Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zeitloses Meisterwerk, 25. April 2009
Wenn mir jemand Ende der 90er gesagt hätte, dass ein Singer/Songwriteralbum eines meiner Lieblingsalben der nächsten Dekade werden würde, ich hätte ihn ausgelacht. Aber Sufjan Stevens ist nicht irgendein Songwriter. Mit seinem 2005er Album revolutionierte er das Genre. Sufjan Stevens legt über jeden Mythos, über jede Legende, über jede kleine Geschichte eine geniale Melodie, singt dazu mit warmen, sentimentalen Falsetto hintersinnige und verschmitzte Texte, begleitet von klar phrasierten, wunderschönen Kompositionen. Bestes Beispiel ist Track 4: John Wayne Gacy Jr. Eine Ballade über einen Serienkiller, der einst 33 Kinder in Illinois umbrachte. Mit seinen Illinoisemakern, bestehend aus 4 Streichern, und jeweils einer Trompete und Drum, füllt er diese Geschichten mit Leben und zwar dermaßen real, dass es für den Hörer fast schon wieder surreal wirkt. Er singt über Lincoln, Bürgerkrieg, Großmütter, Decatour, UFOs, die nahe Highland gesehen wurden. 18 Instrumente hat Stevens selbst eingespielt. Ein Garant für einen breit diversifizierten und bunten Klang des Albums. Casimir Pulaski Day wird beispielsweise getragen von einem schwer atmenden Banjothema. Genial wie trickreich und kühn Stevens in den gesamten 75 Minuten arrangiert, wie reichhaltig seine Songideen sind. Da wechseln sich fröhlich klingende Sezessionskriegsflöten, elfenhafte Xylophone, melancholische Violinlinien und maritim anmutende Akkordeonthemen miteinander ab, um dann doch in einen gängigen Rocksong zu münden. Pastorale Kinderchöre folgen auf amish-ähnlichem Hippiegesang. Bestimmte akustische Themen kehren auf späteren Stücken immer wieder. Track by Track fließt alles ineinander, alles kommt wie aus einem Guss.
So vermittelt Stevens dem Hörer seine äußerst intime Sichtweise von Amerika. Er erzählt über reale Leute, von realen Geschichten. Er nimmt den Hörer mit zu ganz banalen Alltagsmenschen, dann wiederum in den Kopf eines Serienkillers, später an das Bett eines Todgeweihten, und letztendlich in das Auto einer aus Illinois flüchtenden Person, die ihr Leben ändern will. Es ist ein zeitloses Meisterwerk.
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lang lebe Sufjan Stevens..., 17. Juli 2005
Von Ein Kunde
Man kann Sufjan Stevens nur ein sehr langes Leben wünschen. Der 30-jährige Songwriter, Sänger und Alleskönner (laut "Illinois"-Booklet spielt er über 20 Instrumente) will zu jedem der 50 US-Staaten ein Album veröffentlichen. Zwei hat er jetzt geliefert - wenn auch nur drei, vier weitere so fantastisch, berauschend und im besten Sinne größenwahnsinnig ausfallen wie dieses hier, wird man Stevens eines Tages zu den ganz großen Komponisten Amerikas zählen. In einer Reihe mit Großmeistern wie Brian Wilson/Van Dyke Parks oder Burt Bacharach - auch britische Genies wie John Lennon/Paul McCartney, Nick Drake oder Paddy McAloon (Prefab Sprout) kommen als Vergleich in Frage."Illinois" - Nachfolger des bereits sehr vielversprechenden Albums "Michigan" (2003) - ist eine Wundertüte mit mal abenteuerlich-verschlungenen, mal schlicht-betörenden Melodien sowie hochintelligenten Texten zu Land und Leuten, Mythen und Geschichten des Präriestaates. Teilweise sind die Songtitel länger auszusprechen als die Lieder selbst dauern (eines davon ist nur wenige Sekunden lang), andere überschreiten locker die Sechs- oder Sieben-Minuten-Marke. Die Rafinesse der Kompositionen und Arrangements lässt sich kaum beschreiben. Klavier, Banjo, Gitarren, Bläser und Streicher werden oft von einem gemischten Chor unterstützt, der teilweise wie in einem antiken Drama Position bezieht. Das hört sich jetzt vielleicht spinnert oder zumindest überintellektuell an, ist es im Ergebnis aber nicht. Denn über allem schwebt die sanfte, warme Stimme von Sufjan Stevens, die letztlich doch den Pop-Faktor der meisten Songs sichert. Wegen der Länge der Songtitel lassen sich einzelne kaum hervorheben. Nur soviel: Der Stil-Mix dieser randvollen 75-Minuten-CD ist atemberaubend. Viel Singer/Songwriter, Folkpop, Country-Elemente, deutliche Spuren von amerikanischer E-Musik (Aron Copland) und Minimal Music (Steve Reich, Philip Glass), auch ein Soul-Ausflug und Rock-Gitarren sind dabei. Und doch wirkt die Platte nie überproduziert, alles fügt sich luftig, leicht und locker an seinen - den stets richtigen - Platz. Es gibt heute so viel lieblose Massenware in der Popmusik und so wenig Mut zum Risiko, dass "Illinois" und die dahinter stehende Idee (50 Platten zu 50 US-Staaten) umso wundersamer wirken. Die 2005er Verkaufs-Charts wird Sufjan Stevens mit dieser ergreifend schönen Platte wohl nicht erobern, ganz gewiss aber die Liebhaber großer, ambitionierter Pop-Kunst. Die Musikkritiker in den USA und Großbritannien sind jedenfalls unisono hellauf begeistert - sie vergeben derzeit ohne Ausnahme Fünf-Sterne-Höchstwertungen.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unglaublich fesselnd .....!, 10. Februar 2006
Alle Achtung !! Ich höre wirklich sehr viel und auch unterschiedliche Musik, aber sowas ist mir schon länger nicht mehr untergekommen. Der Musikexpress machte mich auf diese Platte aufmerksam und ich habe einfach mal blind gekauft. Sufjan Stevens fesselt seinen Zuhörer von der ersten bis zur letzten Minute dieser Folk/Songwriter/Country/Rock CD. Die Stücke sind wunderschön Multiinstrumental arrangiert und bergen unglaublich viele schöne Momente, die nach und nach entdeckt werden wollen. "Come on feel the Illinoise" wird selbst beim dreißigsten Durchlauf nicht langweilig. Er hat zu jedem US Bundesstaat eine Platte angekündigt... - das scheint endlich mal ein Musiker zu sein mit dem man gemeinsam alt werden kann.
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