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Im Auge des Zyklons
 
 
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Im Auge des Zyklons [Broschiert]

Eva Joly , Elisabeth Liebl
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 285 Seiten
  • Verlag: Riemann Verlag (4. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570500519
  • ISBN-13: 978-3570500514
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 574.324 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Fall Elf Aquitaine schlug seinerzeit hohe Wellen in den Medien. Es war einer der größten Polit- und Wirtschaftsskandale der Nachkriegszeit. Die gebürtige Norwegerin Eva Joly führte als Oberste Ermittlungsrichterin im französischen Finanzministerium acht Jahre lang die Untersuchungen im Skandal rund um den Öl-Konzern. Trotz Morddrohungen, Behinderung der Ermittlungen und den Verflechtungen von Industrie und Politik hielt sie eisern durch und beendete den Kampf gemeinsam mit ihren Kollegen erfolgreich im März 2001.

Zu dieser Zeit begann sie, sich die psychisch niederdrückenden Ereignisse minutiös von der Seele zu schreiben. Ihr wurde viel Geld von einem Verlag für diese Arbeit geboten, was sie aber ablehnte und sich stattdessen für einen kleineren, unbekannteren Verlag entschied. Hätte diese dramatische Korruptionsaffäre nicht tatsächlich eine Schar von Ermittlern rund um Eva Joly in Atem gehalten, würde jeder das Buch für einen sehr spannenden und gut komponierten Mafia-Krimi halten.

Tatsächlich waren Mafia-Methoden mit im Spiel. Sie sollten Eva Joly zum Schweigen bringen. Zeitweise wurde die couragierte Richterin rund um die Uhr von Sicherheitsbeamten bewacht. Die Maßnahmen gegen Schlupflöcher und gegen Intrigen wurden immer ausgefeilter. Selbst im Justizpalast konnte 1998 nicht mehr ungehindert offen telefoniert werden, weil die Leitungen angezapft wurden. Journalisten erfuhren von Einsätzen wie von einer Hausdurchsuchung gegen den Präsidenten des Verfassungsrates Roland Dumas durch dunkle Kanäle und warnten ihn vor.

Es war generell ein Fall der Superlativen: Schmiergeldzahlungen in Milliardenhöhe, 850 amtlich versiegelte Container mit Beweismaterial, 80 Millionen Mark Provisionsgelder an die Holzer-Firma Delta International und 37 Angeklagte. Selbst wenn der Fall Elf Aquitaine jahrelang Schlagzeilen machte, ist diese persönliche Schilderung von Eva Joly keineswegs überflüssig. Sie korrigiert damit ein einseitiges Bild, das durch die Medien seinerzeit geschaffen wurde. Das Buch zeigt, wie David gegen Goliath gewinnen kann und macht Mut für eine bessere Welt ohne Korruption. --Corinna S. Heyn

Kurzbeschreibung

Globale Finanzmafia - machtlose Justiz? Sechs Jahre lang hat die französische Ermittlungsrichterin Eva Joly die Untersuchungen des Finanzskandals um den Öl-Konzern Elf Aquitaine geleitet. Statt bei ihren Untersuchungen Unterstützung zu erfahren, wurde sie systematisch behindert, mit dem Tod bedroht, eingeschüchtert und illegal abgehört. Sie machte sich dabei den obersten Richter des Landes zum Feind und brachte sowohl den Elf-Aquitaine-Chef Loïk Le Floch-Prigent als auch den ehemaligen Außenminister Roland Dumas zur Anklage. Für ihren Mut und ihre Beharrlichkeit zahlte Joly einen hohen Preis: intensivsten Polizeischutz rund um die Uhr und trotzdem permanente Angst um ihr Leben. Heute leitet Eva Joly eine Antikorruptions-Kommission in Norwegen, die sich zum Ziel gesetzt hat, die internationalen Schwarzgeldströme offen zu legen. Joly belegt, dass Elf Aquitaine kein Einzelfall, sondern lediglich die Spitze des Eisbergs ist: "Nach sechseinhalbjährigen Untersuchungen von Hunderten von Finanzfällen habe ich die Gewissheit und die Beweise, dass 95 Prozent der großen Geldbetrügereien ungestraft bleiben." Joly dokumentiert, wie viele sehr reiche und einflussreiche Persönlichkeiten die Globalisierung der Finanzmärkte und Geldströme missbrauchen. Sie profitieren von dieser Pandorabüchse der Offshore-Bankenplätze, des internationalen Derivate-Handels, der Steueroasen und unkontrollierten internationalen Girozentralen. Sie haben ein "Reich der Straffreiheit" geschaffen, denn, so Joly, sie "leben außerhalb der Gesetze, weil sie stärker sind als das Gesetz." "Im Auge des Zyklons" beschreibt die harten Fakten krimineller Geldgeschäfte in Verbindung mit Eva Jolys persönlicher Geschichte.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Licht am Ende des Tunnels 4. September 2003
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Eva Jolys Buch über den ungeheuren Korruptionsskandal um die größte französische Firma Elf-Aquitaine schlägt die besten Krimis um Längen. Obwohl sie stets ganz sachlich bleibt, zwar menschlich, aber niemals reißerisch, wird es wohl den meisten Lesern die Sprache verschlagen, wenn sie von den indirekten und offenen Drohungen berichtet, denen sie sechs Jahre lang ausgesetzt war, den vielfälltigen Versuchen der Verleumdung, den ungeheuerlichen Summen, die da veruntreut wurden. So offen, wie es ihr unter Berücksichtigung des Dienstgeheimnisses möglich ist, und anscheinend besteht ein großer Spielraum, gibt sie Einblick in die Bereiche der Untersuchung, die nie den Weg in die Medien gefunden haben und korrigiert vielfach falsche Berichte. Da sie Informationen, die dem Nichtjuristen schwer zugänglich sind, als Fußnoten auf den Seiten ausgegliedert hat, bleibt der Text gut zu lesen und bietet doch mehr als allzu populär formuliertes. Es wäre zu erwarten, dass jemand, der in solche Abgründe geblickt hat, pessimistisch oder fatalistisch werden würde, doch das trifft nicht im mindesten zu. Das Buch verbreitet einen Hoffnungsschimmer in dieser Welt, in der die unendliche Kette der Skandale und ihre zunehmende Ungeheuerlichkeit zur Resignation verleiten. Eva Joly ist eine intelligente und sehr mutige Person, die aufklären will und weiterkämpft. Wer sich für Politik, Geschichte, Wirtschaft oder einfach nur für die Zeit in der wir leben und ihre Menschen interessiert, der kommt um die Lektüre dieses Buches nicht herum.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Ein sehr persönlicher Tatsachenbericht über den größten Korruptionsfall Europas. Eva Joly, die unbeugsame Richterin, berichtet, wie sie während der Untersuchungen im Elf-Fall (zu dem auch Leuna gehörte) bedroht und in ihrer Arbeit behindert wurde. Eines Tages schickte man ihr sogar einen kleinen Sarg.
Gleichzeitig benennt sie den Hauptschuldigen an der ausufernden Wirtschaftskriminalität: das globalisierte Finanzsystem mit seinen Steueroasen, in dem sich Milliarden in Sekundenschnelle in Luft auflösen lassen.
Ein kluges und mutiges Buch gegen all jene, die noch heute versuchen, diese Frau einzuschüchtern.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine bemerkenswerte Frau 10. September 2003
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Eva Joly ließ sich bei ihren Ermittlungen weder von Drohungen noch von Verlockungen beirren. Dass das dicht gesponnene Schmiergeldnetz, mit dem sich ganze Scharen von Beamten, Politikern und Kommissionären bereicherten, aufflog, ist einzig ihrer Unnachgiebigkeit zu verdanken.
Doch in diesem Buch geht es um etwas anderes: Joly beschreibt, wie die Korruption mittlerweile zum System geworden ist, das die Moral der Eliten untergräbt, den Steuerzahler Unmengen Geld kostet und den Wettbewerb untergräbt. Diesen Kampf hat sie mittlerweile auch auf politischer Ebene aufgenommen. Die als Europäerin des Jahres ausgezeichnete Richterin ist mittlerweile in ihr Heimatland Norwegen zurückgekehrt und berät dort die Regierung bei der Schaffung einer Anti-Korruptions-Gesetzgebung - und genießt dort nun zum ersten Mal seit vielen Jahren die Freiheit, ohne Leibwächter zum Abendessen zu gehen oder am Samstag am Strand von Oslo Rad zu fahren.
Was geschieht, wenn man den Kreisen der Macht neugierig zu nahe kommt, beschreibt dieses Buch - aus der Perspektive einer, die dem Zyklon entkommen ist.
Selten habe ich ein Buch gelesen, das so anrührend und präzise, so versöhnlich und unnachgiebig, so aufrüttelnd und klarsichtig zugleich ist. Der unspektakuläre Mut dieser Richterin ist wirklich beeindruckend.
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