Das geheimnisvolle "Fischer House" steht im Mittelpunkt des Erstlingswerkes von F.G Cottham. Dabei handelt es sich um ein Haus, das offenbar von bösen Mächten besessen ist. Eine Studentin, die es betritt, stirbt, zwei andere werden wahnsinnig und versuchen sich umzubringen. Nur der Journalist Paul Seaton scheint sich dem Haus und seinem dämonischen Kräften entgegen stellen zu können; immerhin hat er ja bereits eine Begegnung mit ihm überlebt...
Das Haus ist böse. Das ist manchmal so mit Häusern. Oder Orten. Oder Autos. Ich hatte mal ein Fahrrad, auf das das Wort "Böse" auch zutreffen würde, aber das ist eine andere Geschichte.
Spukhäuser sind eine alte Erfindung, das Thema wird immer mal wieder, mehr oder weniger erfolgreich, von ambitionierten Autoren aufgegriffen.
Von Shirley Jacksons "Spuk in Hill House" über "The Amitiville Horror" bis hin zu Straubs "Schatten der Nacht" oder gar dem Animationsfilm "Coraline" sind Häuser immer wieder als mysteriöse, geheimnisvolle, gefährliche und sogar mordende Akteure dargestellt worden.
Seinen Höhepunkt erreichte in jüngster Zeit dieses Thema mit dem (experimentellen) Buch von Danielewski "Das Haus", einem 830 Seiten starkem Versuch, die Architektur des Schreckens auch bildlich umzusetzen.
Dagegen wirkt "Das Haus des Bösen" geradezu wie ein leises Stimmchen in einem gewaltigen Chor. Und doch vermag Cottham hier ein überzeugendes Buch vorzulegen. Auf den knapp 350 Seiten wird nichts ausgelassen; Esoterik, Nationalsozialismus, Geheimgesellschaften, Verschwörungen, Satanismus abgerundet mit den Kriegserlebnissen eines Veteranen und einem Schuss Religiosität. Auch historische Persönlichkeiten dürfen auftreten; Aleister Crowley etwa oder Hermann Göring.
Einem weniger talentierten Erzähler wäre bei all diesen Ingredienzien der rote Faden sicher entglitten und auch Cottam schlittert manches Mal dicht am Abgrund. So funktionieren einige Szenen nicht, ohne dass dem Leser klar wird, wie konstruiert sie eigentlich sind. Dabei bedient sich Cottam einem Trick; der allwissende Erzähler erzählt die Geschichte des Protagonisten, der wiederum weite Teile des Buches erzählt.
Sprachlich ist der ehemalige Journalist Cottam seinem Thema gewachsen; er ist ein routinierter und sicherer Erzähler, der spannend und interessant sein Thema präsentiert. Das es sich bei diesem Thema eigentlich nur um die Variation eines bereits oft behandelten handelt, kann im Laufe des Buches vergessen werden.
Fazit: ohne zu langweilen wird die Geschichte eines Spukhauses erzählt. Über das wackelige Ende wird der geneigte Leser gerne hinwegsehen, denn Cottham hat mit diesem Buch ein sehr unterhaltsames Stück Horror / Suspenseliteratur geschrieben.
Auf die nachfolgenden Werke darf man sicher gespannt sein!