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Schließlich ist Leo, der Vater ihrer unehelichen Tochter, der Chef einer Boulevardzeitung, die nach Sensationen und Großauflagen giert. Erst als Charlotte tot aufgefunden wird, erfährt Inspector Lynley von dem Fall...
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Ein Verbrechen involviert bei der Autorin Elizabeth George regelmäßig über zwanzig mitspielende Personen. Kein leichtes Unterfangen für den Leser alle Personen, die mal beim Vor-, Nachnamen, Titel oder Spitznamen erwähnt werden, richtig zuzuordnen. Aber die Geschichte wird es lohnen, das sich der Leser Mühe macht und alle Teilnehmenden im Auge zu behält. Ein kleiner Zettel reicht aber hier nicht, man sollte schon ein größeres Blatt für Lesenotizen bereithalten.
Abgeschreckt? Hoffentlich nicht, der Leser erhält für seine Aufmerksamkeit und Mühe die volle Gegenleistung in Form eines spannenden Kriminalromans mit interessanten Persönlichkeiten und deren mäanderähnlichen Verflechtungen.
Die alleinerziehende Mutter mit Lebensabschnittsgefährten verdächtigt den Vater des Kindes der Entführung. Brisant wird das Geschehen durch die Stellung der beiden Elternteile im öffentlichen Leben. Sie eine erfolgreiche konservative Politikerin mit weiteren Zielen und er ein ebenso erfolgreicher Chef einer Regenbogenzeitung. Die Autorin lässt sich viel Zeit, die Charakteren beider Hauptdarsteller, ihrer Gegenspieler im beruflichen Existenzkampf, sowie das soziale Umfeld -privat und beruflich- darzustellen.
Das Verbrechen als Lupe oder Mikroskop zum Betrachten einiger Einzelschicksale und wie deren Zusammenwirken bzw. -treffen ein Gemeinschaftsschicksal für die Zeit der Ermittlung wird.
Neben der eigentlichen Geschichte geht die Geschichte mit Inspector Lynley, Barbara Havers und weiteren bekannten Gestalten aus der vorangegangenen Buchreihe weiter. Dabei finde ich die Geschichte um Havers, deren kranken Mutter und den damit bebundenen zu lösenden Problemen nicht nur soziologisch deutlich spannender als das Liebesleben von Lynley. Die Präzision, mit der die Autorin Krankheiten nachzeichnet, ist an Spannung der Hauptgeschichte ebenbürtig.
Die Autorin hat in ihrem achten Kriminalroman nichts von ihrer ursprünglichen Erzählkraft eingebüßt. Im Gegenteil, der Leser hat den Eindruck einer Steigerung von Buch zu Buch festzustellen. Und auch nach dem Lesen dieses Werkes ist man zunächst geneigt zu sagen: Ihre beste Geschichte, so was kann sie nicht mehr toppen. Aber warten wir mal das nächste Werk ab.
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