Es ist ja heute leider üblich geworden, alte Bücher immer wieder in neuem Gewand auf den Markt zu werfen, aber dann steht ja wenigsten vorne drin, wann das Original erschienen ist. Beim Ikarus-Band dagegen wird der Leser mehr oder minder bewusst im Dunklen gelassen. Kein Hinweis darauf, dass etwa drei Viertel der Beiträge schon vorher in anderen Heyne-Sammelbänden veröffentlicht worden sind! (Außer man macht sich die Mühe, bei allen 17 Geschichten am jeweiligen Ende das Copyright nachzuschlagen! Oder man kennt seine Sammlung von 1000 SF-Geschichten auswendig!) Auf der Heyne-Internetseite heisst es sogar „wie gewohnt mit den besten Romanen und Erzählungen des Jahres“. Dabei sind die Geschichten bis zu 50 Jahre alt! Man wird also absichtlich irre geleitet, dass es sich hier um Erstveröffentlichungen handelt. Da steht auch noch groß auf der ersten Seite „Originalausgabe“ – wow, das gilt aber nur für die Zusammenstellung, nicht für den Inhalt, der ist nämlich (bis auf ein paar Ausnahmen) nicht Original. Hier wird einem einfach nur das Geld aus der Tasche gezogen. -
Das sagt natürlich nichts über die Qualität der Geschichten in dem Band. Für SF-Neulinge sicherlich ein guter Einstieg, für alte Hasen aber ein echtes Ärgernis.