Der Tod ihres Cousins Nate, der eigentlich mehr ein Bruder war, führt Jamie Kincaid nach Wisconsin. Er war Wochen zuvor in der Autowerkstatt von Dillon Gaynor tot geprügelt worden. Jamie möchte Nates Sachen abholen und in Erfahrung bringen, ob Dillon, dem sie alles zutraut, etwas mit seinem Ableben zu tun hatte. In der Schule war sie, bis zu seiner Verhaftung und einem für sie traumatischen Erlebnis, in ihn verliebt. Dillon reagiert bei ihrem Eintreffen sehr ablehnend, nimmt sie aber gezwungenermaßen bei sich auf. Während er behauptet, sie lieber heute als morgen wieder loswerden zu wollen, sorgt irgendjemand dafür, dass sich ihr Aufenthalt immer weiter verlängert. Auch wenn einiges dafür spricht, dass Dillon beim Tod ihres Vetters seine Hände im Spiel hatte und Jamie selbst nun in Gefahr schwebt, verfällt sie ihm wieder.
Für dunkle, unberechenbare Helden hat Anne Stuart wirklich ein Händchen. Auch Dillon ist so ein Typ - Über-Alpha, arrogant und von sich selbst eingenommen. Und obwohl er alles andere als behutsam mit der aufgewühlten Heldin umgeht, die noch von einer schlimmen Erfahrung gezeichnet ist, kann man eine gewisse Faszination für ihn nicht verleugnen. Bei Jamie kommen während des engen Beisammenseins lange verschüttete Emotionen wieder zum Vorschein. Die Heldin ist gar nicht mal schwach, kann aber ihrem Gegenüber nicht das Wasser reichen. Etwas merkwürdig wird die Erzählung, als plötzlich unerklärliche Dinge geschehen. Fast glaubt man sich in einer Geistergeschichte, die sich dann doch als gewöhnlicher Romantic Suspense entpuppt. Der Reiz des Romans liegt zweifellos im unwiderstehlichen Bad Boy begründet. (TD)