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Illusionen der Postmoderne. Ein Essay
 
 
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Illusionen der Postmoderne. Ein Essay [Taschenbuch]

Terry Eagleton
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 186 Seiten
  • Verlag: Metzler (2. Oktober 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3476015629
  • ISBN-13: 978-3476015624
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,9 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 683.436 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Postmoderne Illusionen

Ein Essay von Terry Eagleton

Terry Eagleton ist ein Hansdampf in allen literarischen Gassen: Jüngst ist er mit einem vielbeachteten Bühnenstück hervorgetreten, seine akademischen Publikationen sind Legion – seine «Introduction to Literary Theory» ist inzwischen ein Klassiker dank der Gabe des Autors, abstrakte Zusammenhänge verständlich zu machen. Nun hat er einige seiner Essays gebündelt zu einem Buch über die Postmoderne. Allerdings hat Eagleton den Hang, seine Schriften fleissig wiederzuverwerten, und das tut er hier – seine Behauptung, das Selbstplagiat sei ein Teil der postmodernen Praxis, kommt allzu billig daher.

Er erkennt die Schwierigkeit der Darstellung eines Phänomens, das sich selbst als bizzarheterogen versteht und dessen Ideologie, wenn es denn eine hat, auf der Erkenntnis der Abwesenheit einheitlicher Theorien und Subjektvorstellungen beruht. Er begegnet dem Dilemma durch eine gezielt systematische Auseinandersetzung mit grundlegenden Kategorien wie Geschichte, Subjekt, Körper, Sexualität usw. Wie der doppeldeutige Titel «Illusionen der Postmoderne» schon ahnen lässt, beschränkt sich Eagleton keineswegs auf eine deskriptive Darstellung, sondern er bemüht sich – nach einem etwas langatmigen Einführungskapitel –, die Vorgeblichkeiten, Rauchschwaden, Trugschlüsse, Vorbedingungen, Selbsttäuschungen und Spiegelungen der Postmoderne zu zeigen. Er verfällt gelegentlich der Versuchung, seinem Thema gemäss zu schreiben und Bachtin mit Bodyshop, Lenin mit Lacan, Foucault mit Fonda lediglich um der Alliteration willen zu verbinden. Vor dem Absturz ins schwere Philosophieren rettet er sich durch die komische Brillanz seiner oft weit hergeholten, doch überraschend treffenden Beispiele.

Vor allem das Schlusskapitel steht voller schlagender Definitionen und griffiger Vergleiche. Die Schlusssätze berühren sein politisches Credo: Als Linker muss er die antihierarchischen, unterminierenden Aspekte des Postmodernismus begrüssen, sie bieten aber mit ihrem «kulturellen Relativismus und moralischen Konventionalismus . . ., ihrem Mangel an einer adäquaten Theorie des politischen Handel» keine befriedigenden Lösungen. Insofern sind Eagletons Essays eine eigenwillige Darstellung des Phänomens Postmoderne, welche mit Schärfe die politischen Defizite dieser kulturellen Befindlichkeit blosslegt.

Bruno von Lutz

Pressestimmen

"Der Professor aus Oxford nähert sich dem ewigen Streitthema Postmoderne erfrischend persönlich und undogmatisch." (Die Woche)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bestes Postmoderne-Banging 5. Februar 1999
Von Ein Kunde
Der marxistische Oxford-Professor Terry Eagleton beschäftigt sich mit den logischen Brüchen und politisch-ideologischen Konsequenzen des postmodernen Denkens, dessen Aufstieg für ihn mit der historischen Niederlage der Linken in den 68er-Auseinandersetzungen verbunden ist. Er greift sowohl logische Brüche als auch gefährliche politische Implikationen dieses - nicht sehr einheitlichen - Denkgebäudes auf: Warum stehen Postmoderne oft einem radikalen Relativismus nahe und verabscheuen die Idee universeller Vernunft, halten aber gleichzeitig ihre eigenen Überzeugungen für richtig? Warum vermeiden sie jedes Sprechen über Anthropologie, reden aber ständig vom Körper? Wie kann man, ohne von anthropologischen Setzungen auszugehen, effektiv gegen Unterdrückung argumentieren? Eagleton warnt am Ende des Essays vor reaktionären Folgen eines solchen Denkens: Gegen Faschisierungstendenzen in den realkapitalistischen Ländern haben Postmoderne u.a. wegen ihrer Abneigung gegen Organisiertheit, ihrem Partikularismus und ihrem kulturellen Relativismus kaum effektive Widerstandsmöglichkeiten, auch wenn sie diese Tendenzen gewiß ablehnen. Ein phantastisches - auch wirklich witziges - Buch und ein wichtiger publizistischer Eingriff eines der letzten öffentlich repräsentierten Marxisten.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Einen Fluch der Postmoderne 4. Februar 2007
Alan Socalt und Jean Bricmont demolieren in "Eleganter Unsinn" aus naturwissenschaftlicher Sicht die postmoderne Philosophie. Der Geisteswissenschaftler Terry Eagleton verpasst ihr in "Illusionen der Postmoderne" den Todesstoß.

Seltsam nur, dass dieser pseudointellektuelle Unsinn noch immer regen Zuspruch findet, zum Leidwesen der Studenten nun auch in deutschen Universitäten. Die Philosophie hat er schon unterwandert, mit "Cultural Studies" hält er bei den Literaten Einzug.

Kryptische Bücher ohne Sinn und Verstand schreiben, gutgläubige Anhänger um sich scharen - das alte Rezept der Theologen nun auch als "Wissenschaft". Bezeichnend, wo es doch gerade der Postmodernismus ist, der die Wissenschaft zu einem weiteren Diskurs ohne Wahrheitsgehalt erklärt. Dagegen wehren kann man sich - laut jener Philosophie - nicht, denn das System beherrscht alles, außerdem sind wir keine individuellen Subjekte, sondern nur Teil des "stream of flows" und können insofern ohnehin nichts anrichten. Dem Sozialisten Eagleton stört vor allem diese Kopulation mit dem Bestehenden. Man tut so, als wäre man links, tatsächlich hat man sich die bequemste und gleichgültigste Philosophie zurecht gelegt, die man sich nur ausdenken konnte. Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung - ach ne, reden wir lieber über Codes, Alterität und die Penisähnlichkeit von Pommes Frites.

Wer nach Orientierung in einer komplizierten Welt sucht, der wird mit dem Postmodernismus nur die Vollendung geistiger Verwirrung finden. Kehren wir lieber zu den Idealen von Aufklärung und Humanismus zurück, anstatt Ehrenmord und co. mit Hilfe des kulturellen Relativismus salonfähig zu machen und das nicht einmal zu bemerken.

Eagleton bringt es auf den Punkt:

"Die Linke braucht im Kampf gegen ihre politischen Gegner starke ethische und sogar anthropologische Begründungen; nur dies wird uns die politischen Resourcen verschaffen, die wir brauchen. Und in dieser Hinsicht ist das postmoderne Denken letztlich nicht die Lösung, sondern Teil des Problems."
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