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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Leben im Dienste des Diktators,
Von Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 50 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Im Dienst des Diktators: Leben und Flucht eines nordkoreanischen Agenten (Gebundene Ausgabe)
Als Kim Jong Ryul am 18. Oktober 1994 in Bratislava verschwand deuteten alle Zeichen darauf, dass der nordkoreanische Oberst einem Raubmord zum Opfer gefallen ist. Doch tatsächlich tauchte Kim Jong Ryul unter und setzte sich nach Linz in Oberösterreich ab. Dort war er von da an nur noch als Herr Emil bekannt. In Nordkorea wurde der scheinbar ermordeten Oberst zum Helden erklärt. Als Ingrid Steiner-Gashi im März des Jahres 2007 als Sportjournalistin getarnt das fragwürdige Vergnügen hatte zur Eishockey-Weltmeisterschaft (Division II) der Damen nach Pjöngjang zu reisen versuchte die Journalistin mehr über dieses fremde und völlig isolierte Land zu erfahren, was den nordkoreanischen Behörden nicht verborgen blieb und wohl in einem Einreiseverbot für Steiner-Gashi endete. Doch Steiner-Gashis Nordkorea-Episode, die in einer Reihe von Artikeln gipfelte sollte damit nicht vorbei sein, als sich 2009 über einen Mittelsmann "Emil" an sie wandte. Soviel zur Vorgeschichte von "Im Dienste des Diktators".Nach 15 Jahren im Untergrund hat sich Emil entschieden auszupacken, auch weil sich die Diktatur in Nordkorea als überlebensfähiger erwiesen hat als der Ex-Oberst 1994 dachte. Das kleine Vermögen mit dem sich Emil damals absetzte ist seitdem natürlich nicht gewachsen und so langsam stellte sich die Frage, ob er mit dem Schritt an die Öffentlichkeit nicht doch ein Scherflein zum möglichen Niedergang des Regimes beitragen könnte. Nach über einem Jahrzehnt in dem Kim Jong Ryul als Held betrachtet wurde, ist es wohl auch wahrscheinlicher dass man dessen Familie nun trotzdem unbehelligt lassen würde und nicht in Sippenhaft ins Arbeitslager werfen würde, wie die Familien anderer vor dem Regime geflüchteter. Was Emils Geschichte zu etwas besonderem macht ist dass er im japanisch besetzten Korea aufgewachsen ist und als wertvoller Zeitzeuge den Aufstieg von Nordkoreas Partei der Arbeit miterlebte. Darüber hinaus gehörte der talentierte junge Mann zu einigen der wenigen Nordkoreaner die im befreunden kommunistischen Ausland studieren durften, sprich der DDR, wo sich Kim Jong Ryul seinen Spitznamen Emil aneignete und zum besten Deutsch sprechenden Nordkoreaner avancierte. Emils Deutschkenntnisse sollten sich für seinen weiteren Lebensweg als Türöffner erweisen, zunächst als Übersetzer technischer Handbücher für den Fuhrpark des geliebten Führers und seiner Familie, später als einer der "Einkäufer" im deutschsprachigen Raum. Nordkoreanische Agenten haben sich wohl nicht nur im fernen Pakistan Nukleartechnologien angeeignet, sondern trotz UN-Embargo auch in Mitteleuropa gute Geschäfte mit deutschen und österreichischen Firmen getätigt. Wie dieses Beschaffungsnetzwerk funktionierte und nach wie vor funktioniert, legt Emil dar. Anhand Kim Jong Ryuls Beispiel verknüpft Ingrid Steiner-Gashi dessen Lebens- mit der nordkoreanischen Landesgeschichte. Somit ist es nicht bloß die Biografie eines Renegaten sondern eine Innenbetrachtung des nordkoreanischen Systems, von seinen Anfängen bis heute. Dass Emils Fall anlässlich der Buchpräsentation auch internationale Aufmerksamkeit erlangt hat ist in diesem Zusammenhang sicher erfreulich. Doch an einem Kollaps Nordkoreas ist derzeit niemand ernsthaft interessiert, wie Autorin und Emil am Ende des Buchs resümieren. Südkorea scheut die Kosten einer Wiedervereinigung, wovon das deutsche Beispiel der Wiedervereinigung abgeschreckt hat, China fürchtet die durch den Niedergang des Regimes zweifellos einsetzenden Flüchtlingswellen. Vize-Direktor der Abteilung 4 Fuhrpark, Personenschutz in der Sektion 1 des Hauptquartiers - Emil war kein Niemand in Nordkorea, doch er wie selbst die höchsten Minister waren stets der Willkür de Diktators ausgeliefert und konnten sich nie sicher sein, ob der nächste Tag nicht schon ihr letzter wäre. Neben dieser immanenten Furcht prägt das Leben aller Nordkoreaner nur eines, der Hunger, ein steter Begleiter des unterernährten Volks, das nichts davon wissen darf dass seine Herrscherfamilie in unterirdischen Prachtvillen feinste Speisen diniert und mit westlichen Luxuswagen fährt, während die Landbevölkerung kaum besser lebt als in Kim Jong Ryuls Kindheit. Fazit: Ein Leben das für die Geschichte eines ganzen Landes steht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr interessant,
Von
Rezension bezieht sich auf: Im Dienst des Diktators: Leben und Flucht eines nordkoreanischen Agenten (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist sehr interessant. Ich habe es in zwei Tagen durchgelesen. Bevor ich mir das Buch besorgt habe, habe ich mich abschrecken lassen von einigen negativen Rezensionen im Amazon. Doch dennoch habe ich das Buch durchgelesen und das war auch gut so!!!Es gab eine Kritik dass das Buch einfach geschrieben sei, dies stimmt, aber dadurch liest es sich auch sehr einfach und schnell. Dadurch kann es jeder lesen und man kann mehr Menschen erreichen. Also ist der einfache Schreibstil ein Vorteil. Also erwartet von dem Buch bitte kein Shakespeare oder Goethe! Ein Kritiker meinte das Buch sei Sensationsjournalismus und er habe andere Erfahrungen gemacht? Mag sein, aber ich bezweifle dass dieser Kritiker Oberst in der nordkoreanischen Armee ist und seit Staatsgründung in Nordkorea lebt. Aus journalistischer Sicht ist das Buch schlecht? Mag sein, dafür ist es für den Durchschnitts-Bürger sehr gut geschrieben! Es ist ein interessantes Buch über die grausamen Erfahrungen eines ehemaligen, ranghohen Offiziers in einem kaputten Land. Es erzählt über sein Leben und nebenbei über die Geschichte des Landes. Es ist kein Geschichtsbuch, aber es ist dennoch genug Geschichte verpackt dass man einiges erfährt und nicht zuviel um vom Hauptthema abzulenken --> der grausamen Ditkatur! Das Buch ist etwas besonderes, denn die Figur war eine wichtige Person in Nordkorea und dadurch hat sie mehr Einblicke hinter die Kulisse des Regimes gehabt als der Normalobürger. Und diese Eindrücke werden in dem Buch gut vermittelt. Conclusio: Buch sehr interessant, negative Kritiken unsinnig, Empfehlung: Lest das Buch und bildet euch eure eigene Meinung!! Und wenn es euch zu teuer ist, dann nimmt es euch aus der Bibliothek! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Kaum zu lesen begonnen isses auch schon vorbei,
Rezension bezieht sich auf: Im Dienst des Diktators: Leben und Flucht eines nordkoreanischen Agenten (Gebundene Ausgabe)
Ich bin auf das Buch durch einen spiegel.online Artikel gestossen.Das Buch ist nicht als Biographie zu verstehen, sondern es ist vielmehr so, dass die Entwicklung des Landes Nordkorea anhand des Lebens des Agenten beschrieben wird. Man erfährt nicht unbedingt neues über dieses total abgeschottete Land. Aber man versteht dieses Regime, die Teilung und den fehlenden Wiedervereinigungswillen besser nach der Lektüre. Das Leben des Agenten wird nicht durchgehend beschrieben. Mal geht es um das Land, mal um die Diktatoren, mal um den Agenten. Es fehlt in der Tat ein roter Faden. Mir scheint auch die Flucht schnell hingeschrieben zu sein, kaum beginnt sie im Buch, ist sie auch schon vorbei. Im Grunde bin ich doch etwas enttäuscht. Mehr Details und mehr Geschichten hätten dem Buch gut getan. Ein Mann der 60 Jahre in und für Nordkorea gelebt hat, hatte sicher mehr zu erzählen. Es bleiben mir auch Fragen. So wird z.B. nicht erklärt, warum die Nordkoreaner zu dem Schluss kamen, ihr Mitarbeiter sei ermordet worden. Das Buch bleibt stets oberflächlich und erklärt die Vorgänge nicht befriedigend. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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