Wer fühlen möchte, wie Musik aus dem 17. Jahrhundert auch heute noch mitreißen kann, MUSS diese Aufnahme besitzen.
Der Schwung, die Dramatik dieser Interpretation wird bereits in den ersten Sekunden deutlich, in denen die Solovioline über quasi "herausgeschleuderten", liegenden Akkorden des Orchesters mit blitzenden Kaskaden die tragische Anfangsstimmung "malt".
Dann die erste Szene der Penelope, die sich in Trauer über den seit Jahren verschollenen Mann verzehrt("Torna, Ulisse!")! Das MUSS man einfach gehört haben. Gerade die großen Rezitativ-Szenen der Protagonisten Odysseus (Prégardien) und Penelope (Fink) rühren mich so an, weil die Sänger sprichwörtlich "die Schotten aufreißen" und mit einer so bohrenden Intensität singen, wie ich es - freilich in einem völlig anderen Repertoire - sonst eher von alten Callas-Aufnahmen kenne.
Dass hier keine Missverständnisse auftreten: Das hier ist eine durch und durch "historische" Aufnahme. Allein: Die Gefühle, die hier vermittelt werden, sind Gefühle von Menschen von heute für Menschen von heute.