Komponist Ennio Morricone, der kürzlich seinen 75ten Geburtstag feierte, darf ohne Zweifel zu der ersten Rige an Filmkomponisten gezählt werden - sei es "Spiel mir das Lied vom Tod", "The Untouchables" oder "Der Profi" um nur einige zu kennen.
Die Kunst von Filmmusik liegt darin, der mittels bewegter Bilder erzählter Geschichte einen "Teppich" zu weben, nicht die Kraft der bewegten Bilder zu übertönen, davon abzulenken, sondern vielmehr sie zu ergänzen. Morricone ist seit über vierzig Jahren als Komponist tätig, hat über hundert Filmen seine musikalische Note verpaßt - viele seiner Kompositionen haben längst Kultstatus erreicht, reihen sich unter ebenfalls zeitlose Klassiker wie etwa "Lawrence von Arabien" von Maurice Jarre oder "Vertigo" von Bernard Herrmann (um noch zwei weitere "große" Vertreter zu nennen, deren Werke von unvergänglicher Schönheit sind).
Immer wieder begeistert der italienische Komponist mit eingängigen Melodien, gekonnten Arragements und gekonnter Verdichtung des Bildes durch den Ton.
Der Score zu "Once Upon A Time In America" ist die virtuose Vertonung von Sergio Leones Gangsterepos, variiert das bekannte Thema der Panflöte immer neu, spielt gekonnt mit Melodien der 30er Jahre, läßt jüdische Folkloristik einfließen. Diese neuveröffentlichte CD bietet erstmals auch Stücke, die nicht für die Endfassung des Films verwendet wurden: Eines der drei wirklich großen Crime-Movies der 80er Jahre - neben Martin Scorsese's "Goodfellas" und Brian de Palma's "The Untouchables" - nachdem er länger pausiert hatte, legte Regiesseur Sergio Leone mit "Es war einmal in Amerika" ein jede Dimension sprengendes Gangster-Drama vor: Robert de Niro, James Woods, Joe Pesci, Burt Young, Tuesday Weld und Elizabeth McGovern agieren in einer Erzählung, die einer Abrechnung mit dem 'american dream' gleichkommt, einer schonungslosen Offenbarung von Gier und Korruption, von Macht und Verbrechen, von Gewalt und Verrat.
Das faszinierende an Morricone aber ist, daß seine Kompositionen auch ohne Film "funktionieren" - wenngleich freilich Noodles & Co. vor dem geistigen Auge auftauchen.
Ein wunderbar schönes Album.