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Ilias: Übertragen von Raoul Schrott
 
 
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Ilias: Übertragen von Raoul Schrott [Gebundene Ausgabe]

Homer , Raoul Schrott
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 6 (10. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446230467
  • ISBN-13: 978-3446230460
  • Größe und/oder Gewicht: 24,4 x 17,4 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 170.911 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Die neue Ilias passt in die Zeit. ... Ein Held der totgesagten humanistischen Bildung nimmt seinen Thron wieder ein." Wolfgang Büscher, Die Zeit, 17.04.08 "Durch Schrotts Coup wird einmal mehr der Urknall der abendländischen Dichtung gegenwärtig." Christian Thomas, Frankfurter Rundschau, 10.09.08

Kurzbeschreibung

Die deutschen Übersetzungen ruhen meist ungelesen im Bücherschrank. Zeit, dies zu ändern. Jenen Homer, den Raoul Schrott uns in seiner Neuübertragung der "Ilias" vorstellt, darf man getrost als Sensation bezeichnen. Ursprünglich geschaffen für die inszenierte Fassung, greift er konsequent auf die mündliche Tradition des Werks zurück. Er ersetzt den Hexameter durch frei rhythmisierte Prosa und bringt uns die Figuren im Kampf um Troja näher als je zuvor: den aufbrausenden Achilleus, den gewieften Taktiker Odysseus, den dreisten Agamemnon und viele mehr ... -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
38 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sprachebene verfehlt 6. April 2010
Von M. Heider
Format:Gebundene Ausgabe
Es kann nur als ambitioniertes und lobenswertes Unterfangen bezeichnet werden, eine Neuübersetzung oder vielmehr -übertragung der Ilias vorzulegen, die sich nicht in erster Linie an philologischen Gesichtspunkten orientiert, sondern versucht durch Verwendung einer zeitgemäßen Sprache den 2800 Jahre alten Text dem interessierten Leser des 21. Jahrhunderts zugänglich zu machen. Für den Versuch gebührt Herrn Schrott Anerkennung.

Leider entstellt seine gewählte Sprachebene die Ilias und erzeugt ein Zerrbild. Die Übertragung Schrotts strotzt vor deftigen, unzweideutigen Ausdrücken, speziell in den direkten Reden. Diese Unflätigkeit, an der prinzipiell nichts auszusetzen wäre, mag modern erscheinen, entspricht aber ganz und gar nicht der Sprache Homers. Deftigkeit und Unflätigkeit kommt auch in der ältesten erhaltenen griechischen Literatur nicht selten vor, etwa bei Archilochos -- allerdings enthält sich Homer einer solchen Ausdrucksweise zur Gänze. Wenn aber ein Autor eine bestimmte Sprachebene, die er hätte ohne weiteres verwenden können, vermeidet, so wird man das als bewußt eingesetztes gestalterisches Element ansehen dürfen; wenn also eine Übertragung von der im Original vorherrschenden Sprachebene abweicht, so kann man nur von einer Entstellung des Originals sprechen. Eine "moderne" Übersetzung wäre eine Übersetzung in kontemporäre Hochsprache, nicht aber in kontemporäre Umgangssprache -- auch Homer verwendet schließlich die Hoch- und nicht Umgangssprache seiner Zeit.

Die Übertragung Raoul Schrotts vermittelt somit zwar einen Eindruck von der Handlung der Ilias, wer aber über dieses sehr dürftige Gerüst hinaus mit dem Werk vertraut werden möchte, wird von ihr nur in die Irre geführt. Insgesamt ist etwa die Übersetzung Schadewaldts verbal nur ganz unwesentlich antiquierter und kaum schwieriger zu verstehen als jene Schrotts, vermittelt aber einen ungleich originalgetreueren Eindruck des Werkes.
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44 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Branwen
Format:Gebundene Ausgabe
Nicht zu fassen, dass Schrotts Ilias-Übertragung nichts als 5-Sterne-Rezensionen hier bekommt! Sicher, die Übersetzung liest sich nett (wenn man so was mag), nur mit Homer hat sie nicht viel zu tun. Sie folgt natürlich dem Handlungsverlauf, travestiert aber Stil und Tonfall in einer Weise, dass man eigentlich gleich einen historischen Roman lesen könnte.

Wo bei Homers Kriegern doch gewissen Umgangsformen vorhanden sind, finden wir hier eine Art Jugendgang, in der man sich mit platten Vulgarismen beschimpft ("dem hat Zeus doch ins Hirn geschissen" statt "der ratsinnende Zeus hat ihm den Verstand genommen"; "was bist du doch für ein arrogantes arschloch" statt "nicht schön ist es, sich übermäßig zu rühmen"), wo es um Sexuelles geht, wird auch gerne mal was hinzu erfunden ("während sich die beiden liebten, dass die bettpfosten wackelten" statt "die beiden betteten sich auf dem gurtdurchzogenen Lager"). In den Götterszenen gönnt Homer (der originale) dem Leser/Hörer schon auch gerne mal ein Augenzwinkern, wenn Göttervater Zeus vergenlich versucht, seine Großfamilie an die Kandare zu nehmen - aber bei Schrott führt Zeus sich einfach auf wie Al Bundy: von der Würde und Größe der Götter, die Homer gleichzeitig vermittelt (gerade das ist die vielbewunderte Kunst Homers), bleibt nichts übrig. Das alles ist Programm, denn Schrott erklärt selbst (in der Zeitschrift Akzente, 3, 2006; vgl. auch in der Einleitung zu diesem Buch), dass Homer "sein Dekorum wahren" (d.h. eine beim Adel oder bei Hofe akzeptable Ausdrucksweise benutzen) und sich insoweit einer Zensur" unterwerfen musste, weshalb Schrott sich nun mit seiner Übertragung das Recht herausnimmt, "dort, wo [im Originaltext] nur umschrieben und angedeutet wird, das eigentlich Implizierte etwas deutlicher" auszudrücken. Mit anderen Worten, das ist keine Übersetzung von dem, was dasteht, sondern eine Nachdichtung von dem, was Homer nach Auffassung Schrotts eigentlich hätte sagen wollen, wenn er sich getraut hätte. Ein reichlich naives Konzept von Dichtung, aber auch egal. Zumindest sollte man das wissen, bevor man Schrott liest und glaubt Homer zu lesen.

Übrigens ist Voss nicht die einzige Alternative, und Schrott ist auch nicht der erste, der auf den Hexameter verzichtet hat. Wer wirklich die Ilias in einer guten, kraftvollen, mitreißenden und dazu noch philologischen Übersetzung kennenlernen möchte, sollte zu der von Schadewaldt (in rhythmisierter Prosa) greifen. (Gibt es auch als Hörbuch: gelesen von Rolf Boysen: sehr zu empfehlen!) Man vergleiche nur mal die Anfangsverse:

von der bitternis sing, göttin - von achilleus, dem sohn des peleus
seinem verfluchten groll, der den griechen unsägliches leid brachte
und die seelen zahlloser krieger in das haus des hades sandte
die blutvollen leben dann nur noch fleisch an dem die hunde fraßen (Schrott)

mit

Den Zorn singe, Göttin, des Peleus-Sohns Achilleus,
Den verderblichen, der zehntausend Schmerzen über die Achaier brachte
Und viele kraftvolle Seelen dem Hades vorwarf
Von Helden, sie selbst aber zur Beute schuf den Hunden ... (Schadewaldt)

Nur drei Fragen dazu:
Von was genau wird gesungen, und aus welcher übersetzung kapiert man das sofort?
Was ist aussagekräftiger, "zehntausend Schmerzen" oder "unsägliches Leid"?
Merken Sie, dass in den letzten beiden Versen bei Schadewaldt auch eine Empörung steckt - darüber, dass das Schicksal toter Helden weder schön noch ehrenvoll aussieht, während Schrott mit seiner (frei erfundenen) Einfügung "blutvolles leben" eine ganz andere Antithese aufmacht und die Aussage schwächt?

Und auch das geht in dem ganzen Buch so weiter: von wegen Drastik - wo Homer zu seinem (ebenfalls berühmten) Realismus ansetzt und die Sache nicht in Jugendsprache abzuhandeln ist, wird Schrott oft farblos: So stirbt bei Homer mehrmals jemand "Brüllend, in den blutigen Staub verkrallt", bei Schrott aber bloß "röchelnd, ..." Fast immer, wenn es geht, wählt er den flacheren, gewöhnlicheren Ausdruck.

Fazit: Ich will Ihnen dieses Buch nicht verleiden, sicher macht es Spaß - aber Homer ist anders.
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65 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von absurdus
Format:Gebundene Ausgabe
Schwer war es bisher die Ilias zu lesen, sofern man kein Philologe ist oder sich anhand von Sekundärliteratur weiterzuhelfen wusste. Große Klassiker haben mich schon immer fasziniert, doch ein (je nach Ausgabe) deutlich über 500 Seiten dickes Buch in der Hexameter Form zu lesen ist für einen Nicht-Philologen einfach als zu anstrengend zu bezeichnen und lies daher bisher die für mich wichtige Lesefreude etwas vermissen. Raoul Schrott schafft hier mit seiner Neuübersetzung Abhilfe und überträgt diesen ganz großen Klassiker in eine für unsere heutige Zeit angemessene und gut verständliche sprachliche Form. Das Hexameter klassischer Übersetzungen weicht und dafür bekommt der interessierte Leser eine hochgradig spannende und mitreißende Geschichte, sicherlich aufregender als mancher Thriller! Die große Chance für diese Veröffentlichung liegt in meinen Augen daher darin, dass die Ilias hiermit ein neues, breiteres und hoffentlich auch jüngeres Publikum ansprechen und für sich begeistern kann!

Es hat mir viel Spaß und Freude bereitet, diese Neuübersetzung zu lesen und ich kann sie allen Interessierten nur wärmsten Herzens empfehlen. Ich denke selbst Leser, welche das Werk in anderen klassischen Übersetzungen bereits kennen, werden hier gut unterhalten werden. Das Buch bietet außerdem die Chance für Leser die Homer bisher fern blieben, zuerst dieses Buch zu lesen und sich dann an die Hexameter klassischer Ausgaben zu wagen (sofern ein detailliertes Interesse geweckt wurde).

Für mich alles in allem eine tolles Buch, welches hier als nicht ganz billige gebundene Ausgabe vorliegt.
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Veröffentlicht am 18. Februar 2009 von Wunderlich
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