Kurzbeschreibung
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten werden immer weniger Stellen ausgeschrieben. Daher ergreifen viele Bewerber selbst die Initiative und treten von sich aus an Unternehmen heran. Die Bewerbungsexperten Christian Püttjer und Uwe Schnierda zeigen in diesem komplett aktualisierten Band, wie man einen gelungenen Erstkontakt mit dem Wunschunternehmen herstellt, sich souverän am Telefon präsentiert und mit perfekten Bewerbungsunterlagen glänzt – auch wenn man sich nicht auf eine Stellenanzeige beziehen kann.
Über den Autor
Christian Püttjer und Uwe Schnierda kennen die Wünsche und Hoffnungen, aber auch Sorgen und Nöte von Bewerberinnen und Bewerbern seit rund 20 Jahren. Ihre umfassenden Erfahrungen aus der Optimierung von Bewerbungsunterlagen, aus Einzelcoachings und aus Seminaren bringen sie in ihre praxisnahen Ratgeber ein, die exklusiv im Campus Verlag erscheinen. Die konkreten Tipps, die klare Sprache und die motivierende Unterstützung von Püttjer & Schnierda haben schon über einer Million Leserinnen und Lesern weitergeholfen.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Einleitung Warten Sie nicht darauf, dass Ihnen eines Tages zufällig die passende Stellenanzeige auf den Schreibtisch flattert, sondern werden Sie selbst aktiv. Die Initiativbewerbung ist ein hervorragendes Mittel, um sich bei interessanten Arbeitgebern selbst ins Gespräch zu bringen. Erschließen auch Sie sich den verdeckten Stellenmarkt. Die Beweggründe für eine Initiativbewerbung können vielfältig sein: Manche Bewerberinnen und Bewerber wollen, andere können nicht darauf warten, dass eine geeignete Stelle ausgeschrieben wird. Manchmal sind die Zustände am momentanen Arbeitsplatz so katastrophal, dass es besser ist, den Arbeitgeberwechsel so schnell wie möglich zu vollziehen. Ein anderes Mal fehlen schlichtweg passende Stellenanzeigen für das eigene Qualifikationsprofil. Hinzu kommt, dass sich viele Bewerber nicht nur auf die Firmen beschränken wollen, die offensiv neue Mitarbeiter suchen. Sowohl für diejenigen, die aus der sicheren Deckung eines bestehenden Arbeitsverhältnisses nach neuen Aufgaben suchen, als auch für diejenigen, die sich eine neue Stelle suchen müssen, ist die Initiativbewerbung unverzichtbar. Auch ein weiterer Gedanke spricht für die Initiativbewerbung: Ist es nicht viel interessanter, mit dem Wunscharbeitgeber in Kontakt zu kommen, als sich auf die Firmen beschränken zu müssen, die zufällig gerade neue Mitarbeiter suchen? Fällt es vielen Bewerbern schon schwer genug, die Anforderungen an schriftliche Unterlagen zu erfüllen, wenn sie auf eine Stellenanzeige reagieren, so sind die Schwierigkeiten bei der Initiativbewerbung noch größer. Ohne konkrete Stellenanzeige ist natürlich wesentlich mehr an Vorarbeit gefragt: Welche Kenntnisse könnten die Firma überhaupt interessieren? Wer ist der richtige Ansprechpartner für die Bewerbung? In welchen Arbeitsbereichen kann man sich eine Mitarbeit vorstellen? Wie lassen sich die eigenen Stärken herausstellen? Aus unserer täglichen Beratungspraxis wissen wir, dass fehlgeschlagene Initiativbewerbungen leider noch häufig die Regel sind. Dies liegt aber nur in den seltensten Fällen am Profil des Bewerbers, sondern fast immer an der Art der Aufbereitung des eigenen Könnens. Denn nur wer selbst die Argumente liefern kann, die für seine Einstellung sprechen, wird Gehör finden. Firmenvertreter haben weder Zeit noch Lust, in lieblos zusammengeschusterten Unterlagen nach Fakten zu suchen, die für den Bewerber sprechen. Dies gilt erst recht für unaufgefordert eingesandte Unterlagen wie die Initiativbewerbung. Lassen Sie sich von uns zeigen, was aus Unternehmenssicht über Erfolg und Misserfolg einer Initiativbewerbung entscheidet. Orientieren Sie sich an unseren Ausführungen und Beispielen, um passgenaue, stärkenorientierte und glaubwürdige Initiativbewerbungen auf den Weg zu bringen. Wir werden Ihnen im Einzelnen erläutern, warum Initiativbewerbungen keine Blindbewerbungen sind, wie Sie Ihre beruflichen Stärken und Vorlieben herausfinden, wie Sie sich ein Kurzprofil zur persönlichen Kontaktaufnahme erarbeiten, warum Sie das Telefon für Ihre Initiativbewerbung nutzen sollten, was ein überzeugendes Initiativanschreiben enthalten sollte, wie sich ein aussagekräftiger Initiativlebenslauf gestalten lässt, was Sie bei Ihrem Bewerbungsfoto beachten müssen, warum eine Leistungsbilanz aussagekräftiger als eine dritte Seite ist, wann eine Kurzbewerbung sinnvoll ist, was in Ihre Bewerbungsmappe gehört und wie Sie nach dem Versand Ihrer Unterlagen geschickt am Ball bleiben. Lassen Sie sich durch unsere Tipps und Praxisbeispiele in diesem Ratgeber inspirieren, damit Sie mit einer aussagekräftigen Initiativbewerbung überzeugen können.
Auszug aus Initiativbewerbung von Christian Püttjer, Uwe Schnierda. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Die Kernbotschaft formulieren
Ihre Kontaktaufnahme mit dem Wunschunternehmen wird Ihnen besser gelingen, wenn Sie sich schon im Vorfeld ein Kurzprofil erarbeiten. In unserer Beratungspraxis trainieren wir mit Initiativbewerbern, wie sie mit wenigen Sätzen die eigene berufliche Qualifikation herausstellen können. Dazu sollte man zwei bis drei Kernbotschaften heraussuchen, die die beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten deutlich machen. Diese Kernbotschaften sollten ausformuliert werden und in jedes Kontaktgespräch einfließen.
Nehmen Sie Ihre Bestandsaufnahme und das von Ihnen herausgefundene Stellenprofil Ihrer Wunschposition zur Hand, und suchen Sie nach prägnanten Überschneidungen. Sie wissen inzwischen, dass diejenigen Bewerber für ein Unternehmen am interessantesten sind, die zeigen, dass sie mit den Anforderungen der anvisierten Stelle schon in Berührung gekommen sind. Entscheiden Sie sich für drei bis vier Schlüsselbegriffe, die Ihre berufliche Qualifikation am ehesten charakterisieren. Daraus formulieren Sie zwei, drei Sätze, welche dann die Kernbotschaft Ihrer Selbstpräsentation bilden.
Damit Sie sich besser vorstellen können, welche Inhalte ein gelungenes Kurzprofil umfasst, haben wir für Sie einige Beispiele zusammengestellt. Orientieren Sie sich an den aufgeführten Kurzprofilen einer Kundenberaterin, eines Technikers und eines Marketingmitarbeiters, um Ihr eigenes Kurzprofil zu erstellen.
Kurzprofil einer Kundenberaterin: »Ich arbeite seit sechs Jahren als Kauffrau in der Kundenbetreuung. Zu meinen Aufgaben gehören die Pflege von Kundenbeziehungen, die telefonische Akquisition und die Abwicklung der eingehenden Aufträge. Ich betreue und berate einen eigenen Kundenstamm, den ich stetig ausgebaut habe. Meine Erfahrungen würde ich gerne in Ihrem Unternehmen einsetzen.«
Kurzprofil eines Technikers: »Ich arbeite als Techniker in der Holz- und Möbelbranche. Neben der Arbeitsvorbereitung und der Endmontage beim Kunden übernehme ich auch die Unterstützung von Gebietsverkaufsleitern. Die Schulung von Händlerverkäufern gehört ebenfalls zu meinen Aufgaben. Ich möchte noch stärker als bisher in der Kundenberatung tätig werden und suche daher in diesem Bereich eine Stelle als Anwendungstechniker.«
Kurzprofil eines Marketingmitarbeiters: »Ich möchte mich im Marketing weiterentwickeln. Bisher betreue ich die Auswertung von Verkaufsstatistiken, das Benchmarking und die Erstellung von Präsentationsunterlagen. Daneben bin ich für die Anzeigenschaltung zuständig. Im Bereich Channel-Marketing habe ich mich weitergebildet und dort den Schwerpunkt auf das Erkennen von Wachstumspotenzialen im Markt gelegt. Ich würde gerne mit Ihrer Firma in Kontakt kommen. Welche Möglichkeiten gibt es dafür?«
An den Beispielen können Sie erkennen, dass man mit zwei, drei Sätzen schon eine ganze Menge an Informationen vermitteln kann vorausgesetzt, man baut die richtigen Schlüsselbegriffe zu den bisherigen beruflichen Tätigkeiten ein. Wenn Sie sich solch ein aussagekräftiges Kurzprofil erarbeiten, präsentieren Sie sich stets mit Ihren Stärken. Dadurch erreichen Sie, dass man Ihre Fähigkeiten und Ihr Interesse an der neuen Stelle ernst nimmt.
Trainieren Sie den Einsatz Ihres Kurzprofils, damit Sie es stets parat haben. Gewöhnen Sie sich an, bei jeder persönlichen Kontaktaufnahme stets auch Aussagen zu Ihrem beruflichen Profil zu machen. Ihre Kurzpräsentation sollten Sie vor allem im Umkreis Ihres Berufsfeldes einsetzen, beispielsweise auf Messen, Weiterbildungsveranstaltungen, im Gespräch mit Kunden oder Lieferanten und natürlich auch bei Kontakten, die sich aus ehrenamtlichen Tätigkeiten ergeben.
Ihr Kurzprofil ist auch im Telefonat mit Firmenvertretern der richtige Aufhänger, um ins Gespräch zu kommen. Geben Sie Ihren Kontaktpersonen im Wunschunternehmen einen kurzen Einblick in Ihre berufliche Leistungsfähigkeit. Sie leiten damit das Gespräch von Anfang an in die richtigen Bahnen. Welche weiteren Aspekte im Telefonkontakt mit Firmenvertretern wichtig sind, erfahren Sie im nächsten Kapitel. Machen Sie mithilfe Ihres Kurzprofils auch am Telefon noch einmal auf Ihre beruflichen Stärken aufmerksam so öffnen Sie Ihrer Initiativbewerbung die richtigen Türen.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.