Hintegrund dieses aufwändig inszenierten Action-Spektakels ist ein wahrer Fall, der sich während des Bosnien-Krieges zugetragen hat. Ein US-Kampfjet wird während eines Erkundungsfluges von feindlichen Serben abgeschossen. Die Begebenheit wurde ziemlich frei interpretiert. So erscheinen die Serben als eindimensionale Bösewichter, die ohne zu zögern den Piloten Stackhouse hinrichten, während sein Partner Burnett fliehen kann. Burnett mutiert vom Drückeberger, der die Navy bereits abgeschrieben hat, zum patriotischen Helden. Schließlich muss er ganz auf sich allein gestellt, die Serben im Nacken, ums nackte Überleben kämpfen. Irgendwie schafft er es ein paar Mal, eine ganze Horde übler Serben auszutricksen. Nach Sinn und Logik sollte man hier lieber nicht fragen. Immerhin dürfte klar sein, was es mit der Botschaft des Films auf sich hat. Werte wie Ehre und Pathos sind allgegenwärtig. Trotz der mitunter erschütternden Bilder ist "Behind Enemy Lines", so der Originaltitel, mehr Action- denn Kriegsfilm. Die aufwändigen Luftschlachten, furios inszenierten Ballereien, schnellen Schnitte und ein flotter Soundtrack erwecken bisweilen den Eindruck eines überlangen Werbefilms für die US-Streitkräfte. Der Vorspann sowie einige grausame Szenen wurden beschnitten, wahrscheinlich um den bitteren Beigeschmack des Krieges in den Hintergrund zu drängen. Die kompletten Szenen sind wahlweise mit Regiekommentar im umfangreichen Bonusmaterial enthalten, welches trotz fehlender Trailer ein dickes Lob verdient. Fans von Filmen über die US-Armee finden derzeit wohl (noch) nichts besseres. Für den Rest ist "Im Fadenkreuz" unterhaltsames Action-Kino ohne viel Tiefsinn. Dank der erstklassigen Action verdient der Film 4 Sterne. Besondere Glaubwürdigkeit kann man von den meisten jüngeren US-Actionfilmen ohnehin nicht erwarten, so ist es auch hier.