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Im Clinch: Die Geschichte meiner Filme
 
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Im Clinch: Die Geschichte meiner Filme [Gebundene Ausgabe]

Fatih Akin , Volker Behrens , Michael Töteberg
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

«Im Clinch» präsentiert Fatih Akin in his own words - authentisch, unverstellt, direkt, lebendig. Ein Werkstattbericht des Filmemachers: wie man seine Visionen gegen mancherlei Widerstände durchsetzt, eigensinnige Schauspieler am Set zu Höchstleistungen bringt, sich von der Filmgeschichte etwas abguckt und doch sich selbst treu bleibt. Zugefallen ist ihm nichts: Der türkische Junge aus Hamburg-Altona, der Bruce Lee bewundert und vom Film träumt, hat sich durchgeboxt, bis er auf dem roten Teppich von Cannes stand. Er hat es geschafft, mit Leidenschaft und Beharrlichkeit, ohne sich zu verbiegen und ohne seine Herkunft zu vergessen. Seine Biographie steht beispiellos für den selbstbewussten und lockeren Umgang mit zwei Kulturen: Culture Crossing zwischen Bosporus und Elbe. Filmemachen ist ein Kampf wie Boxen - im Zweifelsfall gegen sich selbst. Auch davon handelt «Im Clinch». Fatih Akin trägt sein Herz auf der Zunge, er weiß Geschichten zu erzählen, nicht nur auf der Leinwand.

Über den Autor

Fatih Akin wurde 1973 als Sohn türkischer Eltern in Hamburg geboren. Mit seinen Filmen «Kurz und schmerzlos», «Solino» und «Im Juli» wurde er bekannt – mit «Gegen die Wand» wurde er zum internationalen Star: Akin erhielt dafür den Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele 2004, den Europäischen Filmpreis und weitere Auszeichnungen. Mit «Auf der anderen Seite» (2007) festigte er seinen Ruf als Repräsentant des deutschen Gegenwartskinos. 2009 folgte «Soul Kitchen», der mehr als eine Million Kinogänger begeistert hat.

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Von Ulrich Gellermann TOP 1000 REZENSENT
"Solange ich denken kann, denke ich auf Deutsch", sagt Fatih Akin zu Beginn seines Buches "Im Clinch" und dann liest man die heftig bebilderte Arbeit und fragt sich, wo denn der Clinch bleibt, außer er meint den mit sich selbst: Da klammert es manchmal ganz schön in seiner Entwicklung, wenn er über die Gangs erzählt, denen er angehörte und hie und da ne Prügelei, aber immer beseelt davon Filme zu machen. Und immer einer, bei dem Herz und Verstand eine Einheit bilden, wie das Deutsche und das Türkische in ihm.

"Es lebe die Bildung" sagt Fatih Akin an anderer Stelle, und er, der sich mit dem Abitur schwer tat, der eigentlich keine Lust auf ein Studium hatte und das Filmemachen lieber im Selbstversuch lernte, blieb dann doch bis zur Diplomprüfung Student, weil er sonst zur Bundeswehr gemusst hätte. Der Untertitel seines Buches, das eher ein langes, fast atemloses Interview ist, heißt "Die Geschichte meiner Filme" und das stimmt auch. Aber wenn er überlegt, dass "Deutschland damals", als er in den katholischen Kindergarten ging, "ein anderes Land war", dass es damals weniger Probleme mit der Integration gab als heute, dann nennt er die Ursache "Globale Ghettoisierung", und sein Buch geht analytisch über seine Filme hinaus.

Über seine frühesten Anfänge als Filmemacher gibt es vergnügliche Geschichten wie jene, als er "Abenteur in Rio" mit Lego-Figuren nachgespielt hat, oder als er später die Türkei entdeckte, die ihm bis zum Abitur nur ein Urlaubsort war, und ihm das Land seiner Eltern erst nahe kam, als er dort seine Filme drehte. Als er den Film "Kurz und Schmerzlos", die Geschichte über Liebe und ein kriminelles Leben, der Kritik preisgab, galt er plötzlich, gegen seinen Willen als "Ethno-Filmer" und das Etikett gefiel ihm nicht. Er sah und sieht seine damalige Arbeit im Gefolge von Tom Tykwers "Lola rennt" und ist so ehrlich und großzügig zu sagen, dass durch Tykwers Tür gegangen ist, die "Tykwer uns allen geöffnet hat."

Wenn Akin über die Dreharbeiten von "Gegen die Wand" erzählt, der Film der den Goldenen Bären bekam, dann gibt es sowohl jene Szene, in der er und der unvergleichliche Birol Ünel sich mit Stühlen bewerfen, weil der Schauspieler nicht so wollte wie der Regisseur. Als auch auch jene, in der die leuchtende Sibel Kekilli den lampenfiebrigen Ünel tröstend in den Arm nimmt, damit eine Liebesszene gedreht werden kann. Akin kann hart und zart, das ist ein wichtiger Teil seiner Qualität als Regisseur. Und er kann auch bescheiden: Als ich ihm während der Berlinale 2004 mitteilten konnte, dass er für "Gegen die Wand" den Preis der internationalen Filmkritik bekommen würde, hat er sich gefreut wie ein kleiner Junge. Dabei war er längst ein Großer und sollte, von Film zu Film, ein noch Größerer werden.

"Bei mir sieht man immer, wo ich gegessen habe - man sieht die Krümel", meint er zu seiner Art des Filmemachens, wenn er sie mit der "visuellen Eleganz" von Tom Tykwer vergleicht und man muss ihn eben der Krümel wegen loben. Zu Tykwers Omnibus-Film "Deutschland 09" ist sein Beitrag ein nachgestelltes Interview mit Murat Kurnaz, jenem Deutsch-Türken aus Bremen, der in Guantanamo saß und dessen Gefängnis-Schlüssel die deutsche Regierung weggeworfen hatte. Es waren die Krümel und Flecken auf der vorgeblich weißen Weste des damaligen Außenministers Steinmeier, die in Akins Beitrag überdeutlich wurden. Zu selben Zeit drehte er gerade "Soul Kitchen", den ersten deutschen Heimatfilm eines Kumpels, dessen Eltern aus der Türkei kommen, der ein ebenso komisches wie sensibles Stück über Gentrifizierung geworden ist. Ich hoffe, dass es Fatih Akin, der ungern auf eine Rolle festgelegt wird, mir nicht übelnimmt, wenn ich behaupte: Er und seine Filme waren und sind die schönsten Antworten auf den Anti-Migranten Sarrazin, bevor der überhaupt seine Fragen aufgeworfen hatte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Als Akin-Fan bin ich einerseits von den zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotos begeistert, andererseits ist der Rest fast ein bisschen mau. Manches liest sich wie das, was ich heute zum Mittag hatte. Aufgewärmt. Liegt vielleicht daran, dass ich vieles über Akin und seine Filme gelesen habe und mir die Objektivität abhanden gekommen ist. Für alle anderen dennoch: absolut empfehlenswert.
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