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Idylle der Hyänen: Roman
 
 
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Idylle der Hyänen: Roman [Taschenbuch]

Friedrich Ani
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: ungekürzte ausgabe (1. Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423210281
  • ISBN-13: 978-3423210287
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 20.949 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Friedrich Ani
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de–Redaktion

In der Tiefgarage eines Wohnkomplexes wird eine strangulierte Frau gefunden. Hauptkommissar Polonius Fischer, zuständig für vorsätzliche Tötungs- und Todesfolgendelikte, stellt sich den üblichen Problemen, allerdings auf seine Weise. Idylle der Hyänen des Krimipreisträgers Friedrich Ani erzählt von menschlichen Tragödien und präsentiert den Lesern zugleich die spannendste Ermittlerfigur der letzten Jahre.

Polonius Fischer ist anders. Nicht nur, dass er seinen Mitarbeitern während des gemeinsam eingenommenen Mittagessens vorliest. Auch seine Ermittlungsarbeit gestaltet sich eher ungewöhnlich. Weder interessiert in die Interpretation eines Tatorts sonderlich, noch beschäftigt er sich mit der Entwicklung von Täterprofilen. Die beteiligten Menschen interessieren ihn, der direkte Zugang zu ihnen, die Konfrontation im unmittelbaren Gespräch. So löst er seine Fälle, häufig zur nicht geringen Verblüffung von Kollegen und Vorgesetzten. Fischer war bereits einmal Polizist, bevor er den Dienst quittierte, in ein Kloster eintrat und Mönch wurde. Einige Jahre ging das gut. Dann verlor er Gott, vielmehr ging ihm die Kommunikation mit Gott verloren. Fischer entschloss sich, den Orden zu verlassen und ging zur Kriminalpolizei. Die Menschen sind für ihn der Schlüssel zur Aufklärung von Verbrechen, der Blick in ihr Innerstes, das Erkunden von Beweggründen, und weniger die lückenlose Indizienkette. „Ich richte schon. Aber ich urteile nicht.“ sagt Fischer. Das Urteil fällen andere, und Fischer weiß, wie er sich als Polizist verhalten muss. Auch im Falle der toten Frau in der Tiefgarage stößt Fischer auf menschliche Tragödien, auf Vereinsamung und grenzenlose Verzweiflung. Und doch darf er keine Anteilnahme zeigen -- der Staatsanwalt erwartet eine eindeutige und geschlossene Akte von ihm. Er wird sie ihm liefern, obwohl er weiß, dass seine ganze Arbeit nichts als eine „Annäherung an den Radius der Wahrheit“ ist und sein wird.

“Kriminalromane handeln von Menschen in Not“, sagt Friedrich Ani. Seine Krimis tragen diesem Bekenntnis eindeutig Rechnung. Wie in den Tabor-Süden-Romanen steht auch hier nicht aktionsgeladene Spannung im Vordergrund, sondern die intensive Auseinandersetzung mit Menschen und ihren Notlagen. Freuen wir uns, dass Ani mit einem großartigen Roman wieder zurück ist im Krimigenre. Er, der eigentlich keine Kriminalromane mehr schreiben wollte. Und dessen ganz besondere Krimis wir doch so gerne lesen. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

kulturnews.de

Nach etlichen preisgekrönten Tabor-Süden-Krimis hatte Friedrich Ani offiziell dem Krimi abgeschworen. Trotzdem beschert er der deutschen Krimilandschaft jetzt einen neuen Ermittler: Polonius Fischer ist ehemaliger Mönch mit imposanter Körpergröße. Fischer und sein Team, die "12 Apostel", bearbeiten das Verbrechen an einer Frau, deren Leiche in einer Tiefgarage gefunden wurde. Die Suche nach dem Mörder scheint bald erfolgreich. Doch dieser entpuppt sich zwar als Täter - allerdings hat er ein anderes Verbrechen begangen als das, was ihm zur Last gelegt wird. Also gehen die Ermittlungen in diesem vielstimmig, manchmal auch etwas langatmig komponierten Roman weiter. Ani geht es nur vordergründig um die Aufklärung eines Verbrechens. Daneben setzt sich sein Antiheld mit Gott und der Welt auseinander und gelangt so immer wieder zum menschlich Abtrünnigen. Es geht um Ethik und Moral, um Verantwortung für das eigene Leben - und das der anderen. (gks) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Friedrich Ani ist ein Geheimtipp unter den deutschen Kriminalschriftstellern und mit "Idylle der Hyänen" ist ihm ein wirklich grandioses, literarisch anspruchsvolles und sehr dicht erzähltes Buch gelungen.

Polonius Fischer ist ein sehr gläubiger Mensch. Eine Weile hat er als Mönch im Kloster gelebt, bis er schließlich doch in seinen alten Beruf als Kommissar zurückgekehrt ist. Sein Glaube trägt ihn, auch die lange Liebe zu einer Taxifahrerin. Im sommerlichen München muss er den Mord an einer jungen Frau aufklären, die in einem Schrank in einer Tiefgarage gefunden wird. Zusätzliche Brisanz erhält der Fall, weil die siebenjährige Tochter des Opfers ebenfalls verschwunden ist. Während der Ermittlungen wird schnell klar, dass Fischer und sein Team auf eine Wand von Gleichgültigkeit und Kälte stoßen. Bei einer Zeugenbefragung werden sie schließlich mit einem weiteren Verbrechen konfrontiert...

Friedrich Ani erzählt unaufdringlich und doch sehr eindringlich von Gleichgültigkeit und mangelnden Gefühlen, zugleich von Vereinsamung und verwirrten Seelenzuständen. Sein Krimi ist voller scharfer Dialoge, bevölkert von ungewöhnlichen Protagonisten, aber kein bisschen überfrachtet. Der Plot ist ungewöhnlich und doch nachvollziehbar, gesellschaftskritisch aber ohne erhobenen Zeigefinger!

So möchte ich dieses Buch allen Krimilesern empfehlen, die Freude am Besonderen haben!
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Anis Bester 15. September 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Friedrich Ani hat mit den "Hyänen" seinen bislang reifsten und kompositorisch überzeugendsten Roman vorgelegt. Der gelernte Drehbuchautor wendet als Romancier sein Drama-Wissen noch klüger an als bisher. Anis Neuschöpfung, der Ex-Mönch und Kommissar Polonius Fischer, wirkt nach den vielen Süden-Krimis wie ein Befreiungsschlag. Dabei verbindet Ani den narrativen Zauber auch seiner grandiosen Jugendbücher ("Wie Licht schmeckt" u.a.) mit der Intensität seines umfangreichen lyrischen Schaffens. Entstanden ist - wie immer bei Ani - viel mehr als ein Kriminalroman. U.a. sind die "Hyänen" eine psychologisch tiefgreifende und emotional packende Studie über das fünfte Gebot und den Suizid. Den beschuldigten Badura lässt Ani am Ende den bibelfesten Polonius Fischer anschreien: "Sie laufen weg vor der Verantwortung, wie so viele, so viele über die Jahrhunderte. Und der erste, der weggelaufen ist, war Jesus!" Diese ganze Passage in einer Ani-Lesung gehört zu den unvergesslichen literarischen Begegnungen unserer Zeit.
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22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In der Tiefgarage einer riesigen Münchener Wohnanlage finden Kinder zufällig eine Leiche im Schrank. Sie wurde erhängt und lag über dreißig Stunden dort. Von ihrer siebenjährigen Tochter fehlt jede Spur. Sieht es so aus, hätte Polonius Fischer und seine Mordkommission eine Menge Arbeit vor sich.

Früher war Fischer Mönch, doch seinen Orden hat er verlassen, jetzt liest er der zwölfköpfigen Mordkommission einmal die Woche aus einem der Bücher vor, die er in der Stadtbücherei ausleiht. Die zwölf Apostel nennen Spötter diese Runde.

Dann erhärtet sich der Verdacht, dass die Tochter entführt wurde. Wird sie wieder auftauchen? Fischer ist nicht gut in der Vernehmung von Kindern, er fühlt sich da befangen und als eines ihn fragt: Was für einen Beruf hat der liebe Gott, braucht er lange, um zu antworten.

Friedrich Anis Kommissare haben alle ein Privatleben und doch folgt der Autor nicht dem Trend, der einsamen Single-Kommissare mit fast psychotischem Liebesleben, nicht dem Trend, den Leser durch immer aufwändiger zerlegten Leichen bei der Stange zu halten, ihn auf jeder zweiten Seite mit dem neuen Opfer eines Serienmörders zu erfreuen. Auch die Gerichtsmedizin, die wissenschaftlichen Tatortuntersuchung kommt zwar vor, spielt aber nur eine Nebenrolle.

Ist das überhaupt ein Krimi? Ja, denn wir haben einen Mord, der erst am Ende aufgeklärt wird. Nein, weil das Buch nicht massenkompatibel ist, wie die Henning Mankells. Weil es um viel mehr geht, als um Mord. Weil es viel, viel faszinierender ist, wenn auch bei weitem nicht so leicht lesbar. Anis Personen sind Besessene, die einen hadern mit Gott, weil sie nicht an ihn glauben können, die anderen sehen nur sich selbst, und suchen, wem sie Schuld in die Schuhe schieben können; beide stehen vor den Abgründen ihres Lebens. Gibt es überhaupt so viele Besessene in München?

Den Dostojewski der deutschen Krimiliteratur hat man Ani genannt, ob er die literarische Größe des Russen hat, darüber kann man streiten. Sicher aber ist, dass beide in den Tiefen der Menschen die Dämonen gesehen, gesucht haben, von denen diese nichts ahnen, nichts wissen wollen. Und bei Beiden geschieht es dem Leser leicht, dass er das Buch in die Ecke pfeffert, sich fragt, warum er sich damit abgeben soll, nur um fünf Minuten später zu entdecken, dass er es wieder in der Hand hält und weiterliest. Keine leichte Lektüre, fürwahr nicht, aber auch keine verquaste Innenschau. Ganz sicher sein bestes Buch, dabei waren schon die Romane um den Kommissar Süden von der Vermissung ebenso herausragend wie Anis Jugendromane.

Wie soll man dieses Buch nun beschreiben?

Man kann es nur lesen. Man sollte es lesen. Für mich wäre es der erste Kandidat für den deutschen Literaturpreis, weit würdiger als Ingo Schulzes geschwätzig-wichtigtuerisches Neue Leben, besser selbst als Martin Walsers hervorragende Angstblüte.

(C) Hans Peter Roentgen
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da will wohl jemand mehr als er kann...
interessant, einen mönch zum kommissar zu machen...
leider überholt ani sich in seinem bemühen einen spannenden krimi zu schreiben selber. Lesen Sie weiter...
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vielschichtig, interessant, hohes Niveau - und doch einige Kratzer!
Wenn es um die Beurteilung dieses Buches geht, bin ich gespalten.

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