Irgendwie war es ja klar. Nicht überall, wo Chatwin drauf steht, ist auch Chatwin drin. Peter Levis Reisebericht durch Afghanistan wirbt mit Bruce Chatwins Namen. Levi war mit Chatwin tatsächlich unterwegs; für das Buch ist diese Tatsache jedoch relativ unerheblich. Bis auf ein paar Rand- und Anwesenheitsnotizen können Chatwinfans aus Levis Bericht nicht all zu großen Nutzen ziehen. Als werbewirksamer Aufmacher ist Bruce Chatwins Name natürlich allemal gut zu gebrauchen.
Levi beschreibt eine Reise im Afghanistan vor den Kriegen. Er verliert sich dabei in Einzelheiten, beschreibt bis ins Detail genau Pflanzen, Orte und Antiquitäten. Dabei tritt ein sehr spezielles, für Kunstinteressierte sicherlich interessantes Afghanistan zu Tage. Nebenbei erfahren wir über Land und Leute noch eine Menge und können daraus unseren Nutzen ziehen. Aber alles in allem ist -Im Garten des Lichts- doch eher ein Buch für interessierte Historiker oder Archäologen. Für Freunde von Reiseberichten ala Chatwin fehlt es dem Buch an allen Ecken und Enden. Zudem wirkt die deutsche Übersetzung nicht ausgereift. Manche Sätze kommen gestelzt und holprig daher.
Mein Fazit: Wer sich für Nebenschauplätze von Chawins Leben interessiert, sollte hier zugreifen. Alle anderen Fans schnappen sich Chatwins Werk und lesen es zum zweiten, dritten oder vierten Mal. Sie werden dabei in jedem Fall mehr Freude empfinden.