habe vor kurzem von den selben autorinnen "kleine schwester" gelesen, dieses buch ist mehr als ausreichend rezensiert worden....
gleich danach habe ich mit (noch mit dem furchtbaren gefühl der miterlebten überforderung normaler menschen und der daraus resultierenden misshandlung eines kindes) dem nächsten buch der beiden zugewendet. wir verlassen den kopf des 12jährigen mädchens, dass sich einer furchtbaren verantwortung gestellt hat und....
...werden zum passagier im kopf eines soziopathen, der den leser mitnimmt in seine ichbezogene, leicht zu erschütternde und leere welt. unglaubwürdig ist allerdings, dass ein mensch mit derartigen defiziten über 50 jahre alt werden kann, ohne entsprechend aufzufallen oder schon früher zu morden. vielleicht kann man es mit dem - für ihn gar nicht unwillkommenen - unfalltod seiner frau als initialzündung erklären...
trotzdem ist die story spannend erzählt, entwickelt einen sog und erzeugt zwiespältige gefühle. die ereignisse werden aus der sicht des "täters" erzählt, die behörde bleibt weitgehend aus der geschichte draussen. wie bei patricia highsmith (zb die gläserne zelle, der süsse wahn) entwickelt sich dadurch eine dichte spannung und eine quälende ungewissheit hinsichtlich des fortganges der ereignisse.
mit steigendem interesse verfolgt man die entwicklung dieser seltsamen "liebe", die keine liebe ist, sondern eine obsession, eine vereinnahmung. der soziopath legt alles auf seine weise aus, was nicht passt wird korrigiert, wenn es sein muss durch mord, man muss wissen, wie geht es weiter, wann und wie hört es auf - bis hierher FÜNF sterne oder mehr - ohne wenn und aber!
aber warum dieses ende? so aprupt, so unglaubwürdig, so banal im vergleich zur davor stehenden story! wenn damit ein schockeffekt erzielt werden hätte sollen, ist das gründlich daneben gegangen, dafür null sterne!
insgesamt trotzdem drei sterne und trotzdem eine empfehlung!