... von Antonio Skármeta ist Massimo Troisi hier gelungen. Ich nenne hier zuerst den nur einen Tag nach den Dreharbeiten im wahrsten Sinne des Wortes an gebrochenem Herzen gestorbenen Troisi, denn er war die treibende Kraft, diese Verfilmung zu realisieren, die ihn letztlich das Leben kostete, was auch ein wenig die bittersüße Tragik dieses Films ausmacht.
Dieser Film ist nur als eigenständiges Kunstwerk zu verstehen und nicht als Literaturverfilmung. Massimo Troisi war 41 und nicht 17 wie der Mario im Buch und so war es nötig und auch legitim, die Handlung seinen Bedürfnissen anzupassen, was meiner Meinung nach auch recht gut gelungen ist. Die Besetzung ist ganz hervorragend. Phillippe Noiret als Neruda ist einfach ein Volltreffer und wer Mario nicht glaubt, dass er sich in diese von der schönen Maria Grazia Cuchinotta verkörperten Beatrice verliebt hat und sprachlos von ihrer Schönheit hingerissen ist, der muss schon aus Holz sein ...
Auch die weiteren Nebenrollen sind gut besetzt, so z.B. die wunderbare Linda Moretti als Donna Rosa, die vergeblich versucht, Beatrice vor den Gefahren der Liebesmetaphern zu bewahren oder Renato Scarpa als Vorgesetzter Marios.
Die DVD besticht durch eine schöne Doku über Nerudas Werk, in dem einige bekannte Künstler wie Madonna, Sting usw. zu sehen und zu hören sind, wie sie einige Zeilen aus Nerudas Gedichten rezitieren. Außerdem ist auch der Autor des Buches zu sehen, was der ganzen Geschichte eine schöne Abrundung verleiht.
Im letztlich doch unvermeidlichen Vergleich zwischen Film und Buch muss ih sagen, dass in meiner Wahrnehmung der Film eine Spur schwermütiger daher kommt und hier das Ende auch tragischer wirkt als im Buch, wo alles eher einfach dem unvermeidlichen Fluss der Ereignisse zu entsprechen scheint ...