Alan Socalt und Jean Bricmont demolieren in "Eleganter Unsinn" aus naturwissenschaftlicher Sicht die postmoderne Philosophie. Der Geisteswissenschaftler Terry Eagleton verpasst ihr in "Illusionen der Postmoderne" den Todesstoß.
Seltsam nur, dass dieser pseudointellektuelle Unsinn noch immer regen Zuspruch findet, zum Leidwesen der Studenten nun auch in deutschen Universitäten. Die Philosophie hat er schon unterwandert, mit "Cultural Studies" hält er bei den Literaten Einzug.
Kryptische Bücher ohne Sinn und Verstand schreiben, gutgläubige Anhänger um sich scharen - das alte Rezept der Theologen nun auch als "Wissenschaft". Bezeichnend, wo es doch gerade der Postmodernismus ist, der die Wissenschaft zu einem weiteren Diskurs ohne Wahrheitsgehalt erklärt. Dagegen wehren kann man sich - laut jener Philosophie - nicht, denn das System beherrscht alles, außerdem sind wir keine individuellen Subjekte, sondern nur Teil des "stream of flows" und können insofern ohnehin nichts anrichten. Dem Sozialisten Eagleton stört vor allem diese Kopulation mit dem Bestehenden. Man tut so, als wäre man links, tatsächlich hat man sich die bequemste und gleichgültigste Philosophie zurecht gelegt, die man sich nur ausdenken konnte. Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung - ach ne, reden wir lieber über Codes, Alterität und die Penisähnlichkeit von Pommes Frites.
Wer nach Orientierung in einer komplizierten Welt sucht, der wird mit dem Postmodernismus nur die Vollendung geistiger Verwirrung finden. Kehren wir lieber zu den Idealen von Aufklärung und Humanismus zurück, anstatt Ehrenmord und co. mit Hilfe des kulturellen Relativismus salonfähig zu machen und das nicht einmal zu bemerken.
Eagleton bringt es auf den Punkt:
"Die Linke braucht im Kampf gegen ihre politischen Gegner starke ethische und sogar anthropologische Begründungen; nur dies wird uns die politischen Resourcen verschaffen, die wir brauchen. Und in dieser Hinsicht ist das postmoderne Denken letztlich nicht die Lösung, sondern Teil des Problems."