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Im Bund mit der Macht: Die Frauen der Diktatoren [Gebundene Ausgabe]

Antje Windgassen
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

18. März 2002
Von Nadjeshda Allilujewa ist ein zerrissenes Foto überliefert. Ihr Gatte Josef Stalin hatte es nach einem Streit wütend zerfetzt, ein Vertrauter klebte es heimlich wieder zusammen. Wenig später wurde Nadjeshda tot aufgefunden, vermutlich ermordet von Stalin selbst. Genaueres wurde nie bekannt - Leben und Tod der Nadjeshda Allilujewa stehen im Schatten des roten Zaren. Wie Stalin hatten die meisten Diktatoren des 20. Jahrhunderts Gattinnen, Geliebte oder beides. Wer waren diese Frauen? Was faszinierte sie an Männern, die oft als Massenmörder in die Geschichte eingegangen sind? Wie lebten sie an deren Seite? Wie viel wussten sie von den Verbrechen ihrer Gatten? Waren sie wichtige Vertraute und Mittäterinnen? Wagten sie Widerspruch? Antje Windgassen holt oft unbekannte Frauen aus dem Dunkel der Geschichte und eröffnet einen neuen Blick auf das Jahrhundert der Diktatoren.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 244 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (18. März 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593369001
  • ISBN-13: 978-3593369006
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 822.766 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

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Von Nietzsche stammt die Erkenntnis, alles Streben der Menschen ziele darauf ab, Macht zu erlangen. Henry Kissinger schätzte sie als wohl stärkstes Aphrodisiakum. Achteten in prähistorischen Zeiten Frauen bei ihrer Männerwahl noch auf die physische Stärke des Auserwählten, üben in unseren Tagen Einfluss und Geld eine ähnlich erotisierende Wirkung aus. Es überrascht daher nicht, dass gerade die Herrscher der totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts -- ausgestattet mit der größten denkbaren Machtfülle überhaupt -- auf Frauen eine besondere Anziehungskraft ausübten.

Antje Windgassen zeichnet in zwölf Fallbeispielen die Lebensläufe solcher Frauen nach, die -- unter weitgehendem Verzicht solch partnerschaftlicher Tugenden wie Ehrlichkeit, Warmherzigkeit, Treue, und Humor -- dieser archaischen Anziehungskraft erlagen. Vielen, wie Mirjana Marko Miloševic, genügte es nicht, sich lediglich im Glanze des Despoten zu sonnen, oft genug griffen sie aktiv ins Staatsgeschehen mit ein. Ohne ihre Herrschsucht wäre der farblose Slobodan, in jungen Jahren als "Streber und schrecklicher Langweiler" verschrieen, vermutlich nur ein gewöhnlicher Provinzfunktionär geblieben.

"Entbehre! Gebäre!", lautete Mussolinis Forderung an die italienischen Frauen. Für Rachele, seine eigene Frau, war das Wort ihres Duce Gesetz. Der indessen nahm sich die Freiheit, sie mit Clara Petacci nach Strich und Faden zu betrügen. Das berühmte Foto des erschossenen Diktators und seiner Geliebten, ein Symbol für das Ende des Faschismus, ging um die Welt. Rachele, 1979 hochbetagt gestorben, hielt das Andenken ihres Benito indessen unbeirrt und unbelehrbar ein Leben lang hoch.

Evita Perón, Margot Honecker, Stalins drei Ehefrauen, Carmen Polo, die das königliche Gepräge an der Seite Francos genoss, Maos Witwe Jiang Qing -- keinesfalls Randfiguren im Pakt mit der Macht, von der Geschichtsschreibung aber bislang vernachlässigt. Fast einmütig empfanden sich die Geschilderten als "gütige Landesmütter" eines Heeres aus "Schutzbefohlenen". Daher vielleicht das ungläubige Staunen, das Elena Ceaucescus letzte Worte angesichts des Erschießungskommandos signalisierten ("Nicule, man ermordet uns? In unserem Rumänien?"). Mitgefangen, mitgehangen. --Ravi Unger

Pressestimmen

28.03.2002 / Kölner Stadt-Anzeiger: Die Erotik der Macht "Antje Windgassen zeigt durch ihre aufschlussreiche und flott geschriebene Untersuchung einmal mehr, wie oft die Geschichtsschreibung ihren Blick einseitig auf die Männer richtet."

13.05.2002 / Tages-Anzeiger: Wie verhielten sich Frauen von Diktatoren zuìihren Männern? "In seiner Nüchternheit spannend, bei aller Tristesse seines Gegenstandes erhellend und faszinierend."

22.06.2002 / WAZ: Machtgelüste "Spannend von der ersten bis zur letzten Seite."

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Kundenrezensionen

4.4 von 5 Sternen
4.4 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schließt eine Lücke in der Literatur 26. April 2002
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
A. Windgassen hat sich hier Personen angenommen, die bisher in der Literatur über das 20. Jahrhundert ein stiefmütterliches, schattengleiches Dasein geführt haben: die Frauen der Diktatoren.
Frau Windgassen hat dabei eine gelungene Auswahl getroffen. Neben bekannten Frauen wie Eva Peron, fehlen auch schon fast vergessene Damen wie Margot Honecker, Jiang Quing oder Elena Ceausescu ebensowenig, wie die eher unbekannten Frauen Stalins oder Mussolinis.
In kurzen, prägnanten Biographien wird ihr Leben geschildert - ihre Bedeutung, ihr Verhältnis zur herrschenden Politik und zu ihren Männern klar herausgearbeitet. Die persönliche Wertung ihres Lebens wird dabei von der Autorin korrekt und objektiv gesehen.
Dank der Kürze und der Fülle an Details ist keine der gewählten Biographien langweilig und jede für sich ein Gewinn.
Sicher, die Liste der gewählten Personen ist nicht vollständig, ich habe z. B. Eva Braun oder Imelda Marcos vermißt, aber Frau Windgassen erwähnt in ihrem Vorwort extra, das sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Vielleicht schreibt sie ja bald eine Forsetzung dieses Buches, das man mit Spannung erwarten dürfte.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessant und Lesevergnügen in einem 9. April 2002
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Wie gut, dass es auch interessante und informative Bücher für den "Normalleser" gibt. Ich bin kein Historiker mit einem speziellen Forschungsgebiet und ich lege Wert darauf, das ich verstehe, was ich lese. In dieser Beziehung bin ich bei dem Buch von Frau Windgassen voll und ganz auf meine Kosten gekommen. Es ist klar und verständlich geschrieben und zudem außerordentlich interessant zu lesen. Außerdem finde ich durchaus, dass die dargestellten Frauen deutlich aus den Schatten ihrer Männer heraustreten.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen fürwahr ein weites Feld... 5. November 2002
Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
Die Frauen der Diktatoren, Mitwisserinnen, Trittbrettfahrerinnen, Unterjochte oder auch Unterjochende - Antje Windgassen hat sich ein fundamental wichtiges Thema ausgesucht und hervorragend bearbeitet! Es gibt Frauen, vor denen man tiefe Achtung empfinden muss, so zum Beispiel vor Nadjeshda Allilujewa, die in Gesellschaften lautstark gegen das Terrorregime ihres Mannes Kritik erhob - bis Stalin sie im Schlafzimmer per Walther-Pistole erschoss. Weniger als Opfer denn vielmehr als Täterin: dies dürfte wohl auf den aktuellsten bei Antje Windgassen analysierten Fall zutreffen: auf Mirjana Markovic. Zwar sitzt Slobodan Milosevic in Den Haag im Gefängnis, aber dass Milosevic zu einer Art "serbischem Messias" hochstilisiert wurde, ist einzig der Organisationsgier seiner Gattin zuzurechnen, die (laut Windgassen) in ihrem Land als "weiblicher Mephisto" oder "Belgrader Lady Macbeth" einsortiert wird. Einen abstrusen Doppelclick beschreibt Windgassen bezüglich des eingegarnten Mussolini. Kaum mag man seiner 19jährigen Geliebten Clara eine Schuld geben als vielmehr der monströs planenden Mutter Claras, jener diabolisch-berechnenden, geld- und ruhmgierigen Giuseppina Petacci. Die selbsternannte de facto-Schwiegermutter, die sich mit Mussolini-Geldern reichlich vergoldet hatte, setzte sich, als es brenzlig wurde, rechtzeitig mit ihrem Tross nach Spanien ab, Mussolini wurde samt seiner Geliebten mit den Füßen nach oben an einer Tankstelle in Mailand demonstrativ aufgehängt. Dieses Schicksal blieb im wohlanständigen, wiedervereinigten Deutschland (anders als dem auch beschriebenen Ehepaar Ceausescu) den Honeckers erspart. Wer war da wohl die treibende Kraft, wer der infantile Geschobene? Zwar landen - und ist das nicht falsch? Lesen Sie weiter... ›
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absolut interessantes und informatives Buch 24. März 2002
Von M. Pieper
Format:Gebundene Ausgabe
Beim Lesen vom "Im Bund mit der Macht" habe ich erst festgestellt, was für Wissenslücken ich hatte. Na klar, Namen wie Stalin, Mussolini und Mao waren ein Begriff, aber wie sie lebten und was sie alles auf ihr Gewissen luden, war mir weitgehend unbekannt. Die Geschichte aus der Sicht ihrer Frauen zu betrachten, bzw. diese in ihre (Un)Taten mit einzubeziehen war für mich gleichfalle eine neue und interessante Perspektive. Ein wirklich gut geschriebenes und vor allem lesenswertes Buch.
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