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Produktinformation
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Gestützt auf Interviews mit über hundert vatikanischen Beamten gelingt es ihm, tief in die komplexe und zugleich einzigartige Organisation des Heiligen Stuhls einzudringen. Seine organisatorische Komplexität ergibt sich bereits aus den vielen Rollen, die der Papst einnimmt. Er ist Bischof von Rom, der souveräne Regent des autonomen Stadtstaates Vatikanstadt und Oberhaupt des Bischofskollegiums, dem alle Bischöfe der Welt angehören. In dieser Eigenschaft besitzt er die volle und höchste Gewalt über die katholische Kirche.
Doch das Papsttum ist mindestens so stark von der Institution geprägt wie von der Persönlichkeit des Papstes, und entscheidend für die erfolgreiche Durchsetzung seiner Ziele sind die im Vatikan beheimateten Büros. Diese bilden jedoch keinen modernen Verwaltungsapparat. Der Vatikan stützt sich noch immer auf Strukturen, welche sich im Laufe von Jahrhunderten herausgebildet haben und die sich allen Reformversuchen bislang weitgehend entziehen konnten.
Im Innern des Vatikan macht diese Strukturen für den Leser sichtbar. Dabei versteht sich das Buch nicht als Kritik am päpstlichen Amt, im Gegenteil. Reese zeigt die bestehenden Defizite und Hemmnisse auf, ohne die geistliche Führung des Papstes in Frage zu stellen. Die Frage ist vielmehr, ob die überkommene Organisation des Vatikan seinen vielfältigen Aufgaben überhaupt noch angemessen ist und welche Veränderungen notwendig sind, damit das Papsttum auch die Herausforderungen des neuen Jahrtausend meistern kann. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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An vielen Stellen ist es sehr allgemein gehalten oder glänzt durch ungezählte Wiederholungen oder präsentiert Selbstverständlichkeiten.
Neben der reinen Beschreibung, wie der Vatikan (vermeintlicherweise) funktioniert führt der Autor (Amerikaner) eine Reihe von Verbesserungsvorschläge (sehr amerikanisch) an, die in einem solchen Buch aber m.E. nichts zu suchen haben. (Oder aber der Titel wurde falsch gewählt.).
Die Sichtweise ist extrem geprägt durch amerikanische Kurien- bzw. Bischofssynodenmitglieder und läßt extrem selten Europäer (oder gar Lateinamerikaner) zu Wort kommen.
Das "Register" am Ende des Buches ist schlichtweg eine Katastrophe. Unvollständig und nutzlos.
Bin enttäuscht über den Inhalt, denn ich habe kaum etwas erfahren, was nicht eh in anderen Medien (FOCUS, Spiegel) ausführlich und besser beschrieben wurde.
Die Darstellung ist sehr umfassend und detailliert (manchmal zu sehr, sodass man auch mal leicht den Überblick verlieren kann) und lässt keine Frage offen. Interessant ist natürlich auch, dass der Autor auch viel geschichtliches miteinbezieht, so z.B. die Entwicklung der Kurie, des Kardinalswesen etc. Dabei ist er kein konservativer, "loyaler" Anhänger des Papstes und aufgrund seiner Nationalität als Amerikaner kann er kritisieren und das tut er auch: aber vor allem im konstruktiven Sinne. Vieles davon erscheint mir sinnvoll, aber für den derzeitigen Vatikan zu progressiv zu sein. Alle angesprochenen, kontroversen Themen sind auch heute noch aktuell.
Besonders gut ist dieses Buch für diejenigen geeignet, die mehr über den aktuellen Papst Benedikt XVI. erfahren wollen, denn seine Rolle als Präfekt der Glaubenskongregation unter Johannes Paul II. wird immer wieder aufgegriffen, eben weil seine Rolle so bedeutend war. Man erfährt mehr oder weniger nebenbei viel über seinen Charakter, seine Einstellung, sein Umfeld, sein Ansehen und seine Arbeit. Aber man erfährt natürlich auch viel über die Arbeitsweise des verstorbenen Papstes bzw. aller vorangegangenen Päpste des letzten Jahrhunderts.
Dieses Buch ist einfach nur zu empfehlen: es bietet viele Informationen und ist trotz des Erscheinungsdatums von 1996 aktueller und detaillierte als neu herausgebrachte Bücher. Zuschlagen!
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