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Im Garten des Vaters [Restexemplar] [Gebundene Ausgabe]

Jan Siebelink , Bettina Bach
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. August 2007
Eigentlich könnte Hans Sievez, Mitte Dreißig, von Beruf Gärtner, glücklich sein. Er hat seine geliebte Schulfreundin Margje geheiratet, eine kluge, attraktive Frau, hat zwei Söhne und besitzt eine eigene Gärtnerei mit Gewächshäusern und Werkstatt, mit alten Mammutbäumen, selbstgezüchteten Farnen, einem blauen Samtteppich voller Viola Cornuta im Frühjahr, leuchtend gelben Pantoffelblumen im Sommer - ein wahrer Paradiesgarten. Seine schwere Kindheit am Rande des Moors, sein strengreligiöser Vater, der Tod der Mutter sind vergessen. Doch leicht ist dieses glückliche Leben nicht: Trotz allen Fleißes bleibt der wirtschaftliche Erfolg aus. Darüber hinaus taucht eines Tages ein Freund aus seiner Lehrzeit auf: Jozef Mieras, der Laienprediger. Es ist die ergreifende Geschichte einer großen Liebe, von der der niederländische Schriftsteller Jan Siebelink erzählt und in die autobiographische Motive eingeflossen sind - das beklemmende Epos vom Leben und Sterben eines Mannes, der sein irdisches Glück einer extremen Form von Religiosität opfert. Im Garten des Vaters hat bei Erscheinen in den Niederlanden ein überwältigendes Echo in den Medien und beim Publikum gefunden.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 524 Seiten
  • Verlag: Arche Verlag (1. August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3716023701
  • ISBN-13: 978-3716023709
  • Originaltitel: Knielen op een bed violen
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 73.943 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Jan Siebelink, 1938 in Velp, Niederlande, geboren. Studium der Pädagogik und Romanistik. Lehrer in Laag-Soeren. Veröffentlicht seit 1975 Romane und Erzählungen. Ausgezeichnet mit dem F. Bordewijkprijs (2002) und dem AKO Literatuurprijs 2005.Bettina Bach, Jahrgang 1965, übersetzt aus dem Französischen, Englischen und Nieder-ländischen. Zu den von ihr ins Deutsche übertragenen Autoren gehören neben Didier Decoin u. a. Jan Siebelink, Mary Hooper sowie Anne Plichota und Cendrine Wolf. Bettina Bach lebt in Jena.

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5.0 von 5 Sternen Wenn der Glaube den Menschen krank macht 23. Dezember 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn armen rechtschaffenen Bauersleuten in Märchen ein Wunsch gewährt wird und sie die ewige Seligkeit wählen, ist das eine Idee, die mir sehr gefällt. Was aber, wenn sich die Sorge ums Seelenheil zu einer fixen Idee auswächst, die den homo religiosus schwermütig und lebensuntüchtig werden lässt? Um diese Frage kreist Jan Siebelinks Roman "Im Garten des Vaters". Das autobiographisch gefärbte Romandebüt ging in Siebelinks Heimat, den Niederlanden, 600.000mal über die Ladentische - als ob der Autor damit an ein kollektives Trauma seiner Landsleute gerührt hätte.
Im Mittelpunkt steht der Gärtner Hans Sievez, der als Erwachsener unter die Knute einer streng calvinistischen Freikirche gerät. Er entfremdet sich seinem Beruf, den beiden Söhnen und besonders seiner Frau Margje. Ein zähes Ringen in und um Hans nimmt seinen Lauf...
Neben dem "Sektenthema" schildert der Roman eine bewegende Ehe- und Familiengeschichte mit Margje als einer unheimlich starken, liebenswerten weiblichen Hauptperson. Besonders schön fand ich die Beschreibungen von Hans' prächtigem "Paradiesgärtlein", das in scharfem Kontrast zum abstoßenden, ungepflegten Äußeren der Reisebrüder dargestellt wird. Ein farbiger, psychologisch ausgefeilter Roman, dessen Thematik dem Leser unter die Haut gehen und nicht so schnell loslassen wird.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dass solch ein Buch in dieser Zeit überhaupt solche unglaubliche Resonanz in den Niederlanden gefunden hat, stimmt einen sehr nachdenklich. Aber nein doch, das ist viel zu unbeteiligt dahergesagt: es macht einem traurig oder wütend, oder beides. Es zeigt so vieles, über das wir lieber nicht reden möchten, weil es Tabu ist. Beispielsweise, dass die menschliche Seele (oder etwas ähnliches das unser Denken, Fühlen und Handeln tatkräftig wenn auch unbewusst steuert) noch tief im (religiösen) Mittelalter steckt. Beispielsweise, dass religiöse Wahnvorstellungen keine Erfindung des Islams sind, aber universell sind, und tief in das Alltagsleben hinein nicht nur Einzelpersonen, aber ganze Familien Generationen-überschreitend ins Unglück stürzen. Jede(r) möge für sich weitere Lektionen aus dem Buch ziehen. Trotzdem ist es nicht (in erster Linie) als literarisch-aufbereitete Kulturkritik oder autobiographisch geprägte Aufarbeitung von & Abrechnung mit Kindheitserlebnissen gedacht: es ist in seiner Darstellung und Sprache einfach wunderschöne Literatur, auch wenn das Thema under die Haut geht. Aber gilt das nicht für alle Literatur der Weltklasse?
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Böse in den Kohlköpfen 16. Dezember 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Ich erinnere mich nicht, seit Wolfgang Sofskys historisch-soziologischer Studie "Die Ordnung des Terros: Das Konzentrationslager" (Fischer, Frankfurt a.M. 1997) jemals wieder ein Buch gelesen zu haben, das mir in regelmässigen Abständen körperlich spürbare Übelkeitsgefühle bescherte. Jan Siebelinks Roman "Im Garten des Vaters" schaffte das nun wieder. Wenn Siebelink beschreibt, wie der Vater mit seinen schweren Stiefeln Kohlköpfe, von denen einer etwas angefault war, aus der Erde tritt und sie voller Zorn an der Stallwand zerschmettert, weil, wie er meint, das Böse in ihnen wohnt, kann es einem in der Tat schlecht werden. So auch etwa bei der Szene, in der der religiös verführungsdisponierte Gärtner und Hauptprotagonist des Buches, Hans Sievez, in einem dunklen, von Kuhdreck und altem Heu stinkenden Stall vor einer Handvoll schwarzgewandeter und geifernder Sektierer über das wunderbare "Gesicht" berichten soll, das ihn Gott eines Nachmittags in seiner gewitterverregneten Gärtnerei hatte schauen lassen. Schlecht wurde mir auch immer wieder angesichts der kryptischen Sätze aus den Predigten, die von den übelriechenden und verzückt schreienden Sektenpredigern dahergeredet wurden.

Wer das Beklemmende, Verbiegende und Selbstentfremdende des religiösen Glaubens nachfühlen können möchte, sollte Siebelinks "Im Garten des Vaters" unbedingt lesen. Das Sektenmilieu, in dem Hans Sievez, der Gärtner und Hauptprotagonist des Buches, mittels Paradiesversprechungen und Höllendrohungen zu Grunde gerichtet wird, soll sogenannte calvinistisch-fundamentalistische Wurzeln haben, wie man im Anhang vernimmt. Das Buch führt einen als christlich erzogenen Menschen aber immer wieder zur Frage, was denn der Unterschied zwischen "calvinistisch-fundamentalistischem Glauben" einerseits und "landeskirchlich-katholischem" oder "landeskirchlich-evangelischem Glauben" andererseits ist. Die zwar nirgends explizit formulierte, sich implizit aber durchaus aufdrängende Einsicht bleibt einem nicht erspart, dass es keinen Unterschied gibt - und wenn doch, dann bestenfalls einen graduellen, aber keinen prinzipiellen: Das düstere Erlösungs-, Heils- und Demutsabrakadabra ist bei den Sektieren wohl einfach noch ein bisschen abartiger.
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