"Illuminaudio" ist eine Scheibe solcher Art, wie sie sich einem erst nach mehrmaligem Hören erschließt.
Während das Schlagzeugspiel zu Anfangs monoton, allzu durchgängig, 4/4- und von durchlaufenden 16teln geprägt scheint, wie's im Metal-Core Gang und Gäbe ist, fallen die kleinen 32tel erst im späteren Hörverlauf auf. Die Drums wirken dann wiederum alles andere als einfach, allzu ausgecheckt. An die Stelle der Standardrhythmen, welche das Melodiepotential der Vocals alles andere als optimal supporten, treten nun vertrackte Fills und Polyphonien, die stark an the Mars Volta erinnern. Überhaupt erinnern die späteren Stücke der Scheibe stark an Volta. Dennoch haben Chiodos ihren ganz eigenen Stil gefunden. Soviel zur technischen Rafinesse, die einem auch zu viel werden kann uns sich zum Ende hin immer mehr steigert.
Gesanglich ist die Scheibe ein Mix aus Scream-, Shout- und Kopfstimmengesang. Entweder klingt sie nassfeucht kratzig oder hauchig engelklar. Auf jeden Fall eine spannende Mischung.
Schon beim ersten Track bekam ich eine Gänsehaut.
Leider muss ich sagen, geht mir das Gedudel spätestens nach dem siebten Track auf die Nerven. Selten stimmen Schlagzeug- sowie Gesangsrhythmik überein, was zwar ausgecheckt und durchaus nicht schlecht klingt, dem Song, der ja immerhin irgendwo noch was "Gesungenes" ist, aber auf Dauer schadet.
Wer also Bock auf eine echt krasse Scheibe hat, die nicht jedermanns Geschmick ist, auf alle Fälle atmosphärisch, hart, melodisch und progressiv anklingt, ohne langweilig zu werden, dem sei hierzu geraten!
Du Jungs haben durchaus das gewisse Etwas, provozieren aber klare Lager: Entweder man hasst oder liebt sie.
Pop ist das auf keinen Fall. Überhaupt fällt es mir, die Band irgendwo einzuordnen. Das ist Metal, Core, Indie drin, ein Quäntchen Progressive, etwas Punk, Rock, Atmosphäre ... alles etwas düster und ein klein bisschen unheimlich. Eigentlich eine gute Mischung. Aber nichts für die Ottonormalverbraucher!