Es gibt Künstler, die sich lediglich dem optischen, aber ebenso welche, die sich dem akustischen Feuerwerk verschrieben haben. Es gibt aber auch Beispiele, die es sich nicht nehmen lassen möchten Bild und Klang so opulent zu gestalten, dass es dem Begriff Bombast ziemlich nahe kommt. Somit bedient man gleich mehrere Sinne - ein Konzept, welches die Band "My Baby Wants To Eat Your Pussy" aus Mannheim perfektioniert zu haben scheint. Wie sonst ist es zu erklären, dass das Sextett - ohne bisher ein Album veröffentlicht zu haben - Auftritte im Rahmen von Rock am Ring, dem französischen Les Eurockéennes Festival und zahlreiche Clubshows samt stetig wachsender Besucherzahlen absolvieren darf. Extravagant, gewagt und doch wieder als Ensemble schlüssig, hat sich das Popmusikexperiment einer breiten Stilvielfalt verschrieben. So werden "Queen", "David Bowie" oder "Supertramp" ebenso als musikalische Vergleiche herangezogen wie "System Of A Down", "Rage Against The Machine" oder die "Red Hot Chili Peppers".
Ein Hauch von "Moulin Rouge" trifft auf ein Rock Musical im Breitbandformat. So ist "Ignorance & Vision" eher als Konzeptalbum zu verstehen, dass sich über seine Geschichte definiert und entwickelt. Nach 4 Jahren Bandgeschichte also nun doch das erste Album. Bombast Rock, der in erster Linie unterhalten möchte und auf den zweiten Blick fasziniert. Jedes Bandmitglied stellt eine eigene Figur, jeder Song seinen eigenen Charakter dar. Umso schwieriger ist es das Album mit wenigen Schlagworten zu beschreiben. "MBWTEYP" sind Rock, Alternative, Metal, Glam und ganz viel Pop. Farbenprächtig wie die Outfits sind die einzelnen Lieder. Zwischen Trash, Kitsch, Komödie, Drama und ernsthafter Rockmusik haben sie eine eigene Nische gefunden, die sie zu etwas Besonderem macht. Sänger Ziggy Has Ardeur als Zirkusdompteur in einem Käfig voller Narren. Eine Meinung - die sollte sich am Besten jeder für sich selbst machen, denn von Musicalfans bis Rocktheoretikern werden sich Genre übergreifend viele in dieser Band wieder finden können.
Anspieltipps: "Boys & Girls", "Don't tell a soul" und "Biology is a fairytale"