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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
49 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erschütternd !,
Von
Rezension bezieht sich auf: Im Jenseits der Menschlichkeit. Ein Gerichtsmediziner in Auschwitz (Broschiert)
Dieses Buch liest sich, trotz der in ihm beschriebenen alptraumhaften Schrecken, in einem Zug. Es ist unfassbar was sich dem Leser dieses Dokumentes für eine Welt innerhalb des KZ auftut. Mich persönlich hat diese Beschreibung viel mehr irritiert als alle anderen Berichte und Dokumentationen, die ich über dieses Thema bisher gelesen habe. Grund dafür ist die Nüchternheit mit der Nyiszli seine Erfahrungen in Auschwitz beschreibt, so analytisch wie ein Arzt, unübertrieben und erschreckend neben sich und der außerhalb des Lagers gültigen Moral, legt er dar , wie Menschen versuchen das KZ zu überleben. Das Buch wurde in meiner Familie binnen einer Woche verschlungen und war Grund ausführlicher Diskussion, wie kam es, das, wo so viele davon wußten es keiner wahrhaben wollte? Warum haben meine Eltern und Großeltern sich nicht gewundert wohin mehr oder weniger plötzlich die Juden, Zigeuner ihrer Städte und Dörfer hinverschwanden ? Wieso ist dieses Dokument erst jetzt erschienen ? Insgesamt ein Buch, das ich jedem nur empfehlen kann und werde.
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43 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Als Arzt im Zentrum der Massenvernichtung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Im Jenseits der Menschlichkeit: Ein Gerichtsmediziner in Auschwitz (Taschenbuch)
Miklos Nyiszli wurde im Jahre 1901 in Nord-Siebenbürgen als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren. Nach seinem Medizinstudium, das er in Klausenburg, Kiel und Breslau absolvierte und mit einer Untersuchung über Selbstmordarten auf Grund des Sektionsmaterials des Breslauer Gerichtsärztlichen Instituts abschloss, praktizierte Dr. Nyiszli in seiner Heimat als Gerichtsmediziner und Allgemeiner Arzt. Ende Mai 1944 wurde Dr. Nyiszli mit seiner Frau und 15-jährigen Tochter in das KL Auschwitz-Birkenau deportiert und einen Tag nach seiner Ankunft im IG-Farben werksnahen KL Monowitz zu schwerer Zwangsarbeit herangezogen. Ende Juni 1944 wurde er als Arzt in den Häftlingskrankenbau nach Auschwitz-Birkenau überstellt und eine Woche darauf als Pathologe des ersten Lagerarztes Dr. Josef Mengele in den neueingerichteten Sektionsraum von Krematorium I eingewiesen. Mitte Januar 1945 erfolgte die Evakuierung nach Mauthausen, wo Nyiszli im Nebenlager Ebensee Anfang Mai 1945 aus der Gefangenschaft befreit wurde.Kurz nach der Rückkehr in seine Heimat verfasste Dr. Nyiszli innerhalb von nur wenigen Monaten seinen Erinnerungsbericht, der 1946 in ungarischer Sprache publiziert und bisher weltweit in acht Sprachen übersetzt wurde. Die 1992 erstmals von Dr. Friedrich Herber in deutscher Sprache herausgegebene Übersetzung der ungarischen Originalausgabe unterscheidet sich von den anderen Editionen durch einen umfassenden und kritischen Anmerkungsapparat, biografische Angaben zu allen erwähnten Personen sowie durch eine ausführliche Darstellung von Miklos Nyiszlis Lebensweg. Zudem bereichern zahlreiche Abbildungen historischer Originaldokumente und Schauplätze, private Fotografien, ein nach neuesten Forschungsergebnissen überarbeiteter Lagerplan sowie detailliert erläuterte Pläne der Krematorien die im Dietz Verlag Berlin erschienene Ausgabe. Nyiszlis Überlebendenmemoiren sind der erste veröffentlichte Bericht über die Tragödie der jüdischen Sonderkommandos in Auschwitz-Birkenau und über den einzigen bewaffneten Häftlingsaufstand in der Todesfabrik Auschwitz. Er ermöglicht einen schonungslosen Einblick in das Innere der Vernichtungsmaschinerie und in die privilegierte Lebenswelt des Sonderkommandos. Die anfänglich sehr kritischen Beurteilungen und Beschreibungen des Sonderkommandos durch den Außenstehenden und unerfahrenen Häftling mit der Registrierungsnummer A-8450, der als Obduzent Mengeles selbst nicht dem Todeskommando angehörte, werden im Verlauf des Berichts relativiert. Nyiszlis packend geschriebener Erlebnisbericht dokumentiert zudem auf eindrucksvolle Weise seine emotionale Veränderung durch Auschwitz und seine Anpassung an die Lagermentalität. 10 Jahre, nachdem Dr. Nyiszli diese eindringlichen Zeilen schrieb, verstarb er nach langer Krankheit an einem Herzinfarkt. Möglicherweise litt er an den gleichen Qualen wie viele seiner Schicksalsgenossen aus dem Sonderkommando, an den Folgen der grauenvollen Erlebnisse, die der Überlebende Shlomo Venezia als Krankheit ohne Namen bezeichnete. War es die Scheiterhaufenkrankheit und trostlose Vergangenheit, die Dr. Miklos Nyiszli, voll von blutigen Erinnerungen und tiefen Schmerzen, im Alter von nur 54 Jahren so früh aus dem Leben scheiden ließ? Hat er dies etwa vorausgeahnt und sich deshalb im Gegensatz zu den meisten Überlebenden der Shoah so frühzeitig um die Abfassung und Veröffentlichung seiner einmaligen Erinnerungen bemüht? Wir werden es wohl nicht mehr erfahren, selbst nicht von seiner in Israel lebenden Enkelin. Was bleibt, ist ein außergewöhnlicher früher Erfahrungsbericht aus dem Zentrum der Vernichtung, der wertvolle Antworten auf weitaus wichtigere Frage gibt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sachlich, dokumentarisch und erschütternd,
Von lueder.warnken@erl11.siemens.de (Erlangen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Im Jenseits der Menschlichkeit. Ein Gerichtsmediziner in Auschwitz (Broschiert)
Für den Nichtfachmann, der sich für das Thema Judenverfolgung und deren Vernichtung im Dritten Reich interessiert, ist dieses Buch ein absolutes Muss. Über das unsägliche Leid der KZ-ler ist viel geschrieben und publiziert worden. Hier erfährt man die Hintergründe. Wer zu lesen versteht, wird erkennen, dass es der "Zusammenarbeit" vieler Institutionen bedurfte, um millionen von Menschen generalstabsmäßig zu vernichten: Erfassung, Transport, Ausnutzung der Arbeitskraft als Mittel den Tod vorzubereiten, Verbrennung in proffessionell konstruierten Öfen, Verwertung des Zahngoldes und der letzten Habseligkeiten (einschließlich mitgebrachter Medikamente), zyklische Vernichtung der Wissenden zur Sicherstellung der Geheimhaltung, aus dem gleichen Grund Absstufung der Kenntnis deutschen Personals und letztlich pseudowissenschaftliche, medizinische Studien unter Einschluß freier, wissenschaftlicher Institutionen. Es haben so viele davon gewußt! Ein Grund dafür, dass dieses Buch erst so spät in Deutschland erscheinen durfte?!
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