Randvoll mit witzigen Anekdoten, voller nicht minder amüsanter Bilder und Aufzeichnungen Campells von seiner Kindheit auf bis (fast) in die Gegenwart, ein herber aber immerzu augenzwinkernder Sinn für Humor, Zitate aus zahlreichen interessanten bis absurden Fan-Mails und nicht zuletzt: Jede Menge Ausflüge hinter die Kulissen der vielen Filme und Serien, an denen Campbell mitgewirkt hat. Man erfährt vieles darüber, wie die Maschinerie "Hollywood" funktioniert, freilich immer exklusiv aus der Perspektive eines Schauspielers, der niemals den wirklichen Durchbruch geschafft hat und auch die Hoffnung, den Durchbruch schaffen zu können, schnell aufgab, ohne aber deshalb zu verbittern.
Dies, kombiniert mit nicht weniger als 50 Kapitel auf etwas mehr als 300 Seiten, trägt dazu bei, dass das Buch genau die unterhaltsame, kurzweilige und zugleich informative Lektüre geworden ist, die ich mir erhofft habe. Natürlich sind die "Evil Dead" Filme häufiger ein Thema, aber Campbell lässt ihnen nicht mehr Raum zukommen, als ihnen wirklich "zusteht", soll heissen: Er kommt nicht bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit auf sie zurück um die 300 Seiten zu füllen, sondern setzt viele andere, eigenständige Schwerpunkte. Besonders gelungen fand ich etwa Campbells Bemerkungen zu seinen Aufeinandertreffen mit Stars der Szene, etwa David Duchovny, Paul Newman oder den Coen Brüdern.
Normalerweise meide ich Autobiographien, aber spätestens nach dem Film "My Name is Bruce" gewann ich die Überzeugung, dass Campbell ein sehr sympathischer und charismatischer, keineswegs auf den Kopf gefallener Mensch sein würde, dessen Buch zu lesen sich lohnen könnte. Zu meiner Freude haben sich all diese Annahmen mehr als bestätigt.