Also zuerst muss ich sagen, dass es mich auch ein wenig überrascht, dass ich nun 4 Sterne für dieses Buch vergebe. Denn während des Lesens stieß ich auf die selben Schwierigkeiten wie meine Vorredner. Ich möchte deshalb ein wenig auf verschiedene Vorwürfe seitens der Kritiker eingehen.
Ich denke, dass die große Ungewissheit, der der leser zum Beispiel bei Religion oder Herrschaftsverhältnissen gegenübersteht, gar nicht so schlimm ist, sondern sogar gewollt ist. Das Buch ist eben so geschrieben, als ob wir, die Leser, selbst in dieser Welt aufgewachsen wären und uns mit den Begebenheiten auskennen würden. Außerdem wird, zumindest meiner Meinung nach, wirklich genügend Informationen bezüglich der oberen Punkte gegeben.
Nun aber zu dem einen Punkt, der mich fasziniert und der mich schlichtweg nicht loslassen will: nämlich eine Nebenhandlung, die immer mehr zur Haupthandlung wird. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber Durand(der Hauptcharakter) ist innerlich zwischen der Liebe zu einer Frau und der Loyalität zu seinem Herrn zerrissen und das zu erzählen schafft der Autor wirklich gut. Ich bin mir sicher, es gibt (auch im Fantasy-genre) "bessere" Liebesgeschichten, aber für die Altersgruppe (ich setze diese einfach mal bei 16+ an), die sich zumindest bis dato noch nicht allzu häufig mit Liebeslyrik auseinander gesetzt hat, ist es sicherlich ein interessanter "Einstieg".
Das ist aber nicht der einzige punkt, der mir sehr gut gefällt. Der andere ist folgender: Dadurch, dass dem leser vieles verborgen bleibt (ganz einfach auch deswegen, weil Durand selbst auch nicht alles erklären kann) entseht eine dichte, mystische Atmosphäre, die von geheimnissen nur so wimmelt. Mir persönlich kommt dann aber der Showdown am Ende etwas zu kurz und die von den anderen bereits angesprochene zum Teil doch recht holprige Sprache mindert den lesespaß unnötig.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass "Im Auge des Himmels" ein Buch ist, durch das man sich hin und wieder kurz kämpfen muss. Aber wenn man das schafft und sich auch damit zufrieden geben kann, wenn einem nicht alles erklärt wird, dann ist es sicherlich ein wirklich gutes Buch