Als das Buch vor ein paar Jahren auf den Markt kam, habe ich sofort zugegriffen. Der Sträfling Jack Drew war damals in "Südland" meine Lieblingsperson, und ich war öfter enttäuscht, weil er so wenige Szenen hatte und am Ende auch noch starb.
Hier hat Patricia Shaw ihn wiederbelebt und ihm eine eigene Geschichte gewidmet, die mich absolut auf meine Kosten kommen lassen hat. Sie beschreibt zu Herzen gehend, wie er sich nach langen Jahren im Busch unter Schwarzen wieder in der Zivilisation zurechtfinden, sich seiner Vergangenheit stellen und einen neuen Platz im Leben für sich erobern muss.
Zwar kommen auch wieder ein paar aufgeblasene, verwöhnte Figuren aus den besseren Schichten vor, die sie sich eigentlich hätte schenken können. Diese wenig einnehmenden Personen bestimmen leider wieder auf zuweilen nervige Weise einen Großteil des Romans. Das sorgt für ein paar Längen und mindert das Lesevergnügen etwas, aber die Story an sich ist fesselnd, sehr glaubwürdig und alles in allem vollauf gelungen. Immerhin wird gezeigt, wie wenig Anteilnahme am Schicksal anderer die Gesellschaft damals nahm, dass Zwangsarbeiter und Schwarze kaum mehr wert waren als Schlachtvieh. Wahrscheinlich hat Shaw auch genau das bezweckt, und dass so unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinanderprallen, sorgt für Spannung, Dramatik und bringt einen oft genug auch zum Schmunzeln.
Was den Stil betrifft, so kann man nicht viel sagen, von daher ist der Roman eindeutig durchschnittlich. Aber wer Shaw kennt, der erwartet auch nicht mehr. Ihre Romane sollen Spaß machen, und genau das tut auch dieser wieder.
Ich habe mich jedenfalls bestens unterhalten und wünschte, sie würde noch mehr "Randfiguren" eine eigene Geschichte widmen, anstatt sich wie sonst oft auf den Geldadel zu fokussieren. Über den hat man eindeutig genug gelesen. Somit ist "Im Feuer der Smaragde" zu einem meiner Lieblingsbücher von Patricia Shaw geworden, das ich sogar öfter lese, etwas, das ich sonst kaum jemals tue.