Die vierzehnjährige Tiffany, genannt Tiff, hat es nicht leicht im Leben. Ihre Eltern sind heillos zerstritten und eines Tages brennt ihre Mutter mit ihrem neuen Liebhaber durch. Tiffs Vater Frank Spain klammert sich durch diesen Schicksalsschlag nur umso mehr an seine Tochter, die er streng behütet. Dass ihr überfürsorglicher Daddy jedoch einer der besten Auftragskiller der Mafia ist, ahnt Tiff indes nicht. Dafür verfällt sie dem jungen gutaussehenden Greg, der ihr den Himmel auf Erden verspricht, und so entflieht Tiff der häuslichen Geborgenheit, um mit Greg ihr neues Leben aufzubauen. Doch der hat gänzlich andere Pläne und macht die kleine, naive Tiff zunächst mit Drogen gefügig, bevor er sie auf den Strich schickt, um anzuschaffen. Bis sie eines Tages an den Falschen gerät und dadurch in einer Spirale aus Gewalt, Sadismus, Sex und Blut gefangen wird. Als Frank Spain vom Schicksal seiner Tochter erfährt dreht er durch und beginnt einen brutalen Krieg gegen die Schuldigen, sowie gegen die gesamte Mafia-Familie, der er einst treu gedient hat, und die den Abschaum finanziert, der das Leben seiner Tochter zerstört hat. Frank Spain zieht eine blutige Spur durch Amerika und kreuzt unweigerlich den Weg von Jack Eichord, dem Serienkiller-Spezialisten, der den Fettsack Chaingang dingfest gemacht hat. Zwischen den beiden Männern entspannt sich ein nervenaufreibendes Duell, aus dem nur einer der beiden lebend herauskommen wird '
Mit 'Fettsack' (Slob) hat sich Rex Miller auch in Deutschland endlich einen Namen gemacht, wenn auch leider erst posthum, denn der amerikanische Ausnahmeschriftsteller verstarb im Jahr 2004, hinterließ aber eine Liste mit insgesamt zehn Büchern, in denen unter anderem Jack Eichord und Daniel 'Chaingang' Bunkowski immer wieder die Hauptrollen übernahmen. In dem vorliegenden Werk, das Miller bereits im Jahr 1988 schrieb, hat es der Serienkiller-Experte Jack Eichord aber mit einem ganz anderen Gegner zu tun. Frank Spain ist keine 500 Pfund schwere Killermaschine, die nur vom Drang zu töten angetrieben wird. Frank Spain ist ein eiskalter, berechnender Killer, der nur ein Ziel kennt: Rache! Rache für seine Tochter, und dass um jeden Preis. In seinem einzigartigen, unverkennbaren Stil, den Rex Miller in seinem Debütroman 'Fettsack' prägte schickt er erneut Jack Eichord auf Verbrecherjagd. Der abgehalfterte Polizist fristet jedoch ein eher trostloses Dasein. Seine Beziehung zu Edie ist in die Brüche gegangen, und doch kann er nicht loslassen, obwohl er genau weiß, dass im Leben dieser Frau und ihrer kleinen Tochter Lee Anne kein Platz mehr für einen Trinker ist, der außer Alkohol nur Arbeit im Kopf hat. Der Autor verbindet auf einmalige Art und Weise Elemente des Krimi Noir mit denen des Splatterpunks und setzt in der Serienkiller-Literatur deutliche Akzente. Der Roman ist nichts für Thriller-Puristen, sondern entwickelt eine eigene, authentische Dynamik, die den Leser direkt in das Geschehen einbezieht. Er wird nicht nur zum Voyeur des unfassbaren Grauens, sondern wird imaginativ zu Opfer, Täter und Ermittler gleichermaßen. Die wechselnden Perspektiven ermöglich es dem Leser die Geschichte aus sämtlichen beteiligten Blickwinkeln zu verfolgen. Millers Schreibe ist bisweilen zwar sperrig und unbequem, entfaltet aber ihren eigenen Reiz und sorgt für einen nachhaltige Eindruck. 'Im Blutrausch' ist kein Unterhaltungsroman für zwischendurch, sondern ein bitterböser Trip in die Abgründe der menschlichen Seele, dessen sozialkritische Untertöne unverkennbar sind.