oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 0,85 eintauschen?
Il Duce: Das Leben nach dem Tod
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Il Duce: Das Leben nach dem Tod [Gebundene Ausgabe]

Sergio Luzzatto , Michael von Killisch-Horn
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
Preis: EUR 28,50 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 1 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Mittwoch, 30. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe EUR 28,50  
Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Il Duce: Das Leben nach dem Tod gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 0,85 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Jetzt für Amazon Student anmelden und um 20% erhöhten Eintauschwert sichern.

Hinweise und Aktionen

  • Tipp für Studenten
    Ein Jahr Prime kostenlos und einen 20% erhöhten Eintauschwert auf Trade-In erhalten alle Studenten die bei Amazon Student angemeldet sind.

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: Numeriert und limitiert. (Dezember 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821845996
  • ISBN-13: 978-3821845999
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 12,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 637.642 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Requiem für eine Leiche Spät erst wurde dem »Führer« (dank der Filmindustrie) eine gespenstische Auferstehung zuteil. Das makabre Nachleben des Duce begann, als seine Leiche (und die seiner Maitresse Claretta Petacci) auf der Mailänder Piazzale Loreto an den Füßen aufgehängt und Bestialitäten ausgesetzt war, an denen sich die primitivsten Kannibalen entsetzt hätten: ein Horrorspiegel des Kultes, den der Diktator mit dem eigenen Körper und der Faschismus mit der Körperlichkeit einer jungen Gefolgschaft getrieben hatte. Es ist dieser Körper, so Sergio Luzzatto in seiner brillanten Studie, auf dem Italiens neue Republik gründete. Und das in einem doppelten Sinn: Während die radikale Linke glaubte, nur das tatsächliche Verschwinden Mussolinis (und seiner Anhänger) werde seinen Mythos zertrümmern, klammerte sich die größere Zahl der Mussolini-Verehrer an die Hoffnung, dass ein ordentlich bestatteter Duce zur posthumen Verehrung einladen werde. Zwölf Jahre versteckten italienische Nachkriegsregierungen den Leichnam Mussolinis, um ihr politisches Überleben zu sichern - bis er 1957 nach düsteren Irrfahrten eine letzte Stätte im Familiengrab fand. Es sind diese beiden Seelen in der Brust Italiens, die für Luzzatto das demokratisch unerfahrene Land geprägt haben und bis heute prägen: Unversöhnlichkeit und Nachsicht, Radikalismus und Opportunismus, die Pf licht der Erinnerung und die Kunst des Vergessens.

Auszug aus Il Duce: Das Leben nach dem Tod von Sergio Luzzatto, Michael von Killisch-Horn. Copyright © 2007. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Prolog

Keine andere Episode der italienischen Geschichte

ist so grauenhaft wie jene, die sich auf dem Piazzale

Loreto ereignet hat. Nicht einmal die Stämme der

Kannibalen vergehen sich so grausam an den Toten.

Allerdings muß man sagen, daß diese Mörder nicht

für die Zukunft, sondern für die Rückkehr des

primitiven Urmenschen stehen. [...] Und man kann

auch nicht allein den Krieg für diese Grausamkeit

verantwortlich machen. Die Lynchmörder vom

Piazzale Loreto haben nie einen Schützengraben

gesehen; es handelt sich um Drückeberger oder

Minderjährige, die nie im Krieg gekämpft haben.

Allem Anschein zum Trotz bezieht dieser Zeitungsbericht sich nicht auf die Ereignisse in Mailand Ende April 1945, auf die Stadt, die durch die Resistenza und die Alliierten gerade von den Deutschen befreit worden ist. Nicht Benito Mussolini und die faschistischen Parteiführer sind die Opfer der Lynchjustiz. Und bei der Menge handelt es sich nicht um Bürger, die durch das Leid und die Entbehrungen des Zweiten Weltkriegs in wütende Raserei versetzt worden sind. Die Mörder sind keine Partisanen. Dieser Text wurde vielmehr im Juli 1920 in Mailand verffentlicht, während der Streik- und Gewaltwelle des »biennio rosso«, der beiden »roten Jahre« 1919 und 1920. Der Tote ist ein unbekannter Oberwachtmeister der Carabinieri, ein gewisser Giuseppe Ugolini, der zufällig über den Piazzale Loreto ging. Die für den Lynchmord Verantwortlichen sind militante Anarchisten und Sozialisten aus dem Viertel des Viale Monza, die der tagelange Generalstreik aggressiv gemacht hat und die erbittert und wütend sind über die Unterdrückungspolitik der Regierung Giolitti. Benito Mussolini spielt durchaus eine Rolle in dieser Angelegenheit, aber eben nicht die des Opfers; als Herausgeber des Popolo d'Italia ist er der Verfasser des zitierten Textes.

Einen glücklicheren Zufall, als zwischen den Quellen sozusagen den Leitartikel zu entdecken, den Mussolini, ein Vollblutjournalist, seiner eigenen Hinrichtung auf dem Piazzale
Loreto gewidmet hätte, kann man sich als Historiker schwerlich wünschen. Aber auch der glücklichste Zufall bleibt ein Zufall. Veröffentlicht, als Mussolini sich darauf vorbereitete,
Premierminister Giovanni Giolitti die Fasci , die faschistischen Kampfbünde, zur Verfügung zu stellen, um eine drohende probolschewistische Revolution abzuwenden, ist der Leitartikel in Il Popolo d'Italia viel eher Teil der Geschichte der Ursprünge des faschistischen Regimes als der Geschichte des toten Körpers des Duce. Dennoch ist der Text über die »Kannibalenstämme« vom Piazzale Loreto ein geeigneter Ausgangspunkt, insofern er - mit all der Kraft, die aus der absoluten Zufälligkeit resultiert - die tieftragische Dimension von Mussolinis Leben deutlich macht. Kann es ein schrecklicheres Drama geben als das eines Mannes, der sich nicht bewußt ist, daß er fünfundzwanzig Jahre im voraus die genauen und grauenvollen Umstände seines eigenen Endes kommentiert?

In Mussolinis Schriften finden sich weitere Zeichen, die auf ein »groteskes und erhabenes« Schicksal als öffentliche Person vorausdeuten, die von allen geliebt und von allen gehaßt
wird. Dazu gehören auch jene Worte, die den Angehörigen und Anhängern des Duce nach 1945 letztlich als ein unwiderlegbares Dokument seiner prophetischen Gabe gelten sollten: »Es wäre ausgesprochen naiv von mir, wenn ich darum bitten würde, daß man mich nach meinem Tod in Ruhe läßt. An den Gräbern der Köpfe jener großen Umwälzungen, die man Revolutionen nennt, kann es keinen Frieden geben.« Aber damit muß das Spiel der Zufälle sein Ende haben. Nichts deutet darauf hin, daß die Ermordung Benito Mussolinis vor dem Gittertor einer Villa in Giulino di Mezzegra am Comer See durch kommunistische Partisanen vorherbestimmt war; und nichts kündigte die Schändung des Leichnams und seine öffentliche Zurschaustellung vor den Augen der Mailänder Bevölkerung als unausweichlich an. Das ändert allerdings nichts daran, daß wir weit in Mussolinis Biographie zurückgehen müssen, um sein Schicksal post mortem zu rekonstruieren, um die Ereignisse in Giulino di Mezzegra und auf dem Piazzale Loreto in einen historischen Kontext zu stellen, um den Abenteuern und Mißgeschicken des Leichnams in den ersten Jahren der Republik einen Sinn zu geben und um uns vor Augen zu führen, wie das Leben des Duce nach dem Tod in der Realität und in der Vorstellung der Italiener aussah.


Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Sprache der Bilder 23. Oktober 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Der entstellte tote Körper Mussolinis hängt kopfüber vom Gitterdach einer Tankstelle am Piazzale Loreto in Mailand. Ein Bild, für das die Worte grausam oder bestialisch nicht weit genug gehen. Seine Augen sind leer; die Augenflüssigkeit ist längst herausgelaufen. Sein Gesicht ist gezeichnet von unzähligen Deformationen. Schädelbrüche, Kieferbrüche. Könnte ein menschlicher Körper mehr geschunden werden? Durch die bereits eingetretene Leichenstarre sind seine Hände nach innen gewölbt, was der Haltung der Leiche ein noch unterwürfigeres Antlitz verleiht.

Die Geschichte schreibt den 29. April 1945. Die italienischen Partisanen, das italienische Volk rächt sich grausam an dem Mann, der es über 20 Jahre lang führte. Zum Teil mit ebendiesen Mitteln. In diesen Tagen, Wochen überstürzten sich die Ereignisse. Ein Blutrausch folgte dem nächsten. Erst zwei Tage zuvor hatten die Nazis die Leichen liquidierter Partisanen auf genau diesen Platz geworfen und wollten damit beweisen, ihr Spuk sei noch lange nicht vorbei. An jenem Tage versuchte Mussolini, in die Schweiz zu flüchten. Er wurde jedoch von kommunistischen Partisanen erkannt, und zusammen mit seiner Gefährtin Clara Petacci am 28. April 1945 nach einer sogenannten Gerichtsverhandlung standrechtlich erschossen.

Der Eichborn Verlag hat nun dem sagenhaften Buch des Turiner Historikers Sergio Luzzatto über den Körper Mussolinis in der »Anderen Bibliothek« einen gebührenden Platz im Deutschen gegeben. Die Übersetzung von Michael von Killisch-Horn ist kongenial. Es ist ein unglaubliches Werk, ein Geschichtsbuch bei dessen Lektüre so manches Mal der Atem stockt. Es ist ein Buch über die Massaker des Faschismus über die es keine Bilder gibt. Und über die Massaker der Antifaschisten, die Sprache und Symbolik der Bilder zu inszenieren und zu nutzen wussten.

Bevor die Partisanen wirkungsmächtig den Duce wie ein geschlachtetes Schwein ans Gitter hängten, hatten sie den Leichnam auf den Platz geworfen. Die letzte Tat der deutschen Besatzer sollte nicht ungesühnt bleiben. Auch in diesem historischen Moment spielten sich ungeheuerliche Szenen ab. Die Umstehenden misshandelten die toten Körper mit Fußtritten. Als konnten sie sich an der Leiche rächen. Einer ruft höhnisch: »Lass uns jetzt deine Rede hören, lass uns deine Rede hören!« Eine Frau schießt auf den Leichnam; durchsiebt ihn mit Kugeln. Es war nicht allzu lange her, da hatten die Italiener dem Diktator noch frenetisch zugejubelt. Vielleicht waren es dieselben.

Luzzattos Schilderung ist quasi die der italienischen Geschichte von Mussolinis Machtantritt bis heute ' aus der Perspektive des Körpers Mussolinis. Wie unendlich der Hass einiger gewesen sein muss, wird an einem Photo deutlich: Nach der Abnahme der Leiche vom Dach stehen drei uniformierte und bewaffnete Partisanen direkt am Sarg Mussolinis und lachen voller Verachtung und Genugtuung in das völlig entstellte Gesicht. Doch mit den Szenen unmittelbar nach der Tötung ist der Leidensweg der Leiche noch längst nicht beendet. »Selbst auf dem Seziertisch wird Mussolinis Körper noch von den Blicken von Personen verschlungen, die nichts mit dem Gerichtsmedizinischen Institut der Universität Mailand zu tun haben«, schreibt Luzzatto. Der mit der Autopsie beauftragte Leichenbeschauer berichtete darüber, dass sich die Untersuchung schwierig gestaltete, weil ständig »Journalisten, Partisanen und Leute aus dem Volk in den Autopsiesaal stürmten.«

Nachdem die Politik unter Zustimmung der Kirche den Leichnam anonym beisetzte, um eine Pilgerstätte für die noch zahlreichen Faschisten zu verhindern, kam ein junger ehemaliger Faschist auf die Idee, die Leiche Mussolinis zu entführen. In der Nacht vom 22. zum 23. April 1946 buddelte Domenico Leccisi mit zwei Mitstreitern den Leichnam wieder aus, packte ihn in eine Plane und nahm ihn mit. Seine Begründung: Er wollte den Italienern klar machen, sie sollten mit der Vergangenheit abschließen. Dazu muss man wissen, dass die Grabstelle alles andere als geheim war und häufig von Antifaschisten geschändet wurde. So kam es, dass Mussolinis Tod nicht daran hinderte, dass der tote Diktator nocheinmal auf der Flucht war. Ganze 100 Tage dauerte es, bis die Polizei durch einen Hinweis die sterblichen Überreste in einem Franziskanerkloster fand.

Daraus hatte die Regierung dann gelernt. Zwischen 1946 und 1957 blieb der Leichnam aus Gründen der Staatsräson versteckt. Auf Anordnung des Premierministers und in Absprache mit dem Mailänder Erzbischof brachte man die sterblichen Überreste in eine Kapelle des Kapuzinerklosters Cerro Maggiore in der Nähe von Mailand.

Mussolini wurde 1957 in der Gruft seiner Familie in Predappio beigesetzt. In den letzten Kapiteln zeigt Luzzatto, dass der Leichnam Mussolinis auch in den folgenden Jahrzehnten ideologischer Kristallisationspunkt blieb. Und die Überführung zur Familiengruft war beileibe nicht die letzte Debatte, bei der es um Elementares ging und der Körper Mussolinis vorgeschoben wurde.

Luzzattos feine und feinsinnige Zeitgeschichtsschreibung ist nicht zuletzt so lesenswert, weil er genügenden Abstand zu den italienischen Verhältnissen hat, in denen er lebt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de