Also noch ein Eifel-Krimi, dieses Genre ist ja mittlerweile fast unüberschaubar . Selbst eine interaktive Serie für Kinder gibt es und, ganz neu, einen Voreifel-Krimi. Muß nicht der Rest der Republik glauben, in der Eifel tummelten sich Mörder und andere Verbrecher zu Hauf?
Nein, denn Regio-Krimis spielen auch anderenorts, von der Ostsee bis zum Bodensee.
Regio-Krimis sind eben in. Aber haben sie nicht auch was von "Tümelei"? Und wo sind die realistischen Krimis über aktuelle internationale Machenschaften, die in deutschen Großstädten spielen? Dünn gesät würde ich behaupten.
Aber nun zum Roman selbst. Da durchweg flüssig geschrieben, kann der Leser diesen kurzweiligen Krimi nebenbei konsumieren. Die story ist nicht zu komplex, aber auch nicht uninteressant. Wir finden eine kriminalistische Handlung, die mit einem brutalen Mord im Eifelforst beginnt. Einen Hauptkommisar, der familiäre Probleme hat (gibt es eigentlich welche, die keine haben?) Und die lokale Verankerung in der Region Eifel, bei Monschau und dieseits und jenseits der deutsch-belgischen Grenze ist atmosphärisch dicht beschrieben.
Der Alkoholkonsum des Polizeibeamten ist bedenklich, auch sonst läßt er gerne den Mach-Typen raushängen, hat immer einen flotten Spruch parat, wälzt sich zur Not im Dreck und macht die Kollegin runter. Aber er kann auch anders, sodass man seine Frau nicht allzusehr bedauern muß.
Der Spannungsbogen führt letztlich zu einer plausiblen Aufklärung, die allerdings ein altes Vorurteil gegen die Eifler neu belebt.
Edgar Noskes Roman gehört sicher zu den besseren aus dem Genre der Eifel-Krimis. Dem Leser werden einige schöne Stunden beschert und kalte und trübe Winterabende, an denen man sich gerne ein kleines, unkompliziertes Lesevergnügen gönnt, gibt es ja genug.