Die trauen sich was bei Polyband. Überlicherweise wartet man ja erst einmal, wie sich so ein alte Serie im Entstehungsland verkaufen würde... Kult hin, Kult her. Dafür schon jetzt mal Respekt und vielen Dank. Über die Veröffentlichung von Staffel 1 in zwei Boxen kann man (im Wortsinn) geteilter Meinung sein. Für meine Kaufentscheidung war es in diesem speziellen Fall ohne Bedeutung.
Die Serie selbst hat von ihrer Coolness auch nach inzwischen 42 Jahren kaum etwas eingebüßt, was zum Großteil Robert Wagner zu verdanken ist, der in seiner Rolle als Profidieb Alexander Mundy sichtlich zu Höchstform aufläuft. Aber auch die genial-coole Musik, sowie Ausstattung und wechselnde Handlungsorte tragen zur zeitlosen Unterhaltungsgarantie bei. Ein weiteres Markenzeichen waren die coolen Sprüche. Diese wurden dann in der deutschen Synchronisation durch Dialogautor Rainer Brandt, der schon Serien wie "Die 2", "Department S" und "Männerwirtschaft" mit seinen unverkennbarem Stempel veredelte, noch um einiges gesteigert. Zusammengenommen war das damals die perfekte Rezeptur für einen Kult-Klassiker und zu einem solchen ist "It Takes a Thief" dann ja auch berechtigterweise geworden.
Die DVD-Box ist für meinen Geschmack äußerst liebevoll und ansprechend aufgemacht. Enthalten ist ein 20-seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen zur Serie und kleinem Episodenführer. Die einzelnen Folgen haben deutsche und englische Tonspur. Deutsche Untertitel konnte ich bei der englischen Fassung bis jetzt nicht entdecken. Da die Serie hier erstmals ungekürzt vorliegt, wurden Szenen die, wie damals in Deutschland weit verbreitet, der Schere zum Opfer fielen, mit deutschen Untertiteln versehen. Ganz klar ein weiterer Pluspunkt.
Bonusmaterial im klassischen Sinn gibt es nicht. Als kleines Bonbon hat Polyband aber den Pilotfilm sowohl in der originalen US-Schnittfassung, als auch in der deutschen Schnittfassung mit an Bord. Und da lohnt sich schon einmal ein direkter Vergleich. Das fängt schon gleich mit dem Vorspann an, den man in Deutschland einfach durch den später üblichen Serienvorspann mit seiner charakteristischen Musik ersetzt hat. Auch die dann folgende Einstiegssequenz wurde komplett rausgeschnitten, sowie im weiteren Verlauf noch so einige Szenen.
Bild und Ton sind für eine Serie diesen Alters einwandfrei bis erstklassig. Besonders der Pilotfilm besticht durch satte Farben und scharfes Bild. Bei einigen Episoden kann man immer mal wieder ein leichtes Bildrauschen feststellen, was dem Sehvergnügen aber in keiner Weise schadet.
Bleibt nur die Hoffnung, dass Polyband auch noch die beiden Folgestaffeln veröffentlicht. Wünschenswert wäre es, da die Qualität der weiteren Folgen genauso stark ist und ab Staffel drei Hollywood-Altmeister Fred Astaire in einigen Episoden als Al Mundys Vater und Lehrmeister für zusätzlichen Spaß sorgt.
Fazit:
Klassische Sixties-Serie, die in ihrer Mischung aus Witz, Spannung, Ausstattung, Musik und nicht zuletzt der für die sechziger Jahre üblichen Coolness auch heute noch überzeugt und in dieser Veröffentlichung durch Polyband eine klare Kaufempfehlung darstellt.