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Aber legen wir die CD noch einmal ein, um Genaueres zu hören:
Oooch, da ist aber erstmal jemand bös erkältet und brüht sich rasch mal einen Bronchialtee auf, damit es losgehen kann...
Regis Vasa
Entnommen dem „Ludus Danielis", einem „Mysterienspiel" aus dem 13. Jahrhundert. Heute würde man es eine Oper nennen... Mysterienspiele waren die ersten erfolgreichen kulturellen Bemühungen, Schauspiel und Musik zu verbinden.
Ein genialer Einfall, dieses dort entlehnte und thematisch im Alten Testament angesiedelte Stück mit einer indischen Sitar zu begleiten. Augenblicklich wird man an Popularmusik der späten Sechziger und frühen Siebziger erinnert, in denen dieses wunderbare, aber schwer zu beherrschende Instrument oft experimentiell eingesetzt wurde.
Si salvas me
Der erste Titel aus der schelmishen Feder auf diesem Album. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Sicherheit die Schelmen mittelalterliche Musik in sich aufgenommen haben, sodass auch ihre Eigenkompositionen ebenso authentisch klingend daherkommen wie das wirklich „mittelalte" musikalische Material.
Igni gena
Macht die Augen zu und öffnet Eure Ohren...
Das Stück, das dem Album seinen Titel gab. Wiederum aus begnadeter schelmisher Feder.
Man spürt die gewaltige Urkraft des Feuers in Rhythmik und Spiel, das sich, zunächst langsam, dann immer schneller ausbreitet, Flammen, die aus dem getragenen Anfang hervorlodern, bis man darin (neu)-geboren ist...
Cantigas 366/371
Aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammt die musikalische Sammlung „Cantigas de Santa Maria" des spanischen Königs Alfonso X. (das ist der, der aufgrund seiner astronomischen Interessen schon damals davon ausging, dass die Erde sich um die Sonne dreht... ein Tatbestand, den einige bis heute nicht wahrhaben wollen...)
Deutliche Einflüsse maurischer wie auch christlicher Traditionen sind in dieser Komposition hörbar. Ein eher getragenes Stück, zum Träumen gemacht...
Ecce mundi gaudium
Ein fröhliches Weihnachtslied, mit entsprechender Ausgelassenheit gespielt und gesungen, siehe... eine große Freude auch für mich... von wegen besinnliche Weihnachten... tanzet und seid glücklich... das ist die wirkliche frohe Botschaft...
Schelmokroatish
Eine Hommage an die Vaganten von "In Extremo", die nach wie vor das Flagschiff des "Mittelalter-Rock" darstellen...
Ein Beispiel für die eingangs erwähnten, immer wieder faszinierenden rhythmischen Ideen, die so typisch geworden sind für die Musik von Schelmish.
Videbat puer
Nach Goethemotiven entstanden die Textzeilen...das Heidenröslein ist halt immer aktuell... eine viel zu kurze Liebeserklärung. Kaum ist man eingetaucht in Musik und wunderbaren Gesang, da weckt einen auch schon
Caput draconis
Der Drache ist tot... aber ein schwerer, feuriger Kampf war es, bis der noch feuerspeiende, riesige Kopf und der tote Körper darniederlag und die Erde besudelte mit seinem schwarzen Blut...
Sailor Boy
Nun wird's aber "traditional folky" auf Igni Gena...
Eine überraschende, aber wohltuende Abwechslung. Man spürt den irischen Wind... sieht das satte Grün... hört gaelisch blökende Schafe... riecht Meer und Whisky... Sicherlich wundert es niemanden, dass ich dieses Stück besonders liebe, sind es doch auch meine musikalischen Wurzeln...
Als Gast dabei: Simone Gilberg von den C-Mones.
Pantoletta
Aha... ein Schlappentanz...
Schon wieder ein toller Rhythmus... besser runter mit den Pantoletten und kräftig mitgetanzt! Wer sitzen bleibt, ist selber schuld...
Liebeszauber
Auf einer ihrer Zeitreisen haben die Schelmen hier sehr eng mit Paul Fleming, dem deutschen Arzt und Dichter, der 1631 zum „königlichen Poeten" ernannt wurde, zusammengearbeitet. Nur daraus lässt sich erklären, warum Wort und Musik so intensiv und wunderbar ineinander verwoben werden konnten...
Interregio
„Fern sind bald die alten Freunde, werden in der Fremde neue auf mich warten?"...so fragen die Schelme im Booklet... Ganz sicher. Solange Ihr so mitreißende Musik macht...
Douce dame jolie
Aus den Ardennen stammt Guillaume de Machaut, später reiste er viel mit Johann von Luxemburg, dem König von Böhmen und wurde schließlich Canonicus an der Kathedrale zu Reims.
Bei „Douce dame Jolie" handelt es sich um ein Virelai, neben Rondeau und Ballade eine im 13. und 14. Jahrhundert beliebte Liedform mit vorweggenommenem Refrain.
Toll interpretiert. Mehr braucht man hier nicht sagen.
Scalash
Ein weiteres Instrumental aus der Feder von Schelmish. Wie ein zeitloser Gang über den Basar mit all seinen Kostbarkeiten...
Ich was ein chint
Mal wieder als Gast: Michael Rhein, der „In Extremo" -Frontmann mit der unverkennbaren Stimme, hier auch unüberhörbar als (Mit)-Komponist dieses Stückes. Ebenso dabei: Sven Neumann von den C-Mones. Eine gelungene und rockige Zusammenarbeit.
(ähem... es ist die Nr. 185 der Carmina Burana...)
Ring of fire
War für mich sonst Eric Burdons Version des Johnny Cash-Klassikers die eigenwilligste und beste Interpretation dieses Songs... sie hat deutliche Konkurrenz bekommen. Und zwar durch diese gänzlich andere, fröhlich beschwingte Version, die einen sofort mitsingen lässt...
Götz vor dem Gentschenfelde
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