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Im Auge des Tigers
 
 
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Im Auge des Tigers [Gebundene Ausgabe]

Tom Clancy , Michael Baumann , Anja Schünemann
1.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (87 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Im Auge des Tigers erzählt von einer Allianz des Bösen, die in einem Kaffeehaus in Wien beginnt. Hier schlägt ein Mann namens Mohammed dem Vertreter eines kolumbianischen Drogen-Kartells in den USA einen für beide fruchtbaren (und für andere tödlichen) Deal vor. Mohammed nämlich hat ein Netzwerk fundamentalistischer Terroristen in Europa aufgebaut -- und prophezeit den Kolumbianern riesige Gewinne, wenn sie ihm helfen, seine Männer nach Amerika einzuschleusen. Nun sind die USA gefordert, hart und energisch auf die drohende Gefahr zu reagieren, was sie mithilfe ihres Geheimdienstes auch versuchen.

Clancy wäre nicht Clancy, wenn er nicht allerlei Know-how über das diffuse Innenleben der US-amerikanischen Geheimdienste in sein packendes Buch mit einfließen lassen würde. Mit Im Auge des Tigers hat er zudem offenbar aus den Erfahrungen der letzten nicht so erfolgreichen Titel gelernt. Anders als bei einigen dieser Bücher nämlich hat der Autor diesmal mehr Wert auf Stringenz und Geradlinigkeit des Plots gelegt. Dies kommt nicht nur der Spannung der Geschichte zu Gute, sondern wird auch viele Leser daran hindern, mitten im dicken Schmöker einfach abzuspringen. Und er hat seinen erfolgreichen Helden Jack Ryan (nicht zuletzt in Person seines Sohnes Jack Ryan Jr.!) wieder ausgegraben -- das wird vor allem eingefleischte Clancy-Fans besonders freuen.

Alles in allem ist Clancy mit Im Auge des Tigers also wieder ein Thriller der Spitzenklasse gelungen. Und der ist nach den Ereignissen vom 11. September und den daraus resultierenden Erkenntnissen zu neuen Formen des Terrorismus sogar aktueller denn je. --Stefan Kellerer

Kurzbeschreibung



Eine neue Form von Terror erfordert eine neue Generation von Jägern


Ein Mann namens Mohammed sitzt in einem Wiener Kaffeehaus und schlägt einem Kolumbianer ein Geschäft vor: Mohammed hat ein starkes Netzwerk aus Agenten und Sympathisanten in ganz Europa und im Mitttleren Osten, und der Kolumbianer ein ähnlich starkes Netzwerk im Drogenhandel Amerikas. Warum sollten sie nicht eine Allianz bilden und alle ihre Möglichkeiten und Verbindungen kombinieren? Das Potential für Profit wäre riesengroß - und das Potential für Zerstörung unvorstellbar.In der neuen Welt des Terrorismus, in der jeder mit einem Schnellfeuergewehr, einer Grundkenntnis in Chemie oder auch nur dem Willen zum Selbstmord eine dramatische Rolle spielen kann, gelten die alten Regeln nicht mehr. Keine offizielle Regierungsorganisation kann darauf mehr effektiv reagieren. Daher bleiben nur Männer und Frauen, die schnell und aktiv sind, frei von Hierarchie und staatlichen Einschränkungen Menschen, die außerhalb des Systems agieren. In einem unscheinbaren Gebäude in einem Vorort in Maryland sitzt die Firma Hendley Associates. Nach außen hin eine Investmentfirma, in Wirklichkeit aber mit ganz anderen Interessen: im In- und Ausland Terroristen zu identifizieren und zu lokalisieren, und dann mit welchen Mitteln auch immer einzuschreiten, um das Problem zu lösen.

Über den Autor

Tom Clancy, geboren 1948, arbeitete lange Jahre als Versicherungsagent. Eine Meuterei auf einem sowjetischen Zerstörer regte Clancy dazu an, seinen ersten Thriller, »Jagd auf Roter Oktober«, zu schreiben. Das Buch wurde auf Anhieb ein internationaler Erfolg, der sich in der Verfilmung mit Sean Connery in der Hauptrolle wiederholte. Seither ist Tom Clancy der Erfolg treu geblieben, seine Romane belegen regelmäßig über Wochen hinweg die ersten Plätze der internationalen Bestsellerlisten, die Verfilmungen mit Harrison Ford als Jack Ryan waren ausnahmslos Kassenschlager. Wie realistisch und gut recherchiert seine Bücher sind, zeigt die Tatsache, dass der Autor nach den Anschlägen vom 11. September von der amerikanischen Regierung als spezieller Berater hinzugezogen wurde.

Auszug aus Im Auge des Tigers von Tom Clancy, Michael Baumann, Anja Schünemann. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Der Campus

Das Städtchen West Odeon, Maryland (die Bezeichnung "Stadt" wäre übertrieben), bestand hauptsächlich aus einem Postamt - dem einzigen weit und breit -, ein paar Tankstellen und einem 7-Eleven. Hinzu kamen die üblichen Fastfood-Restaurants, wo sich Pendler auf der Fahrt von Columbia, Maryland, nach Washington D. C. mit einem fetthaltigen Frühstück versorgen konnten. Außerdem gab es noch ein Bürogebäude: einen unauffälligen, neun Stockwerke hohen Bau, etwa 800 Meter von dem bescheidenen Postgebäude entfernt. Auf dem weitläufigen Rasen davor stand ein kleiner Monolith aus grauem Backstein, der in silberfarbenen Buchstaben die Aufschrift HENDLEY ASSOCIATES trug. Wer oder was Hendley Associates war, blieb unklar. Auf dem Flachdach - einer geteerten Stahlbetondecke mit Kiesbelag - befanden sich der Maschinenraum der Aufzugsanlage sowie ein weiterer rechteckiger Aufbau, dessen Funktion nicht zu erkennen war. Er bestand aus weißem Fiberglas, das Funkwellen durchließ. Das Gebäude selbst wies nur eine Besonderheit auf: Es war mit Ausnahme einiger alter Tabakspeicher, die jedoch kaum über 25 Meter hoch waren, das einzige Haus mit mehr als zwei Stockwerken, das auf der Sichtlinie zwischen dem Hauptquartier der National Security Agency in Fort Meade, Maryland, und dem der CIA in Langley, Virginia, lag. Es hatte noch weitere Bauvorhaben für Standorte auf dieser Sichtlinie gegeben, die jedoch sämtlich daran scheiterten, dass die Baugenehmigung aus dem einen oder anderen vorgeschobenen Grund verweigert wurde.

Hinter dem Gebäude stand ein kleiner Antennenwald, wie man ihn von regionalen Fernsehsendern her kannte - ein halbes Dutzend Sechs-Meter-Parabolschüsseln, auf verschiedene kommerzielle Kommunikationssatelliten ausgerichtet und umgeben von einem vier Meter hohen Maschendrahtzaun, auf dessen oberem Rand Messerdraht gespannt war. Der gesamte Komplex - der eigentlich gar nicht so komplex war - nahm knapp sieben Hektar von Howard County in Maryland ein. Die Leute, die dort arbeiteten, nannten ihn den "Campus". Nicht weit davon entfernt befand sich das Labor für angewandte Physik der Johns Hopkins University, eine Einrichtung, die seit langem mit allem gebotenen Feingefühl die sensible Aufgabe erfüllte, beratend für die Regierung tätig zu sein.

Für die Öffentlichkeit war Hendley Associates ein Börsenhandelsunternehmen, das Aktien-, Anleihen- und Devisengeschäfte machte, dabei allerdings seltsamerweise kaum öffentlich in Erscheinung trat. Es schien keine Kunden zu haben, und auch über seine sonstigen Aktivitäten sickerte nichts Konkretes zu den Medien durch - das Unternehmen hatte nicht einmal eine PR-Abteilung. Gerüchteweise hieß es, Hendley Associates fördere im Stillen gemeinnützige Zwecke vor Ort, wobei als Hauptnutznießer dieser Wohltätigkeit die Johns Hopkins University School of Medicine genannt wurde. Unlauterer Machenschaften wurde das Unternehmen nicht verdächtigt - allerdings scheute der Direktor aufgrund seiner bewegten Vergangenheit jede Publicity und hatte sich ihr bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen er ins Rampenlicht zu geraten drohte, mit ebenso viel Geschick wie Charme entzogen. Schließlich hörten die Lokalmedien auf, Fragen zu stellen.

Hendleys Angestellte wohnten in der Umgebung, überwiegend in Columbia, zählten dem Lebensstandard nach zur gehobenen Mittelschicht und waren durchweg ganz gewöhnliche "Leute von nebenan".

Gerald Paul Hendley jr. hatte einen kometenhaften Aufstieg als Warenbroker erlebt, dabei ein beträchtliches Privatvermögen angehäuft und anschließend, mit Ende dreißig, eine politische Laufbahn eingeschlagen. Wenig später war er bereits Senator von South Carolina. Sehr bald haftete ihm der Ruf eines parlamentarischen Einzelkämpfers an, der sich nicht auf Sonderinteressen und die damit verbundenen Wahlkampfspenden einließ, sondern eine geradezu fanatisch unabhängige politische Linie verfolgte. In Bürgerrechtsangelegenheiten neigte er zu einer liberalen Haltung, in Fragen der Verteidigungs- und Außenpolitik vertrat er hingegen einen ausgesprochen konservativen Standpunkt. Er war nie davor zurückgeschreckt, seine Meinung kundzutun, lieferte der Presse auf diese Weise reichlich interessanten Stoff, und schließlich unterstellte man ihm in einschlägigen Kreisen Ambitionen auf das Präsidentenamt.

Gegen Ende seiner zweiten sechsjährigen Amtszeit erlitt Hendley jedoch einen schweren persönlichen Schicksalsschlag: den Verlust seiner Frau und seiner drei Kinder. (...) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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