Dieses Buch verbindet in sprachlich sehr ansprechender Form die Geschichte eines Mannes, der im Frankreich der Revolution und Republik-Gründung als Sohn eines alten französichen Adelsgeschlechtes und einer Tuareg-Frau aufwächst. Unterschiedlicher könnte die Herkunft seiner Eltern kaum sein. Der Vater, ein Graf und Besitzer riesiger Ländereien bei Paris. Ein Abenteurer, der sich nie so recht in die enge und gesellschafts-konforme Lebensweise des damaligen Adels einfügen wollte. Henri de Vries, ein Mann, der als einer von wenigen Adeligen über den Horizont des selbst-verliebten Europas die Welt erobern wollte. Als Heissluft-Ballon-Pionier erforschte er die Welt jenseits seines Kontinents und landete schließlich in der Wüste Sahara, dem Land der Tuareg. Einem Ort, den niemals zuvor ein Europäer betreten hatte und der in den französichen Landkarten praktisch unbekannt war. Dort findet er seine große Liebe, eine stolze und schöne Tuareg-Frau, Serena, die ihr Leben in der Wüste für die aufrichtige Liebe zu Henri aufgibt und mit ihm nach Frankreich geht. Ihr gemeinsamer Sohn Moussa verbirgt diese so verschiedenen Abstammungen in einer faszinierenden Person. Sein Leben ist voller Gegensätze. Die Jahre seiner Kindheit verbringt er in Frankreich, er erlebt den Untergang des französichen Kaiser-Reiches und die preussische Belagerung von 1870/71. Sein bester Freund und Weggefährte ist Paul, sein Cousin, mit dem er gemeinsam auf einem Gehöft bei Paris aufwächst. Moussa erlebt schreckliche Jahre voller Demütigungen durch seine katholische Schule und die Kirche. Nur die aufrichtige Liebe seiner Mutter und seines Vaters machen ihn zu einem starken Menschen. Als Jugendlicher muß Moussa mit seiner Mutter aus Frankreich in die Sahara fliehen. Dort lernt er ein gänzlich anderes Leben kennen, doch auch bei den Tuareg bleibt er ein Fremder, ein 'Ikufar'. Der Weg Moussas und Pauls wird in unendlich spannender und farbenprächtiger Sprache beschrieben. Moussas erste große Liebe, die Verwandlung vom Jungen in einen Mann, fesselt den Leser in jeder Zeile. Die letzten spannenden 200 Seiten kann man kaum aus der Hand legen... Fazit: Ein Buch voller Spannung, Erotik und wunderbaren Schilderungen der Wüste. Und so ganz nebenbei bekommt man viele geschichtliche Hintergründe des Europas der 'Aufklärung' präsentiert. Insofern ist das Buch auch politisch und geschichtlich sehr interessant. Ich kann es nur empfehlen...