Nicht überall, wo James Patterson drauf steht, ist auch James Patterson pur drin. So auch bei dem Thriller "Im Affekt", wo ein gewisser Michael Ledwidge als Co-Autor aufgeführt ist - allerdings erst auf Seite 3. Dies klingt danach, dass der Name Patterson, der an sich für Thriller allererster Güte steht, wohl ziemlich gemolken wird und zumeist vom Autor nicht mehr als die Grundidee stammt, wohingegen die Schreibarbeit der Co-Autor übernimmt. Echt nervig ist, dass die Verlage diese Information eben häufig nur im Buch drin preisgeben.
Bei manchen Thrillern wie "Die Palm-Beach-Verschwörung" oder "Sündenpakt" geht das Konzept sogar auf, bei anderen wie z.B. "Todesschwur" fehlt James Patterson offensichtlich.
Im Affekt" zählt eindeutig zur letzteren Kategorie. Zwar hat der Thriller alles, was einen Patterson auszeichnet: kurze und prägnante Kapitel, einfache Sprache, jede Menge Wendungen im Handlungsverlauf und einen Show down zum Ende. Doch das alles ist ziemlich lieblos, oberflächlich und eher anfängermäßig dahin geschrieben. Die Dialoge sind unglaublich platt, die Wendungen ziemlich vorhersehbar und das Ende eher uninspiriert und langweilig.
Es geht um die Detective Lauren Stillwell, die ihrem Mann gegenüber aus Rache einen Seitensprung mit einem Kollegen Scott eingeht und kurz darauf dessen Entführung erleben muss. Den Täter kann sie eindeutig erkennen...es ist ihr Mann Paul. Als Scott wenig später ermordet aufgefunden wird und Lauren diesen Mord ihrem Mann zuschreibt, beginnt ein ziemlich unglaubwürdiges Verwirrspiel. Lauren versucht alle Hinweise, die auf ihren Mann, aber auch auf ihre Verbindung zu dem Mordopfer hinweisen könnten zu beseitigen und gleichzeitig das Motiv für die Tat zu finden.
Immer wenn sie glaubt, endlich Ruhe in den Fall zu bekommen, passieren Dinge, die sie am aktuellen Sachstand zweifeln lassen. Und es geht weiter in dem Stil "Nichts ist, was es scheint-obwohl vielleicht doch" - und das wie schon gesagt nur leidlich spannend und ziemlich durchschaubar.
Ich habe mich schlichtweg gelangweilt und auch geärgert, dieses Buch gekauft zu haben. Zukünftig werde ich gerade bei James Patterson Thrillern genau hinschauen, ob ein Buch tatsächlich vom Meister selbst oder eben nur von einem Auftragsautor geschrieben ist - und im Zweifel die Finger von weglassen.