| |||||||||||||||
Produktinformation
|
Valentin Braitenberg ist Professor für Physik und hat zahlreiche weitere akademische Weihen. Er ist ein wissbegieriger Mensch, der nun versucht hat, einen Roman zu schreiben. Herausgekommen ist dabei eine Sammlung populärwissenschaftlicher und esoterischer Essays, garniert mit einer Liebesgeschichte. Das Paar diskutiert mit den Weisen und Gelehrten über das Verhältnis von Primzahlen zum dreieinigen Gott, über Geometrie und Kosmologie oder aber die Vollkommenheit von Geigen -- "über Dinge, die keinen normalen Menschen interessieren", wie der Erzähler selbst feststellt.
Valentin Braitenberg stellt zur Schau, dass er über seinen Tellerrand blicken kann, dass er sich hier und da umgetan hat, aber sein eigentliches Thema, die Seele, das Bewusstsein und den Sinn des Lebens, verfehlt er.
Erzählt wird das Ganze in manierlicher Altherrensprache, die manchmal vornehm ironisch klingen soll. Dabei vergaloppiert sich der Autor ordentlich, wenn er zum Beispiel geometrische Vollkommenheit im weiblichen Gesäß sucht: "Der Orros schien mir, selbst in der Verhüllung, die er in verschiedenen Farben und wechselnden Stoffen trug, das schönste Gebilde, das ich je gesehen hatte." Weh tut auch, wenn die Geliebte am Balkongeländer steht und "Sonderbares" geschieht: "Ein Geräusch zeigt an, daß ein Teil des Gases, das im Inneren des Körpers durch Gärung entstanden ist, diesen verlassen und dabei die elastische Umgebung der Körperöffnung in Vibration versetzt." Übrigens, ganz am Ende verschwindet die Schöne mit den Blähungen und klaut auch noch die Geige.
Verglichen mit Braitenbergs "unwissenschaftliche Essays" Gescheit sein stellt sich die Frage, ob der Autor nicht doch besser bedient gewesen wäre, wenn er auch in diesem Fall seine philosophischen, astronomischen und theologischen Überlegungen in Essay-Form gegossen hätte. --Matthias Kehle
Tags(Was ist das?)Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte. |
|
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
|
||||||||||||||||||||||
|
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Komplexe Fragen neu gesehen,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ill oder Der Engel und die Philosophen (Gebundene Ausgabe)
Physiker und Gehirnforscher in einem, Valentin Braitenberg gelingt in seinem kurzen Roman eine seltsame Brücke zwischen diesen zwei Welten. Harmlos wie viele Romane spinnt er eine fast autobiografisch klingende, leicht erotische und immer spannende Beschreibung der aktuellen Fragen der Physik und ebenso des Bewußtseins.Dabei findet der Leser in den Dialogen zwischen Erzähler, Engel und fiktiven Denkern von England bis Jerusalem erfrischende Ideen zur Frage, wer wir sind. Die schwierige Frage der Erhaltungssätze in der Quantenmechanik wird von einem außergewöhnlich begabten, behinderten Engländer gefühlt, intuitiv erfaßt. Tänzerisch sich drehend ergründet er die Erhaltung des Wirkungsquantums. Dabei ist Braitenberg erstaunlich genau, ohne den Leser mit irgendwelchen Gleichungen abzuschrecken. "Die Substanz der Wirklichkeit ist in kleine Portionen unterteilt, der Raum der Wirklichkeit hat drei Dimensionen: räumliche Ausdehnung, zeitliche Ausdehnung und Kraft, das sind die Qualitäten der Wirklichkeit.", ein schönes Gleichnis auf die schwerverständlichen Phasenräume der Physik. Aber auch "Seele, Psyche, Geist wie Sie wollen" kommen nicht zu kurz. Wenn uns eine Person im Traum erscheint und uns dabei Ideen gibt, hat dann die Seele dieser Person zu uns gesprochen? Gehört uns die Idee oder geht das Patent besser an den Engel im Traum? Wieviele Seelen gibt es denn, vielleicht hat ja ein Mensch mehrere? Das öffnet die Phantasie und regt neue Gedanken zum alten Leib-Seele-Problem an. Wenn wir mit einem Stock über den rauhen Boden kratzen, spüren wir den Boden, fühlen im Stock oder im Gehirn die Unebenheit? Innen und außen sind für das Bewußtsein schwer zu unterscheiden. Über weite Strecken spielt die Geige, das Lieblingsinstrument Braitenbergs, eine wichtige Rolle. Die vielen Dimensionen der Qualität einer Geige mögen lange erscheinen, geben dem Roman aber einige spannende Wendungen, die den Leser über die vielen Ebenen der Geschichte führen. Wem die Bücher von Hofstadter und Dennett zu lang sind, Sophies Welt zu kindisch ist, der ist mit dieser Weiterentwicklung bestens bedient. Eduard Heindl (Dipl. Phys.) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
|
|
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||