesen, in denen seitenweise Lous eigene Weltanschauung vermittelt wird, was sich teilweise wie kleine philosophische Aufsaetze liest, statt romanhaft sich fuer den Leser zu erschliessen.

Aber eben dieses kann man an dem Buch auch loben: Eine ausserordentlich tiefsinnige und vielfacettige Sicht auf das Thema zu werfen, ohne oberflaechlich zu bleiben.

Herausgekommen ist ein Weltanschauungsroman, eine Zusammenfassung von Lous Gedanken zum Thema "Gott in einer gottlosen Welt".

Ich war von dem Buch sehr beeindruckt und habe mich gefreut, ganze Passagen zu lesen, die Lou in ihren spaeteren Werken, Essays oder Briefen noch weiter ausarbeitet, deren Keimzellen hier aber schon vollstaendig vorhanden sind.

Sehr lesenswert, ein ganz ausserordentliches Erstwerk.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Lou von Salome (1861-1937), geboren in St. Petersburg und aufgewachsen in guten Verhältnissen, hat sich in einer Gesellschaft der Postaufklärung, der Postromantik heimatlich gefühlt. Ihre starke Identifikation mit allen Formen der Religion, der Theologie und des Glaubens hat sich in eine Ambivalenz umgeschlagen, die den Glauben und die Religiosität per Vernunft ins Abseits stellte, um sie in der Überhöhung, im Ideal wiederzufinden. Erich Fromms damaliger Buchtitel "Ihr werdet sein wie Gott" findet gerade in diesem Buch 100 Jahre vor ihm seine Entsprechung. 1885 veröffentlichte Lou unter dem Pseudonym Henri Lou diesen "Kampf um Gott" in einem Verlag, der auch Fontane verlegte, und so konnte man die erste Wertschätzung der Geschichte erkennen. Wie zuvor George Sand erkannte Lou, dass ein Buch mit gesellschaftskritischem Inhalt nur von einem Mann geschrieben Beachtung findet. Zeitlebens hat sie als Frau kämpfen müssen, so um die Studienzeit in Zürich, die sie der Theologie und Philosophie widmete, wie um die Männer, die sich um sie scharrten, weil sie durch ihren Intellekt fesselte. Ihre Reize wollte sie nicht dominieren lassen, so wie sie dem kleinen "Märchen" in diesem Buch die Weisheit gibt, zwischen Reiz und Empfindung, gar Beschwichtigung zu unterscheiden. Ihre Gesprächspartner sind für dieses Buch die Herren Schiller, Hölderlin, Dostojewski, die guten toten Ratgeber, wie Francis Bacon sie nennen würde. In ihnen entdeckt sie das immerwährende Streben nach Höherem, das Ideal, auch den Gott zu fühlen, den man denkt, wie Schiller es sagte. Sie empfindet die wankenden Träume aus dem Prolog im Himmel bei Faust und weiß, dass sie gebändigt werden durch die Kraft der Gedanken. Denken und Fühlen, Denken und Glauben sind ihre Antipoden im Kampfe und sie lässt ihren autobiographischen Protagonisten Kuno durch diese Krisenzeiten gleiten, in denen das Loslösen vom Glauben der Kinderzeit notwendig sich wandeln muss in ein kognitives Gebilde des Strebens über das Übliche hinaus, das letztendlich in ein großes Wort mündet, dass er von "Gott zu Gott" der Nachwelt überlässt.

Lou, erst 24, versucht in Form eines Romans Gedanken zu verbreiten. Liest man diesen Roman als Roman, findet man Kritikpunkte, allein ein Spannungsbogen, Zusammenhänge etc sind schwerlich aufzufinden. Vielmehr muss man diesen Roman als Dialog betrachten, letztendlich auch als Selbstgespräch mit unterschiedlichen (fiktiven) Partnern. Über allem schwebt bei Kuno die Liebe.

So sind es offensichtlich drei Liebesgeschichten, die die Tiefen menschlichen Zusammenseins unter dem Aspekt des Glaubens, der Humanität, des Denkens betrachten. Jane, seine Jugendliebe empfindet Welt als Eins. Glaube, Gott, Natur als Ganzes spiegelt den reinen Geist eines Spinozas. Margherita, seine Studienliebe, spiegelt das Leben in seiner profanen Art, das rosa-rot Beschienene steht im Vordergrund, eine Liebe, die dem oberflächlichen Fühlen, Begehren mehr abgewinnt als dem Lieben im Geiste. Die Vaterliebe zuletzt, die nicht einmal vertraute und über alles stilisierte wird zu einem Akt der Gottesliebe insofern, dass Kuno Liebe zu ihm im Kinde schafft, so dass er von ihr als Gott zu sehen ist. Nicht ohne Grund lässt Lou ihrem Kuno die Tochter "Märchen" nennen, eine bis zur Offenbarung der Vaterschaft vorgespielte Beziehung, die erst im sicheren Glauben an die wahre Liebe des Mädchens zu ihm eine Offenbarung ihr gegenüber für ihn erträglich macht. So finden wir hier seinen blanken Egoismus, dem sein Streben gilt und letztendlich entdeckt der Leser hier die vierte Liebe, die Eigenliebe. In allem Streben zum Ideal, der Idee Platons gleich, einem Streben im Leid und Schmerz, wie es Hölderlins Werden, Dostojewskis höhere Herz zeigt oder Schillers Einklang von Denken und Fühlen, dem religiösen Erreichen von Glück, zu dem werdend, dem "ein Gott die Stirn geküsst" wird er gott-gleich und kann so sein Testament beenden als von Gott zu Gott gesprochen.

Wie ähnlich all den Bibelgeschichten, den Ideen und religiösen Empfindungen hat Lou Salome sich eine philosophisch inspirierte Vorstellung geschaffen, die ihren eigenen Kampf um Glauben und Wissen zeigt. Ihre Gespräche vor allem mit Nietzsche sind es gewesen, die das Höchste aus dem Nichts zu schaffen wagten. So wie Nietzsche den Mut bewunderte, am Abgrund die Liebe zu suchen, so ging Lou an den Abgrund, um Gott zu suchen. Auf ihn wie auch immer gemeint zu verzichten, hieße, auf den Menschen zu verzichten. So vielleicht die Weltanschauung einer jungen Lou, die den Kampf um ihre Sache nie aufgab. Ihre weitere Lebensgeschichte bezeugt ihre Kraft und ihren Mut.

Ein lesenswerter Roman von nicht endender Aktualität. Ein Anreiz für neues Denken im Glauben.

PS
"Ein Gegenstand lässt vermuten, dass es andere hinter ihm gibt." (René Magritte: Die Wörter und die Bilder) So viel zur beredten Bildauswahl auf dem gelungenen Cover dieser Ausgabe.
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