Alan und Meredith machen Urlaub in einem Ort, in dem kürzlich eine verschrobene ältere Dame nach einen Treppensturz tot aufgefunden wurde. Eine Nachbarin glaubt an Mord. Doch ehe Alan sich entschieden hat, ob eine Ermittlung angebracht ist, wird tatsächlich ein Mord begangen.
Beinah bis zur Hälfte des Buches wird darüber diskutiert, ob Ermittlungen im Fall der älteren Dame sinnvoll sind. Erst als das Mordopfer entdeckt wird, kommt die Geschichte in die Gänge. Und vertändelt sich immer noch in langen überflüssigen Dialogen und Beschreibungen.
Sicher, wer zu einem Buch von Ann Granger greift, weiß, dass ihn kein rasanter Krimi erwartet, dass mit breit angelegten Szenen zu rechnen ist und mit einer Menge Beschreibungen von Umgebung und Personen. Dennoch könnte man Lokalkolorit und Charaktersisierungen so anlegen, dass sie sich in einen Spannungsbogen einfügen und ihn nicht lähmen. Hinweise, die den Fall weiterbringen, werden meist in seitenlange Dialoge verpackt, in weiteren Dialogen nochmals ausgewalzt und von allen Seiten beleuchtet, obwohl der Leser schon weiß, worauf das Ganze hinausläuft. Die ersten Bände der Reihe waren, was Handlung und Beschreibung angeht, wesentlich ausgewogener.
Auch als Paar sind Alan und Meredith in die Jahre gekommen; die Gespräche über den abendlichen Pub-Besuch und das Essen dort, sowie die fehlende Zuwendung lassen eher an ein Ehepaar jenseits der Silberhochzeit denken als an zwei Menschen, die die Zukunft planen (trotz des Geplänkel wegen eines evtl. Hauskaufs).
Aus der Geschichte, den Personen und dem Flair des Ortes hätte man einen kurzweiligen Landhauskrimi machen können. Dieses Buch wäre dann zwar nur noch 250 Seiten dick, aber wer zwingt Ann Granger zu so vielen überflüssigen Worten?